Rollrasen richtig verlegen

Zu einem Garten gehört zumindest eine kleine Rasenfläche irgendwie dazu. Möchte der Gartenbesitzer nun eine neue Rasenfläche anlegen, kann er sich zwischen zwei grundlegenden Varianten entscheiden. Die erste Möglichkeit ist, die Rasenfläche ganz klassisch mithilfe von Rasensamen anzulegen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass es eine Weile dauert, bis der Rasen in vollem Glanz erstrahlt. Die zweite Möglichkeit ist, Rollrasen zu verlegen. Dadurch ist sofort eine geschlossene Rasenfläche sichtbar und schon nach wenigen Tagen kann der Gartenbesitzer seinen Liegestuhl oder die Spieldecke und das Planschbecken der Kinder darauf positionieren. Worauf es aber zu achten gilt, wenn der Gartenbesitzer selbst Rollrasen verlegen möchte, erklärt die folgende Anleitung.

Rollrasen verlegen – die Vor- und Nachteile

  • Verglichen mit einer herkömmlich angelegten Rasenfläche bietet Rollrasen einige Pluspunkte. Zu den größten Vorteilen gehört, dass Rollrasen innerhalb kurzer Zeit für eine dichte und kräftige Rasenfläche sorgt. Entscheidet sich der Gartenbesitzer für Rollrasen, muss er nicht erst die Samen aussäen, darauf achten, dass Vögel die Samen nicht wieder herauspicken und auffressen oder seine künftige Rasenfläche während der Aufzucht von Unkraut und Moos befreien, düngen und mähen. Zwar fallen auch bei Rollrasen vorbereitende Arbeitsschritte an, aber das Verlegen von Rollrasen ist verhältnismäßig einfach und geht recht schnell. Unmittelbar nach dem Verlegen ist eine satte, dichte Rasenfläche zu sehen und bereits nach wenigen Tagen ist diese Fläche nutzbar.
  • Dabei ist Rollrasen in verschiedenen Sorten erhältlich, so dass der Gartenbesitzer den Rasen auswählen kann, der am besten zu seinem Standort und der voraussichtlichen Beanspruchung passt. So gibt es beispielsweise Spiel- und Gebrauchsrasen für normal beanspruchte Rasenflächen im heimischen Garten oder Sport- und Strapazierrasen, der auch stärkerer Beanspruchung gut standhält. Bei Rasenflächen, die im Schatten liegen oder sich unter Bäumen befinden, ist ein Halbschattenrasen die richtige Wahl.
  • Aber natürlich bietet Rollrasen nicht nur Vorteile. Zu den Minuspunkten gehört vor allem der Preis, denn eine Rasenfläche aus Rollrasen verursacht in aller Regel höhere Anschaffungskosten als eine herkömmlich aus Samen angelegte Rasenfläche. Hinzu kommt, dass Rollrasen in den ersten Wochen sehr gut gewässert werden muss, damit er optimal anwächst.

Das ausgiebige Wässern kann sich als weiterer, unangenehm hoher Kostenfaktor bemerkbar machen. Viele weitere nützliche Informationen und Tipps rund um den Rollrasen sind hier zu sehen:

 

Rollrasen verlegen – so geht es richtig

Trotz der höheren Kosten ist ein Rollrasen dann die richtige Wahl, wenn sich der Gartenbesitzer eine satte, kräftige und unkrautfreie Rasenfläche wünscht, die er schon nach wenigen Tagen nutzen kann. Um den einen oder anderen Euro einzusparen, kann der Gartenbesitzer außerdem seinen Rollrasen selber verlegen. Dies sollte auch einem Laien nicht sonderlich schwer fallen und ist recht schnell erledigt. Das Verlegen von Rollrasen gliedert sich dabei im Wesentlichen in folgende drei Arbeitsschritte:

1. Die vorbereitenden Arbeiten

Ist auf der Fläche bereits alter Rasen vorhanden, sollte dieser zuerst abgetragen und der Boden anschließend großzügig umgegraben werden. Zudem werden Steine, altes Wurzelwerk und Unkraut sorgfältig entfernt. Um sicherzustellen, dass sich der Rasen wohlfühlen und gut gedeihen wird, kann es notwendig sein, den vorhandenen Boden anzureichern. Bei einem sehr sandigen und recht lockeren Untergrund ist es ratsam, nährstoffreichen Mutterboden oder Humus einzuarbeiten. Ist der Untergrund hingegen lehmig und fest, sollte er mit Sand aufgelockert werden. Als grobe Richtlinie dabei gilt, dass pro 10m² Fläche etwa 1m³ Sand eingearbeitet werden sollten.

Der nächste Schritt besteht nun darin, die Fläche für das eigentliche Verlegen vorzubereiten. Hierfür wird der Boden zuerst gewalzt und anschließend mit einer Harke wieder etwas aufgelockert. Wichtig dabei ist, dass eine möglichst ebene Fläche geschaffen wird, damit sich der Rollrasen schnell und sicher mit dem Untergrund verbinden kann.

 

2. Das Verlegen vom Rollrasen

Im Idealfall sollte Rollrasen nicht lange gelagert, sondern möglichst schnell nach der Anlieferung verlegt werden. Sollte es notwendig sein, den Rollrasen mehrere Stunden lang zu lagern, sollte er auf jeden Fall an einem kühlen und schattigen Ort zwischengelagert werden. Sinnvoll kann außerdem sein, die einzelnen Soden nebeneinander zu legen und ein wenig auszurollen. Durch das Nebeneinanderlegen werden die unteren Soden nicht durch die oberen Soden zerdrückt, das Ausrollen verhindert einen möglichen Hitzestau und eine eventuelle Gärung.

Verlegt wird Rollrasen immer auf erdfeuchtem Untergrund. Daher wird der Boden unmittelbar vor dem Verlegen angefeuchtet. Dann wird der Rollrasen Bahn für Bahn ausgerollt und Naht an Naht verlegt. Die Nahtstellen sollten sich jedoch nicht alle auf gleicher Höhe befinden, sondern die einzelnen Bahnen sollten immer ein wenig versetzt verlegt werden. Ist der gesamte Rollrasen verlegt, wird die Rasenfläche sorgfältig gewalzt und anschließend eine gute halbe Stunde lang ausgiebig gewässert.

 

3. Die Nachbehandlung und Pflege

In den ersten Wochen nach dem Verlegen muss der Rollrasen gründlich gewässert werden, bis er gut mit dem Boden verwurzelt ist. Danach reicht es normalerweise aus, den Rasen ein- bis zweimal pro Woche zu wässern. Übrigens ist es insgesamt besser, die Rasenfläche seltener, aber dafür dann ausgiebig zu wässern. Wenn der Rollrasen etwa 7cm hoch ist, wird er zum ersten Mal gemäht. Anschließend sollte der Rasen je nach Jahreszeit ein- bis zweimal pro Woche gemäht und dabei auf rund 4 bis 4,5cm zurückgeschnitten werden. Ist der Rasen schnell gewachsen, was beispielsweise zwischen April und Juni häufig der Fall ist, sollte er besser in zwei Durchgängen gemäht werden. Wird er nämlich beim Mähen um mehr als 3cm gekürzt, kann dies dazu führen, dass der Rasen verbrennt. Ein bis zwei mal pro Jahr wird die Rasenfläche außerdem vertikutiert. Hierbei werden im Prinzip kleine Löcher in den Boden gestochen, die den Untergrund auflockern und dafür sorgen, dass die Rasenwurzeln atmen können und mit neuen Nährstoffen versorgt werden.