Rollstuhlgerechter Bodenbelag für innen und außen

Bei einem Bodenbelag geht es nicht nur um den praktischen Nutzen, sondern auch um den Komfort und die Optik. Deine Wohnung ist schließlich Dein ganz persönlicher Raum, den Du individuell für Dich einrichtest, in dem Du Dich wohlfühlst und in den Du Dich gerne zurückziehst. Und bloß weil Du ein Handicap hast, heißt das noch lange nicht, dass Du wie in einem Krankenhaus oder einer Reha-Klinik wohnen musst. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, an die Du denken solltest, wenn Du einen Bodenbelag auswählst.

 

Ein rollstuhlgerechter Bodenbelag – Was heißt das eigentlich?

rollstuhlgerechter BodenbelagDen einen, einzigen Bodenbelag, der alle für Rollifahrer und gehbehinderten Menschen optimal geeignet ist, gibt es nicht. Denn an einen Bodenbelag können ganz unterschiedliche Anforderungen gestellt werden. Wenn Du eine Gehbehinderung hast, wird für Dich sehr wichtig sein, dass der Bodenbelag möglichst rutschsicher ist. Hast Du nicht allzu viel Kraft, brauchst Du einen Bodenbelag mit eher geringem Rollwiderstand. Sonst wird es schnell zu anstrengend. Vielleicht setzt Du Dich gerne auf den Fußboden, wenn Du es Dir beispielsweise so richtig gemütlich machen oder mit Deinen Kindern spielen willst. Dann wirst Du einen Bodenbelag vorziehen, der weich und warm ist oder mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden kann. Bist Du mit einem elektrischen Rollstuhl oder mit Deinem Straßenrollstuhl auch in den Wohnräumen unterwegs, sollte Dein Bodenbelag robust, strapazierfähig und besonders leicht zu reinigen sein. Wie Du schon an diesen wenigen Beispielen siehst, hängt der ideale Bodenbelag von Deinen Bedürfnissen ab. Und dann kommt natürlich noch Dein eigener Geschmack dazu.
Deinen Privatbereich kannst Du letztlich so gestalten, wie es Dir am besten gefällt und Deinen Anforderungen am ehesten entspricht. Allerdings gibt es durchaus Normen. Diese Normen beziehen sich auf barrierefreie Wohnräume und öffentliche Einrichtungen. Barrierefrei heißt, dass jeder die Räume oder Anlagen selbstständig und weitgehend ohne fremde Hilfe nutzen kann. Egal welche Art von Handicap er hat. Die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern werden also genauso berücksichtigt wie jene von beispielsweise sehbehinderten Menschen oder Personen in fortgeschrittenem Alter. Bei den Normen handelt es sich um die DIN-Normen 18024 und 18040. Nach diesen Normen sind die wichtigsten Anforderungen an barrierefreie, behindertengerechte Bodenbeläge folgende:

