WPC Terrasse Pro & Contra

Viele Hausherren möchten nicht auf eine Terrasse verzichten, denn schließlich ist sie weit mehr als nur ein praktisches Verbindungselement zwischen Haus und Außenbereich. Vielmehr ist die Terrasse ein idealer Ort für ein gemütliches Frühstück an einem Frühlingsmorgen, ein entspannendes Sonnenbad im Sommer, einen geselligen Grillabend mit Freunden oder einfach nur, um das schöne Wetter in lauschigem Ambiente zu genießen. Plant der Hausherr den Bau oder die Renovierung seiner Terrasse, stellt sich als erstes aber die Frage nach dem Material. So kann der Hausherr eine Terrasse aus Stein bauen oder auf das klassische und natürliche Material Holz zurückgreifen. Genauso kann er sich aber auch für eine Terrasse aus dem zunehmend beliebten WPC entscheiden.

Eine WPC Terrasse selber bauen – grundlegende Infos vorab

Das Kürzel WPC steht für Wood Plastic Composite und dahinter verbirgt sich ein Verbundwerkstoff, der sich aus Holz und Kunststoff zusammensetzt. Durch das Vermischen von Holzfasern mit Kunststoffen verbinden Terrassendielen aus WPC die vorteilhaften Eigenschaften der beiden Werkstoffe miteinander. Ein spezielles Bürstverfahren sorgt für eine aufgeraute Oberfläche, durch die einerseits eine natürliche Holzoptik entsteht und die andererseits für eine hohe Rutschfestigkeit sorgt. WPC-Terrassendielen sind dabei in vielen unterschiedlichen Farbtönen erhältlich. Anders als bei einer Terrasse aus massiven Holzdielen sind bei einer WPC-Terrasse aber keine Risse oder Sprünge zu befürchten. Ein weiterer großer Pluspunkt liegt darin, dass der Reinigungs- und Wertungsaufwand deutlich geringer ausfällt. So reicht es üblicherweise aus, die WPC-Terrasse regelmäßig zu fegen und zweimal pro Jahr mit warmem Wasser zu reinigen. Bei gröberen Verschmutzungen kann die Terrasse aber auch mit Seife oder einem handelsüblichen Bodenreiniger gesäubert oder mit einem Hochdruckreiniger behandelt werden. Hartnäckige Verschmutzungen lassen sich meist mit einem Terrassenreinigen auf Basis von Oxalsäure entfernen. Anders als bei massiven Holzdielen ist es jedoch nicht notwendig, die Terrassendielen aus WPC abzuschleifen und regelmäßig mit Holzschutzmitteln zu streichen. Der Werkstoff WPC weist eine sehr gute Formstabilität und eine hohe Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und anderen Witterungseinflüssen auf. Je nach Standort kann es aber trotzdem zu Veränderungen der Oberflächenfarbe kommen und eine Dauerbelastung mit Temperaturen über 60 Grad sowie starke Temperaturunterschiede können die Haltbarkeit der WPC-Terrassendielen deutlich beeinträchtigen.

 

Eine WPC Terrasse selber bauen – die größten Vor- und Nachteile

Der Bau einer Terrasse mit WPC ist prinzipiell mit dem Bau einer Holzterrasse vergleichbar. Ein Betonfundament ist nicht notwendig, sondern es reicht aus, die Profile für die Unterkonstruktion zum Schutz vor Staunässe auf Gehwegplatten oder einer vorhandenen Steinterrasse zu verlegen. Die Montage der Terrassendielen selbst richtet sich dann nach dem jeweiligen Terrassensystem, wobei alle Systeme gemeinsam haben, dass sie heimwerkerfreundlich konzipiert und verhältnismäßig einfach zu verlegen sind. So gibt es Systeme, die ähnlich wie Klicklaminat oder Klickparkett lediglich zusammengeschoben werden müssen und mithilfe von Klammern aus rostfreiem Edelstahl an der Unterkonstruktion befestigt werden. Andere Systeme basieren auf einem Nut-und-Feder-Prinzip oder werden miteinander verschraubt. Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht des Heimwerkers, der seine WPC-Terrasse selber bauen möchte, besteht darin, dass er keine besonderen Werkzeuge oder Maschinen benötigt. Genauso wie massive Holzdielen lassen sich nämlich auch die Terrassendielen aus WPC mit einer herkömmlichen Holzsäge zuschneiden und mit einer gewöhnlichen Bohrmaschine vorbohren. Und so sieht es aus, wenn eine WPC-Terrasse gebaut wird:

Allerdings hat das Material WPC nicht nur Vorteile. Zu den größten Nachteilen gehören die Kosten, die meist deutlich höher liegen als bei einer Holzterrasse. Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass es für den Laien sehr schwierig sein dürfte, die Qualität des jeweiligen Terrassensystems zu beurteilen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Herstellern, wobei die Unterschiede keineswegs nur im Preis liegen. Unterschiede gibt es beispielsweise im Hinblick auf die Zusammensetzung und während einige WPC-Terrassendielen aus 75 Prozent Holz und 25 Prozent Kunststoff bestehen, setzen sich die Dielen bei anderen Systemen zu jeweils 50 Prozent aus Holzfasern und Kunststoffen zusammen. Die Zusammensetzung, die Oberflächenstruktur und auch die Qualität der Ummantelung spielen im Hinblick auf die Witterungsbeständigkeit und die Haltbarkeit jedoch eine maßgebliche Rolle.