Treppe selber bauen – Auswahlkriterien

Unabhängig davon, ob es um einen Neubau, einen Ausbau oder einen Umbau geht, früher oder später stellt sich die Frage nach der Treppe. Schließlich ist diese unverzichtbar, um von einem Stockwerk in ein anderes Stockwerk zu gelangen. Aber die Treppe soll natürlich nicht nur praktisch, sondern gleichzeitig auch komfortabel und sicher sein, sich harmonisch in die Gesamtoptik einfügen und ins finanzielle Budget passen. Nun ist das Thema Treppe aber ein recht komplexes Thema, bei dem nicht nur die Optik und der Preis, sondern auch zahlreiche Vorschriften und Normen eine Rolle spielen. Für den Heimwerker heißt das in aller Regel, dass er seine Treppe nicht selber bauen kann. Dennoch sollte er sich mit der Thematik beschäftigen, um dann die am besten geeignete Treppe auszuwählen. Die wichtigsten Auswahlkriterien in diesem Zusammenhang werden im Folgenden erläutert.

Die Qualität und der Preis

Treppen gibt es in unzähligen Varianten, Ausführungen und Qualitäten, so dass die Auswahl mitunter gar nicht so einfach ist. Einige Beispiele für Treppen sind hier zu sehen:

Der Preis für eine Treppe ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrer Faktoren, zu denen unter anderem das verwendete Material, das Design, die Qualität, die Lebensdauer und der Aufwand bei der Planung und beim Einbau gehören. Treppen werden aus unterschiedlichen Materialien wie Stahl, Glas oder Beton gebaut, mit Abstand am häufigsten entscheiden sich Bauherren jedoch für eine Holztreppe oder eine Treppe, bei der Holz mit einem anderen Material kombiniert ist. Nun sind Treppen generell nicht billig, aber es müssen auch nicht immer unbedingt unbezahlbare Luxusobjekte sein. Wird die Treppe nicht allzu häufig genutzt und ist sie keinen großen Belastungen ausgesetzt, reicht beispielsweise ein Bausatz mit Treppenstufen aus Weichholz oder Spannplatten völlig aus. Mit einem solchen Bausatz kann der Bauherr zumindest anteilig seine Treppe selber bauen und so noch den einen oder anderen Euro einsparen. Allerdings sind solche Treppen empfindlich gegenüber Kratzern und anderen Beschädigungen. Aus diesem Grund sind Treppenstufen aus massivem Hartholz bei Treppen, die häufig genutzt werden und lange halten sollen, die bessere Wahl. Solche Treppen können dann übrigens auch mehrfach abgeschliffen und überarbeitet werden. Neben dem Material sollte der Bauherr aber auch darauf achten, welche Leistungen im Preis enthalten sind. Wird die Treppe nämlich beispielsweise vorversiegelt geliefert, bedeutet das, dass die Treppe lediglich grundiert ist. Ist im Kaufvertrag hingegen von einem Treppenlauf die Rede, heißt das, dass die Treppe ohne Geländer ausgeliefert oder das Geländer separat berechnet wird. Ein Geländer und ein Handlauf sind nur dann im Preis halten, wenn der Bauherr eine Treppenanlage kauft.

 

Die Maße, der Platzbedarf und die Normen

Auch wenn es Treppen in den unterschiedlichsten Varianten gibt und eine Treppe auf den vorhandenen Platz abgestimmt werden kann, müssen beim Treppenbau einige Grundregeln beachtet werden. Zu diesen Grundregeln gehört, dass praktisch jede Treppe im Mauerwerk verankert sein muss, um die notwendige Stabilität sicherzustellen. Dabei gilt, dass eine Treppe an Wänden befestigt sein muss, die mindestens 17,5cm stark sind. Die Vorgaben im Hinblick auf die Sicherheit beim Begehen sind durch die DIN 18065 geregelt. So muss eine Treppe mindestens 80cm breit sein, besser ist jedoch, wenn die Treppe 90cm oder 100cm breit ist. Im Hinblick auf die Stufenhöhe, die Stufentiefe und die Anzahl der Stufen ist etwas mehr Gestaltungsfreiheit gegeben, aber auch hierfür gibt es bestimmte Kerngrößen, die sich bewährt haben und verhindern, dass zu steile oder zu unbequeme Treppen entstehen. Grundsätzlich gilt, dass eine Treppe umso bequemer ist, je flacher sie angelegt ist. Im Hinblick auf die Stufenhöhe hat sich das Verhältnis 18/27 etabliert. Grundlage hierfür ist, dass ein durchschnittlich großer Mensch bei einem normalen, spazierenden Gang im Durchschnitt 63cm lange Schritte macht. Als bequeme Stufenhöhe gelten 17 bis 18cm und bei einer solchen Steigung verkürzt sich die durchschnittliche Schrittlänge auf 27cm. Daraus leitet sich nun die Kerngröße 18/27 für eine komfortable Treppe ab. Bei einer Raumhöhe von 270cm würde eine Treppe mit einer Steigung von 18cm aus 15 Treppenstufen bestehen. Kellertreppen hingegen dürfen etwas steiler sein und ein Verhältnis von 21/21 aufweisen. Entscheidend ist aber auch, dass die Stufen alle gleichmäßig angeordnet sind, es also keine Höhenunterschiede zwischen den Stufen gibt. Insofern kann es mitunter notwendig sein, die Steigung etwas abzuändern, um so eine sinnvolle Aufteilung der Treppenstufen zu erreichen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Treppengeländer. Dieses erfüllt nicht nur eine optische Funktion, sondern ist vor allem im Hinblick auf die Sicherheit sehr wichtig. Als Mindesthöhe für ein Geländer gelten 90cm. Wohnen Kinder in dem Haushalt, sollten die Bauteile, die als Geländerfüllung dienen, einen Abstand von maximal 12cm aufweisen. Sinnvoll ist außerdem, auf vertikale Verstrebungen zu verzichten, damit Kinder nicht auf die Idee kommen, das Geländer zum Klettergerüst umzufunktionieren.