  • Die Bodenbeläge müssen bei jeder Witterung leicht, erschütterungsarm und gefahrlos begangen und befahren werden können. Leicht begeh- und befahrbar bedeutet, dass es sich um feste Bodenbeläge handeln muss. Der Rollstuhl, der Rollator oder die Krücken dürfen keine Rillen oder Dellen hinterlassen. Erschütterungsarm heißt, dass die Oberfläche eben sein muss. Absätze dürfen in Innenräumen maximal 1,5mm, im Außenbereich höchstens 4mm hoch sein. Handelt es sich um gepflasterte Wege, beträgt die maximal zulässige Fugenbreite 2cm. Eine gefahrlose Begeh- und Befahrbarkeit bezieht sich auf mögliche Löcher, Mulden und andere Gefahrenquellen. So sollte es keine Stolperfallen geben, die Sicht sollte nicht behindert sein und es muss für eine ausreichende Rutschhemmung gesorgt werden.
  • Die Bodenbeläge müssen reflexionsarm sein. Deshalb sollten Bodenbeläge mit glatten und glänzenden Oberflächen vermieden werden.
  • Die Bodenbeläge müssen rutschhemmend sein. Dafür ist in Bereichen, in denen die geringsten Anforderungen gelten, mindestens eine Rauigkeit von R 9 vorgeschrieben. Zu diesen Bereichen gehören beispielsweise Eingangsbereiche, Aufenthaltsräume und Innentreppen. In allen anderen Bereichen und vor allem in Nassbereichen müssen Bodenbeläge mit einer Rauigkeit ab R 10 aufwärts verlegt werden.
  • Die Bodenbeläge müssen rollstuhlgeeignet sein. Bei elastischen und textilen Bodenbelägen verwenden die Hersteller statt rollstuhlgeeignet meist die Bezeichnung stuhlrollengeeignet. Diese Angabe bezieht sich dann zwar auf Büro- und Schreibtischstühle, wird aber auch den Anforderungen von Rollstühlen gerecht.
  • Die Bodenbeläge müssen fest verlegt sein. Fest verlegt heißt, dass der Bodenbelag vollflächig mit dem Untergrund verklebt ist. Dadurch wird verhindert, dass er verrutscht oder Wellen bildet.
  • Die Bodenbeläge dürfen sich nicht elektrostatisch aufladen. Ist dies bei einem Bodenbelag nicht oder nicht ausreichend sichergestellt, muss er leitfähig verlegt und geerdet oder nachträglich beschichtet und versiegelt werden.
  • Der Boden darf ein Längsgefälle von höchstens 3 Prozent haben. Auf Flächen wie beispielsweise Podesten muss die Längsneigung unter 3 Prozent bleiben. Über eine Gesamtlänge von 10 Metern darf das Längsgefälle nicht mehr als 6 Prozent betragen. Als Quergefälle sind höchstens 2,5 Prozent zulässig.

 

Ein rollstuhlgerechter Bodenbelag für innen

Geeignete Bodenbeläge für InnenräumeDie Vorgaben aus den DIN-Normen, die im öffentlichen Bereich eingehalten werden müssen, brauchst Du in Deinen privaten Wohnräumen nicht unbedingt umzusetzen. Aber es ist durchaus sinnvoll, wenn Du Dich an den Anforderungen orientierst. Denn auch in Deiner Wohnung kann Dir ein ungeeigneter Bodenbelag das Leben unnötig schwer machen. Und vor allem kann es für Dich gefährlich werden. So lauern dann Gefahren, wenn der Bodenbelag schlecht verlegt ist oder sich im Laufe der Zeit Wellen, abstehende Kanten und andere Stolperfallen bilden. Oder wenn der Boden rutschig wird, wenn er mit Feuchtigkeit und Nässe in Berührung kommt. Dieses Risiko besteht hauptsächlich im Badezimmer, in der Küche, im Eingangsbereich und rund um die Treppe. Kritische Bereiche sind aber auch überall dort gegeben, wo Du Dich aufrichtest und aufstehst, also beispielsweise auf der Toilette, vor dem Bett oder vor der Couch. Aber keine Sorge! Die Auswahl an Bodenbelägen, die zu Deinen Bedürfnissen passen, rollstuhlgeeignet sind und gut aussehen, ist riesig. Letztlich ist nämlich jeder Bodenbelag geeignet, der folgende Kriterien erfüllt:

Ein rollstuhlgeeigneter Bodenbelag im Innenbereich muss fest verlegt und reflexionsarm sein, eine ebene und rutschhemmende Oberfläche haben und darf sich nicht elektrostatisch aufladen.

Diesen Anforderungen wiederum werden sehr viele Bodenbeläge gerecht. Im folgenden Abschnitt findest Du eine Tabelle mit geeigneten Bodenbelägen für Rollifahrer. Im Abschnitt darunter nennen wir Dir Bodenbeläge, die weniger gut geeignet sind.

 

