Longboard selber bauen

Klar ist es möglich, in einen Laden zu gehen und sich sein Board dort zu kaufen. Noch cooler ist es aber, mit einem selbstgebauten Longboard durch die Gegend zu rollen. Immerhin ist so ein Board ein echtes Unikat. Und wie der Selbstbau funktioniert, erklärt diese Anleitung!

Was ist ein Longboard überhaupt?

Ein Longboard ist im Prinzip ein normales Skateboard in größerer Ausführung. Das heißt, ein Longboard ist zum einen deutlich länger. Typische Längen bewegen sich zwischen 90 und 150 cm. Zum anderen hat ein Longboard breitere Achsen und größere sowie weichere Rollen. Hergestellt wird ein Longboard aus dünnen, aufeinander geleimten Spanplatten. Für die nötige Stabilität sorgen mehrere Lagen Glasfasergewebe, für eine saubere Oberfläche wird Mylarfolie aufgeklebt.

 

Ein Longboard selber bauen – die benötigten Materialien

  • 2 Birkensperrholzplatten, 1200 x 600 x 3 mm
  • Holzleim
  • 1 Rolle Glasfasergewebe
  • Epoxydharz und Härter
  • 1 Rolle Mylarfolie
  • Trennspray
  • Farben, Pinsel, Bleistift, wasserfeste Stifte und Haarspray
  • Griptape
  • Schlossschrauben (M5 x 35), Muttern und Unterlegscheiben
  • 2 Achsen, 4 Spacer, 8 Kugellager, 4 Rollen

An Werkzeugen werden eine Stichsäge mit feinen Sägeblättern, Schleifpapier, eine Schere, ein Teppichmesser, Schraubzwingen, der Akku-Schrauber und eine Gummiwalze (oder etwas Ähnliches zum Ausstreichen der Folie) benötigt.

 

Ein Longboard selber bauen – so wird’s gemacht

1. Schritt: die Spanplatten verleimen

Als erstes müssen die beiden Spanplatten in der Mitte durchgesägt werden. Für das Longboard werden nämlich vier 1200 x 300 mm große Platten benötigt. Viele Baumärkte haben einen Zuschnittservice, so dass die Platten schon beim Kauf auf das benötigte Format gebracht werden können. Falls nicht, muss der Heimwerker eben selbst zur Säge greifen. Nach dem Zuschnitt werden die vier Spanplatten miteinander verleimt. Dazu werden die Platten großzügig mit Holzleim bestrichen und aufeinandergesetzt. Die Plattenseiten, die aufeinanderliegen (also z.B. die Oberseite der untersten Platte und die Unterseite der zweiten Platte), sollten beidseitig mit Holzleim eingestrichen sein. Generell sollte mit dem Holzleim lieber zu großzügig als zu sparsam umgegangen werden. Dickere Holzleimschichten brauchen zwar länger zum Trocknen, dafür hält die Klebung aber auch besser.

Dann müssen die verleimten Holzplatten durchtrocknen. Gleichzeitig wird dabei die Wölbung des Boards angelegt. Dafür werden die Holzplatten rechts und links mit Holzklötzen oder ähnlichen Gegenständen unterlegt. Die Höhe dieser Gegenstände sollte ungefähr 2 bis 2,5 cm betragen. Anschließend werden die Holzplatten mit Gewichten beschwert. In dieser Position sollten die Bretter etwa einen Tag lang verbleiben.

Longboard selber bauen - die Spanplatten verleimen

 

2. Schritt: das Board aussägen und gestalten

Hat der Holzleim abgebunden, wird das Board ausgeschnitten. Dafür wird die gewünschte Form auf die Holzplatten aufgezeichnet und anschließend mit der Stichsäge ausgeschnitten. Für den Zuschnitt sollte ein Sägeblatt mit sehr feiner Zahnung verwendet werden. Mit einem gröberen Sägeblatt lassen sich Rundungen zwar besser aussägen, dafür franst das Holz aber auch viel stärker aus. Die ausgefransten Kanten bleiben trotz Nachbehandlung sichtbar. Deshalb ist ein feines Sägeblatt die bessere Wahl.

