Kabel verlegen – so macht’s der Profi

Für das feste Verlegen von Kabeln gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, denn die Leitungen können entweder auf dem Putz oder unter und im Putz verlegt werden. Für beide Varianten gilt jedoch, dass etliche Vorschriften beachtet und eingehalten werden müssen. Um keine Risiken einzugehen und mögliche Gefahrenquellen zu vermeiden, sollte der Heimwerker daher immer auf die Unterstützung eines erfahrenen Elektrikers zurückgreifen.

Grundsätzliches zum Verlegen von Kabeln vorab

Unabhängig davon, ob die Kabel auf, im oder unter dem Putz verlegt werden, gilt, dass nur solche Leitungen verwendet werden dürfen, die geprüft und zugelassen sind. Zudem müssen die Leitungen für den jeweiligen Bereich und den Verwendungszweck geeignet sein. Leitungen, die an Wänden verlegt werden, müssen senkrecht oder waagerecht verlaufen. Nur an Decken ist auch ein diagonaler Verlauf zulässig. Außerdem müssen die Leitungen so verlegt werden, dass sie parallel zur Decke, dem Boden oder den Raumecken verlaufen. Sofern Richtungsänderungen notwendig sind, müssen diese im rechten Winkel realisiert werden.

 

Kabel unter dem Putz verlegen – so macht’s der Profi

cable-248126_640Der große Pluspunkt bei der Unterputzverlegung besteht darin, dass die Installationen nicht sichtbar sind. Vor allem bei einer nachträglichen Verlegung ergibt sich aber ein höherer Arbeitsaufwand als bei einer Verlegung auf dem Putz, denn damit die Kabel verlegt werden können, müssen zunächst entsprechende Kanäle aus der Wand gefräst werden. Soll eine bestehende Installation erweitert oder eine neue Leitung gelegt werden, muss außerdem bekannt sein, wo sich die bereits vorhandenen Verteiler- oder Auslassdosen befinden. Das neue Kabel wird nämlich immer von einer Verteiler- oder Auslassdose aus zur geplanten Steckdose oder zum neuen Schalter verlegt. Für Installationen im Hausbereich werden in den meisten Fällen die Leitungsarten NYM oder NYIF verwendet, die beide mit verschiedenen Aderanzahlen erhältlich sind. Wird die Leitung NYIF verlegt, muss die darüberliegende Putzschicht mindestens 1cm dick sein und das Kabel darf nicht über brennbarem Material verlaufen. Wird das Kabel ganz oder teilweise über beispielsweise Holz verlegt oder werden nach dem Verlegen Gipskartonplatten auf die Wand geschraubt oder genagelt, muss anstelle von NYIF auf NYM zurückgegriffen werden. Das Verlegen selbst beginnt mit dem Ausstemmen der benötigten Leitungskanäle. Diese können entweder mithilfe von Meißel und Fäustel aus der Wand herausgestemmt oder mit einem Winkelschleifer oder einem Nutfräser aus der Wand gefräst werden. Die Kabel werden anschließend in die Kanäle eingelegt und entweder mit Gips oder mit Stegleitungsnägeln fixiert.

Und so sieht es beispielsweise aus, wenn die neuen Kabel verlegt sind:

 

Kabel auf dem Putz verlegen – so wird’s gemacht

Im Unterschied zu einer Unterputzverlegung gestaltet sich das Verlegen der Kabel auf dem Putz meist weniger arbeitsaufwändig und auch Schmutz und Staub halten sich in Grenzen. Kleinerer Nachteil ist jedoch, dass die Installationen sichtbar bleiben. Für Kabel, die auf dem Putz verlegt werden, kommen im Hausbereich meist die Mantelleitungen NYM-J zur Anwendung. Diese sind mit unterschiedlichen Leiterquerschnitten und mit verschieden vielen Adern erhältlich. Die einfachste Variante zur Befestigung der Kabel besteht darin, die Leitungen mithilfe von Nagelschellen fixieren. Da dies allerdings optisch nicht ganz so schön aussieht, werden die Kabel vor allem im Wohnbereich häufiger in Kabelkanälen oder in Rohren verlegt. Kabelkanäle können mehrere Kabel aufnehmen und bieten sich in erster Linie an, wenn viele Kabel über eine längere Strecke parallel zueinander verlaufen. In diesem Fall können alle diese Kabel nämlich in einen Kabelkanal eingelegt werden. Eine Alternative dazu wäre, die Kabel durch ein Kunststoffrohr zu führen. Auch Kunststoffrohre sind in unterschiedlichen Durchmessern erhältlich und können so mehrere Leitungen aufnehmen. Für die Montage werden die Kunststoffrohre mithilfe von Muffen miteinander verbunden, Richtungsänderungen werden mittels aufsteckbaren 90°-Bögen realisiert und für die Befestigung an der Wand kommen Schellen zum Einsatz.