Geeignete Bodenbeläge für Innenräume

Holzböden sind recht robust und laden sich nicht statisch auf. Der Rollwiderstand ist vergleichsweise gering und Holzböden gelten als fußwarm. Hinzu kommt die sehr schöne und edle Optik im Naturlook. Allerdings hat Holz einen Nachteil: es arbeitet. Ändern sich die Feuchtigkeitsverhältnisse im Raum, quillt das Holz deshalb auf oder zieht sich zusammen. Wie abriebfest ein Holzboden ist, hängt von der verwendeten Holzart und der Oberflächenbehandlung ab. Grundsätzlich ist ein Parkett- oder Dielenboden aber rollstuhlgeeignet. Du solltest lediglich auf eine Oberflächenbehandlung mit Hochglanzlack verzichten.
Laminat besteht aus Holzwerkstoffen, die auf Trägerplatten aufgezogen und beschichtet sind. Hochwertiges Laminat kennzeichnet sich durch eine hohe Druck- und Stoßfestigkeit. Zudem ist Laminat recht robust, neigt wenig zu Kratzern und lässt sich gut reinigen. Für den Wohnbereich gibt es die Nutzungsklassen NK 21 bis 23, im gewerblichen Bereich werden die Nutzungsklassen 31 bis 33 verwendet. Der Abriebwiderstand wird durch die Abnutzungsklassen A1 bis A5 angegeben. Damit Du lange Freude an Deinem Laminat hast, solltest Du auf eine gute Qualität achten und Dich für eine hohe Nutzungsklasse entscheiden.
Fliesen sind unempfindlich, leicht zu reinigen und mit dem Rollstuhl sehr gut befahrbar. Damit der Boden nicht zu rutschig wird, solltest Du Dich aber für Fliesen mit einer rauen Oberfläche entscheiden. Empfehlenswert sind raue Fliesen der Klasse R 9 für den Wohnbereich. Im Badezimmer, in der Küche und in anderen Bereichen, in denen es feucht oder nass werden kann, solltest Du sogar zu rauen Fliesen der Klasse 10 oder 11 greifen. Mittlerweile gibt es auch Fliesen, die speziell für barrierefreie Wohnungen konzipiert wurden. Fliesen sind in unzähligen Farben erhältlich. Dadurch kannst Du verschiedene Bereiche optisch voneinander abtrennen oder Zierfliesen als Orientierungshilfen einbauen. Insgesamt solltest Du außerdem kleinere Fliesen großen Platten vorziehen. Bei kleineren Fliesen entstehen nämlich automatisch mehr Fugen, was dann auch die Rutschsicherheit erhöht. Zudem solltest Du Dich für eher helle Fliesen mit einer matten Oberfläche entscheiden.
Steinböden bestehen beispielsweise aus Granit, Marmor oder Schiefer. Außerdem gibt es die sogenannten Kunststeinböden. Bei diesen Böden werden Natursteine zerkleinert und anschließend mit Bindemitteln wieder zu Fliesen oder Platten verarbeitet. Ein Natursteinboden sieht sehr schön aus, ist gut zu reinigen und kommt hervorragend mit Druck und großen Beanspruchungen zurecht. Allerdings musst Du wie auch bei Keramikfliesen auf eine rutschhemmend ausgeführte Oberfläche achten. Der große Minuspunkt bei Natursteinböden ist, dass sie eher kalt sind und sich auch nur langsam erwärmen. Hinzu kommt der recht hohe Preis.
PVC-Beläge eignen sich für alle Innenräume. Im Wohn- oder Schlafzimmer machen sie eine genauso gute Figur wie in der Küche, im Bad oder im Eingangsbereich. PVC ist robust, pflegeleicht und angenehm weich. Außerdem ist ein solcher Bodenbelag schalldämmend, trittelastisch und gilt als fußwarm. Rutschhemmend ausgerüstet, eignet sich PVC hervorragend für eine barrierefreie Wohnung.
Linoleum wird aus Leinöl und Holzmehl oder Kork hergestellt und auf eine Trägerschicht aus Jute aufgezogen. Linoleum ist antistatisch, strapazierfähig, weich und angenehm warm. Beim Verlegen wird Linoleum vollflächig mit dem Untergrund verklebt und es gibt praktisch keine Fugen. Kleinerer Minuspunkt mit Blick auf die Rollstuhltauglichkeit ist aber, dass Linoleum meist nur rutschhemmend bis zur Klasse R 9 angeboten wird.
Elastomerbeläge sind Gummibeläge, die hauptsächlich aus Kautschuk bestehen. Durch die Verwendung verschiedener Kautschuke können Bodenbeläge für nahezu jeden Einssatzbereich und Verwendungszweck hergestellt werden. Bodenbeläge aus Kautschuk sind strapazierfähig, dauerelastisch, schalldämmend und angenehm weich. Durch kleine Noppen auf der Oberfläche bieten die Bodenbeläge außerdem ein Plus an Sicherheit beim Befahren.
Teppich ist grundsätzlich auch geeignet. Allerdings muss Teppich vollflächig mit einem antistatischen Kleber verklebt werden. Außerdem sollte der Teppichboden nur ein sehr niedriges Flor haben. Bei der Auswahl solltest Du darauf achten, dass der Bodenbelag als „stuhlrollengeeignet“ gekennzeichnet ist. Dann kannst Du ihn auch mit dem Rollstuhl gut befahren. Der große Vorteil von Teppich ist sicher, dass er schön warm ist und Gemütlichkeit ausstrahlt. Nachteilig ist aber, dass sich Teppich nicht ganz so gut reinigen lässt.