Sollte sich nach dem Zuschnitt herausstellen, dass die Verklebung nicht überall optimal ist, sollten diese Stellen noch einmal mit Holzleim nachgearbeitet werden. Wenn der Holzleim abgebunden hat, werden die Schnittkanten mit Schleifpapier in Form gebracht und geglättet. Müssen größere Schnittfehler kaschiert werden, kann auch zur Feile gegriffen werden.

Jetzt geht es mit dem Gestalten des Boards weiter. Die Motive, die das Board auf der Ober- und der Unterseite bekommen soll, werden am besten zuerst mit Bleistift aufgezeichnet. Alternativ kann eine Vorlage ausgedruckt, zugeschnitten und als Schablone auf das Board aufgelegt werden. Zum Ausmalen können Farbe und Pinsel und/oder wasserfeste Stifte verwendet werden. Ist die Bemalung fertig, wird sie mit Haarspray fixiert.

Longboard selber bauen - das Board aussägen und gestalten

 

3. Schritt: das Board beschichten

Um das Board zu verstärken, wird das Glasfasergewebe aufgebracht. Je nach Größe des Boards und Gewicht des Fahrers sollten drei bis vier Lagen Glasfasergewebe aufgebracht werden. Um die Beschichtung aufzubringen, werden zuerst die Bahnen Glasfasergewebe von der Rolle abgeschnitten. Diese Bahnen sollten recht großzügig bemessen sein, denn beim Verkleben zieht sich das Gewebe zusammen. Auf das Glasfasergewebe wird Mylarfolie aufgeklebt. Sie sorgt für eine saubere Oberfläche. Diese Folie wird so zugeschnitten, dass sie rundherum etwa 10 cm größer ist als das Board. Die Mylarfolie wird großzügig mit Trennspray eingesprüht und muss dann trocknen. Der letzte Schritt vor dem Bekleben des Boards besteht darin, das Epoxydharz mit dem Härter zu mischen. Das genaue Mischungsverhältnis ist auf der Verpackung angegeben.

  • Dann kann das Beschichten beginnen. Dafür wird eine großzügige Schicht der Epoxydharz-Härter-Mischung auf die Unterseite des Boards aufgetragen. Auf diese Schicht wird die erste Bahn Glasfasergewebe aufgelegt und mittels Pinsel mit der Epoxydharz-Härter-Mischung getränkt. Beim Verarbeiten zieht sich das Glasfasergewebe ziemlich zusammen. Deshalb ist es gut, wenn ein Helfer zur Stelle ist und mithilft, das Gewebe wieder auseinanderzuziehen. Das Ganze wird nun wiederholt, bis die drei oder vier Lagen Glasfasergewebe aufgebracht sind.
  • Auf das Glasfasergewebe wird dann die inzwischen trockene Mylarfolie aufgelegt. Die vorher mit Trennspray beschichtete Seite kommt dabei nach unten. Die Folie muss sehr sorgfältig angedrückt und glattgestrichen werden. Andernfalls bleiben Knitterfalten und unschöne Luftblasen zurück. Um die Folie auszustreichen, bietet sich eine Gummiwalze oder ein ähnliches Hilfsmittel an.
  • Es kann sein, dass die Wölbung des Boards durch die Bearbeitung abgenommen hat oder fast verschwunden ist. In diesem Fall wird das Board erneut mit Holzklötzen unterlegt und Gewichten beschwert. Ansonsten wird das Board mit Schraubzwingen fixiert. Nun müssen Gewebe, Folie und Epoxydharz komplett durchtrocknen. Das dauert gute 24 Stunden. Ratsam ist übrigens, das Board zum Trocknen auf Böcken abzulegen. Dadurch sammelt sich kein überschüssiger Kleber unter dem Board an, der später dann mühsam wieder abgeschliffen werden müsste.
  • Ist das Board auf der Unterseite durchgetrocknet, werden die überstehenden Gewebereste mit dem Teppichmesser abgeschnitten. Anschließend wird die ganze Beschichtungsprozedur auf der Oberseite des Boards wiederholt.

 

4. Schritt: das Board fertig stellen

Sind Unter- und Oberseite des Boards fertig beschichtet und durchgetrocknet, werden die Kanten mit Schleifpapier nachgearbeitet. Anschließend wird das Griptape aufgeklebt. Danach werden die Löcher für die Achsen in das Board gebohrt. Zum Schluss müssen nur noch die Achsen samt Zubehör festgeschraubt werden und danach wird es auch schon Zeit für die erste Probefahrt.