Wände in 4 Schritten tapezieren

Tapeten sind in unzähligen Varianten erhältlich, angefangen bei einfachen, schlichten Tapeten mit klassischen Strukturen, die auch überstrichen oder lasiert werden können, über Tapeten in allen nur erdenklichen Farben, Mustern und Designs bis hin zu Tapeten mit Oberflächen aus Textil oder verschiedenen Naturmaterialien. Die enorme Angebotspalette hält somit für jeden Geschmack, jeden Wohnstil und letztlich auch jeden Geldbeutel die richtige Tapete bereit. Hinzu kommt, dass das Tapezieren letztlich nicht allzu schwierig ist und somit auch der weniger versierte Heimwerker den sprichwörtlichen Tapetenwechsel durchaus in Eigenregie realisieren kann. Und wie es geht, erklärt die folgende Anleitung.

So tapezieren Sie Ihre Wände richtig – eine Grundanleitung

1. Die Vorbereitung

Ein Faktor, der maßgeblich über ein erfolgreiches und ansprechendes Tapezierergebnis entscheidet, ist die sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds. Grundsätzlich gilt dabei immer, dass die Wände oder Decken sauber, fettfrei, tragfähig, trocken, eben und gleichmäßig saugfähig sein müssen.

Sofern Bohr- und Dübellöcher, Risse oder auch größere Beschädigungen vorhanden sind, müssen diese als erstes ausgebessert werden. Hierfür wird die Oberfläche am besten mit einem Handfeger abgekehrt, um so lose Bestandteile zu entfernen. Untergründe, die stark saugen, werden anschließend mit einem losemittelfreien Tiefgrund oder Wasser vorgenässt. Andernfalls würde der Untergrund der Spachtelmasse zu schnell zu viel Wasser entziehen und die Folge davon könnten Risse sein. Die gebrauchsfertige Spachtelmasse wird nun direkt aus der Tube in die Löcher und auf die Risse aufgetragen und mit einem leicht angefeuchteten Spachtel glatt abgezogen. Meist reicht eine solche Behandlung aus, falls nicht, können die trockenen Stellen aber auch abgeschliffen und ein zweites Mal verspachtelt werden. Größere Löcher, Fehlstellen und Unebenheiten sollten mit einer Pulver-Spachtelmasse repariert werden. Hierfür wird die Masse wie auf der Verpackung angegeben angerührt und anschließend wie die fertige Spachtelmasse aus der Tube verarbeitet.

Um sicherzustellen, dass der Untergrund gleichmäßig trag- und saugfähig ist, kann eine Grundierung erforderlich sein. Grundsätzlich sollte immer dann grundiert werden, wenn es sich um einen verputzen Untergrund oder einen Betonuntergrund handelt, Gipskarton- oder Gipsfaserplatten tapeziert werden sollen, der Untergrund nicht saugfähig ist oder der Untergrund Farbunterschiede aufweist. Zum Grundieren wird ein sogenannter Tapeziergrund verwendet, der die Saugfähigkeit reguliert und den Untergrund festigt. Ein Tiefgrund hingegen als ist Grundierung nicht geeignet, denn er sperrt die Wand ab.

 

2. Die Tapete zuschneiden

Ist der Untergrund vorbereitet, kann das Tapezieren beginnen. Dazu muss als erstes die Tapete zugeschnitten werden. Hierfür wird die Tapete mit dem Muster nach oben auf dem Tapeziertisch ausgerollt und gut 10cm länger zugeschnitten als benötigt. Bei ansatzfreien Tapeten muss beim Zuschnitt nicht auf das Muster geachtet werden, sondern diese Tapeten können fortlaufend zugeschnitten werden. Bei Tapeten mit fortlaufendem Muster wird die zweite Tapetenbahn so auf die bereits zugeschnittene Tapete gelegt, dass die Muster exakt übereinanderliegen. Genaue Hinweise zum Zuschnitt bei solchen Tapeten sind aber auch auf dem Zettel zu finden, der der Tapete beiliegt.

 

3. Die Tapete einkleistern

Die zugeschnittenen Tapetenbahnen werden nun mit der Rückseite nach oben auf den Tapeziertisch gelegt. Anschließend wird der Tapetenkleister, der wie auf der Verpackung angegeben angerührt wurde und kurz gequollen ist, gleichmäßig und vollflächig mit einer Bürste auf die Tapete aufgetragen. Anschließend wird die eingekleisterte Tapetenbahn zusammengeklappt, indem sie von oben her zu zwei Drittel und von der Unterseite her zu einem Drittel umgeschlagen wird. Danach werden die beiden Kanten der Bahn gerade aufeinandergelegt und die Bahn vorsichtig zusammengerollt. Dadurch ist sichergestellt, dass die Tapete optimal durchweichen kann, ohne dass sie sich hochstellt oder die Kanten vorzeitig austrocknen. Wie lange es dauert, bis die Tapete durchgeweicht ist, hängt von der Stärke und der Qualität des Tapetenpapiers ab, als grobe Richtlinie gilt aber, dass die Weichzeit zwischen fünf und zehn Minuten beträgt. Die Weichzeit ist erforderlich, damit die Tapete geschmeidig wird und sich gut verarbeiten lässt. Da sich die Tapete aber auch in der Breite ausdehnt, kann eine zu lange Weichzeit Musterverschiebungen zur Folge haben. Außerdem kann es passieren, dass die Bahnen zu stark zusammenkleben und beim Öffnen reißen.

 

4. Die Tapete verkleben

Um sicherzustellen, dass die Tapete gerade verläuft, muss zumindest die erste Bahn ausgelotet oder mithilfe von Wasserwaage und Bleistift eine senkrechte Linie gezogen werden. Tapeziert wird außerdem immer mit dem Licht, beim Ansetzen der Bahnen bewegt sich der Heimwerker also vom Fenster oder der Hauptlichtquelle weg. Die erste Bahn wird nun angesetzt, indem die eingekleisterte Tapete aufgerollt und der obere, längere Umschlag aufgeklappt wird. Dann wird die Tapetenbahn entlang der markierten Linie angelegt und von oben her mit einer Tapezierbürste angedrückt. Um die Tapete fest zu verkleben und gleichzeitig Lufteinschlüsse herauszustreichen, wird die Tapete nun von der Mitte aus zu den Seiten hin mit der Tapezierbürste festgedrückt. Nach und nach wird so die gesamte Bahn verklebt. Nun müssen noch die Überstände am Boden und eventuell an der Decke entfernt werden. Hierzu wird die Schnittkante markiert, indem die Tapete entlang der Fußleiste oder dem Übergang zwischen Wand und Decke mit dem Rücken einer Schere eingedrückt wird. Die Schnittkante zeichnet sich dadurch auf der Rückseite der Tapete ab. Die Tapete kann nun etwas nach vorne gezogen, mit der Schere abgeschnitten und danach wieder fest an die Wand gedrückt werden. Alle weiteren Bahnen werden nach dem gleichen Schema verklebt, wobei wichtig ist, auch die Nähte sehr sorgfältig festzudrücken.

Übrigens sieht das Tapezieren in etwa so aus:

 

5. Die Tapete trocknen lassen

Nach dem Verkleben muss die Tapete richtig trocknen. Dies sollte bei einer Raumtemperatur zwischen 18 und 20 Grad erfolgen. Liegt die Temperatur unter 15 Grad, würde das Trocknen zu lange dauern, bei zu großer Wärme oder Zugluft wurde der Trocknungsprozess zu schnell gehen. Beides könnte zur Folge haben, dass sich die Tapete verzieht.