Generell ist wichtig, dass der Bodenbelag strapazierfähig ist und sich gut reinigen lässt. Denn ein Rollstuhl fordert den Boden, beispielsweise wenn Du Dich auf der Stelle drehst. Hast Du nur einen Rollstuhl, mit dem Du in der Wohnung und auf der Straße unterwegs bist, wirst Du einen Boden zu schätzen wissen, der sich gut und einfach reinigen lässt. Je nach Erkrankung wirst Du vielleicht sogar einen Bodenbelag brauchen, der mit Desinfektionsmitteln und anderer Chemie zurechtkommt. Aber: Für welchen Bodenbelag Du Dich am Ende entscheidest, hängt von Deinen Bedürfnissen, Deinem Geschmack und Deinen persönlichen Vorlieben ab. Es gibt kaum Bodenbeläge, die sich überhaupt nicht mit einem Rollstuhl oder einem Rollator vertragen. Zudem besteht bei sehr vielen Belägen die Möglichkeit, nachträglich eine Folie oder eine Beschichtung aufzutragen, um so die Nutzbarkeit, die Rutschfestigkeit und damit die Sicherheit zu erhöhen. Ein ganz wichtiges Kriterium ist und bleibt schließlich der Wohlfühl-Faktor. Auch der schönste Fliesen-. Naturstein- oder PVC-Boden bringt nichts, wenn Du Dich damit nicht anfreunden kannst und eben lieber einen Holzboden hättest.

Extra-Tipp: Damit Du ausprobieren kannst, wie gut Du auf dem Boden zurechtkommst, solltest Du Dich in einem Fachgeschäft umsehen. Hier sind oft Musterflächen verlegt, die Du zu Testzwecken befahren kannst.

 

Ungeeignete Bodenbeläge für Innenräume

Eigentlich gibt es nur sehr wenige Bodenbeläge, die überhaupt nicht rollstuhlgeeignet sind. Zu diesen Bodenbelägen gehören solche, die

  • extrem weich sind,
  • hohe Fasern oder lange Schlingen haben,
  • sehr glatt oder rutschig sind,
  • stark reflektieren,
  • hohe Noppen haben,
  • nur lose aufliegen.

Auf hochflorige Teppiche, Bodenbeläge aus Sisal oder Kokos und auf Fußmatten, Läufer und Brücken, die einfach nur zur Zierde irgendwo herumliegen, solltest Du also besser verzichten. Auch glatt polierte Fliesen- und Steinböden oder hochglänzende Holzböden sind keine gute Wahl.

Aber: Am Ende kannst Du nur für Dich selbst herausfinden, mit welchem Boden Du gut zurechtkommst. Ein rutschsicherer Bodenbelag beispielsweise ist einerseits natürlich hilfreich. Andererseits führen hohe Anti-Rutsch-Eigenschaften meistens auch zu einem höheren Rollwiderstand. Damit kann es für Dich schwierig und anstrengend werden, den Boden zu befahren.

 

Ein rollstuhlgerechter Bodenbelag für außen

An einen Bodenbelag im Außenbereich werden andere Anforderungen gestellt als an den Bodenbelag in den Innenräumen. Zwar muss auch der Bodenbelag im Außenbereich rutschsicher, robust und bei jedem Wetter leicht zu befahren und zu begehen sein. Zusätzlich dazu muss der Bodenbelag aber auch der Witterung standhalten. Und er sollte weder zu hell noch zu dunkel sein. Ein sehr heller Belag würde das Licht zu sehr reflektieren und Dich deshalb stark blenden. Auf einem sehr dunklen Boden wird es schwierig, Dich in der Dämmerung und in der Dunkelheit zu orientieren. Eine Kante, eine Schwelle, eine Mulde oder ein Loch könnten so schnell zur Gefahrenquelle werden und schlimmstenfalls zu einem Sturz führen.
Ähnlich wie bei den Bodenbelägen für Innenräume ist aber auch die Auswahl bei den rollstuhlgerechten Bodenbelägen für den Außenbereich sehr groß. Als Faustregel gilt:

Ein rollstuhlgerechter Bodenbelag für den Außenbereich muss leicht, erschütterungsarm und gefahrlos begeh- und befahrbar sein, auch wenn die Witterung ungünstig ist. Er sollte fest sein, eine ebene Oberfläche haben und keine Gefahrenquellen bergen.

Diesen Anforderungen werden verschiedene Bodenbeläge gerecht. In der folgenden Tabelle findest Du Beispiele für geeignete Bodenbeläge.

 

Geeignete Bodenbeläge für den Außenbereich

Elastikplatten sind rutschfest, witterungsbeständig und formstabil. Sie bestehen aus Kautschuk. Dadurch haben sie eine wärmedämmende Wirkung und mindern Geräusche. Elastikplatten sind sehr leicht zu verlegen und eignen sich hervorragend für Terrassen und Balkone. Sie werden auch unter der Bezeichnung Fallschutzmatten angeboten.
Beton kann flächig oder in Form von Platten verlegt werden. Beton ist unempfindlich gegenüber Hitze und Kälte, strapazierfähig und gut sauber zu halten. Die Oberfläche ist griffig und daher für das Befahren mit dem Rollstuhl bestens geeignet. Mittlerweile müssen Flächen, auf denen Beton oder Betonplatten verlegt wurden, auch nicht mehr nur die typisch graue Farbe haben. Stattdessen ist Beton durch die Zugabe von Farbpigmenten in unterschiedlichen Farben erhältlich. Dadurch können verschiedene Muster und Dekore entstehen, die toll aussehen und Dir bei der Orientierung helfen. Verschiedene Beschichtungen, beispielsweise mit Teflon, sorgen für eine hohe Rutschfestigkeit.
Asphalt weist ähnliche Eigenschaften auf wie Beton.
Naturstein ist robust, strapazierfähig und kommt gut mit der Witterung zurecht. Die natürlichen Farben sorgen für eine lebendige und ansprechende Optik. Gleichzeitig können Dir Muster mit Farbkontrasten als Orientierungshilfe dienen. Damit die Sicherheit auch bei Regen und Schnee gegeben ist, musst Du beim Einkauf aber darauf achten, dass die Natursteinplatten eine rutschfeste Oberfläche haben. Für Wege und größere Flächen bieten sich großformatige Natur- oder Kunststeinplatten an. Für interessante Akzente können kleine Mosaiksteine sorgen. Im Eingangsbereich sind kleine Platten eine gute Wahl.
Pflaster ist leicht und erschütterungsarm begeh- und befahrbar. Durch die Fugen zwischen den Pflasterziegeln oder Pflastersteinen kann Feuchtigkeit und Nässe gut ablaufen. Gleichzeitig unterstützen die Fugen die Rutschfestigkeit, während Dir verschiedene Farben und unterschiedliche Muster bei der Orientierung helfen können. Wichtig ist aber, dass Pflaster so verlegt wird, dass eine ebene Fläche mit nur minimalen Höhenunterschieden und Aufwerfungen entsteht.
Wassergebundene Decken sind beispielsweise als Gartenwege grundsätzlich in Ordnung. Allerdings muss dann eine Untergrunddrainage vorhanden sein. Zudem erfordern die Flächen und Wege regelmäßige Pflege, damit eine ebene und feste Oberfläche erhalten bleibt.

 

Ungeeignete Bodenbeläge für den Außenbereich

Nicht rollstuhlgeeignet sich Bodenbeläge im Außenbereich, die

  • nur lose verlegt sind,
  • aufgeschüttet sind,
  • rund oder absolut glatt geschliffen sind,
  • zu krummen und unebenen Flächen mit mehr als 4mm großen Absätzen führen,
  • über 2cm breite Fugen aufweisen,
  • sehr dunkel sind oder stark reflektieren.

Sand- und Schotterwege sind deshalb keine gute Wahl. Gleiches gilt für fein geschliffene Stein- und Betonplatten ohne rutschhemmende Beschichtung. Auch auf Rasengittersteine und Großpflaster solltest Du besser verzichten. Wie gut Du mit PVC- oder Holzbelägen zurechtkommst, musst Du ausprobieren. Prinzipiell sind diese Materialien zwar geeignet. Bei Feuchtigkeit kann sich aber eine seifige Oberfläche bilden, die glitschig und mitunter schwer zu befahren ist.

 

Die Anforderungen an Zugangswege und den Parkplatz

Wie breit Du Wege anlegst, wie großzügig Du Deinen Eingangsbereich gestaltest und welche Fläche Du für Deinen Parkplatz vorsiehst, kannst Du bei einem Eigenheim natürlich selbst bestimmen. Außerdem hängt es selbstverständlich auch davon ab, wie viel Platz überhaupt vorhanden ist. Sinnvoll kann es aber sein, wenn Du Dich an den geltenden Normen für barrierefreies Bauen orientierst. In Deinem Privatbereich musst Du die Vorgaben zwar nicht umsetzen. Doch als Orientierungshilfe sind sie gut geeignet. Die geltenden Normen sehen folgendes vor:

 

Gehwege

berücksichtigen zum einen den Platzbedarf als solches. Zum anderen unterscheiden sie danach, ob es im Verlauf des Weges Richtungsänderungen gibt.

  • Verläuft ein Weg gerade, sollte er mindestens 120cm breit sein.
  • Erfordert der Weg einen Richtungswechsel, sollte er mindestens 150cm breit angelegt werden. Nach spätestens 15m sollte es außerdem eine Bewegungsfläche geben. Diese Bewegungsfläche sollte mindestens 180 x 180cm groß sein. Dadurch ist sichergestellt, dass Du anderen Personen ausweichen und Dich bei Bedarf auch kurz ausruhen kannst, ohne dass der Weg versperrt ist.

 

Die Quer- und die Längsneigung

dürfen bestimmte Gefälle nicht überschreiten. Bei Wegen und Flächen ist eine feste, ebene, leicht befahrbare und rutschsichere Oberfläche Pflicht. Andererseits muss sichergestellt sein, dass Feuchtigkeit und Nässe sicher abgeleitet werden. Eine zu starke Neigung könnte aber zur Folge haben, dass Du Schwierigkeiten beim Bremsen bekommst oder seitlich abdriftest. Um eine gute Befahrbarkeit und gleichzeitig eine ordentliche Wasserabführung sicherzustellen, gilt dass

  • die Querneigung höchstens 2,5 Prozent betragen darf.
  • die Längungsneigung höchstens 3 Prozent betragen darf. Über eine Gesamtlänge von 10m ist aber ein Längsgefälle von maximal 4 Prozent zulässig.
  • das Längsgefälle über die gesamte Länge bis zu 6 Prozent betragen darf, wenn es alle 10m eine Fläche gibt, die als eine Art Zwischenpodest dient. Hat das Zwischenpodest aber eine Neigung von mehr als 3 Prozent, muss eine Rampe montiert werden.

Der Pkw-Stellplatz

sollte so groß dimensioniert sein, dass Du einerseits gut rangieren sowie ein- und ausparken kannst. Andererseits muss der Platz ausreichen, um bequem aus dem Rollstuhl ins Auto zu wechseln und umgekehrt. Deshalb sollte ein Parkplatz für einen herkömmlichen Pkw mindestens 350cm breit und 500cm lang sein. Nutzt Du einen Kleinbus, vergrößert sich die empfohlene Länge des Parkplatzes auf 750cm.

 

Der Eingangsbereich

sollte auf jeden Fall eine ausreichend große Freifläche vor der Haustür beinhalten. Außerdem sollten hier möglichst keine Schwellen oder Stufen vorhanden sein. Ist dies baulich nicht möglich, kannst Du auf eine Rampe oder eine Schwellenbrücke zurückgreifen. Sinnvoll ist außerdem, den Eingangsbereich mit entsprechenden Farben, Verlegemustern, Orientierungsstreifen oder Bodenleuchten zu gestalten. Dadurch ist gewährleistest, dass Du Dich auch bei ungünstiger Witterung sicher orientieren kannst.