Laminat verlegen ohne Profis

Ende der 1970er-Jahre als kostengünstige Alternative zum Parkett erfunden, erfreut sich das strapazierfähige und universell einsetzbare Laminat heute größter Beliebtheit. Im Unterschied zu vielen anderen Bodenbelägen bietet Laminat den großen Pluspunkt, dass Sie für das Verlegen von Laminat keine Profihandwerker brauchen. Durch sogenannte Klicksysteme, bei denen die einzelnen Paneele einfach nur ineinandergeschoben werden, können auch weniger erfahrene Heimwerker schnell und einfach ihren neuen Bodenbelag selbst verlegen. Wie dies geht und was benötigt wird, erklärt die folgende Anleitung.

Laminat verlegen – das wird benötigt:

Laminat; Laminat gibt es in vielen unterschiedlichen Dekoren und Farbnuancen; die notwenige Menge ergibt sich aus der Quadratmeterzahl zuzüglich einer Reserve von 5 bis 10 Prozent für den Verschnitt

  • Schlagholz, Zugeisen und Hammer
  • Distanzkeile
  • Stichsäge
  • Zollstock und Bleistift
  • Trittschalldämmung und, je nach Untergrund, eventuell PE- oder PVC-Folie als Dampfsperre

 

Das Verlegen von Laminat – so wird‘s gemacht:

1. Den Untergrund vorbereiten

Laminat wird in aller Regel schwimmend verlegt. Schwimmend bedeutet, dass das Laminat nur lose auf dem Untergrund aufliegt, also weder mit dem Untergrund verklebt noch anderweitig direkt daran befestigt wird. Aus diesem Grund kann Laminat auf nahezu allen Untergründen verlegt werden, sofern diese sauber, trocken, tragfähig und eben sind. Unebenheiten über 2 bis 3mm müssen allerdings mittels Spachtelmasse ausgeglichen werden.

Ist ein hochfloriger Teppich verlegt, muss dieser auf jeden Fall entfernt werden. Einige Hersteller von Laminat raten zudem, grundsätzlich alle Teppichböden herauszunehmen. Handelt es sich bei dem Untergrund um Estrich oder sind Fliesen verlegt, ist eine Dampfsperre erforderlich. Durch die Dampfsperre wird verhindert, dass Restfeuchtigkeit aus dem Boden nach oben gelangen kann. Als Dampfsperre wird meist eine 0,2mm starke PE-Folie verwendet, die rund 40cm überlappend verlegt und mit Klebeband wasserdicht verschlossen wird. Ist der Raum nicht unterkellert, ist eine stärkere Dampfsperre erforderlich. In diesem Fall wird meist eine rund 1,2mm starke PVC-Folie als Dampfsperre verwendet.

Als nächstes wird eine Trittschalldämmung verlegt. Die Trittschalldämmung wird immer benötigt und meist handelt es sich bei dieser Dämmschicht um eine PE- oder PU-Schaumfolie. Möglich sind aber beispielsweise auch Weichfaserplatten, Rollenkork oder Rippenpappen.

Laminat besteht aus Holzwerkstoffen und Holz hat die Eigenschaft, sich bei Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen zusammenzuziehen und wieder auszudehnen. Damit sich der neue Bodenbelag akklimatisieren kann, sollte das Laminat vor der Verarbeitung mindestens 48 Stunden lang in dem Raum gelagert werden, in dem es verlegt werden soll.

 

2. Die erste Reihe Laminat verlegen

Laminat wird in aller Regel parallel zum Lichteinfall in Längsrichtung verlegt. Für die erste Reihe werden die Paneele entlang der Wand ausgelegt, wobei die Nut in Richtung Wand zeigt. Dabei werden die Paneele so positioniert, dass rundherum etwa 1cm Abstand zur Wand verbleibt. Diese Fuge ist notwendig, damit das Laminat arbeiten kann. Gleichzeitig gleicht die Dehnungsfuge kleine Wandunebenheiten aus. Verläuft die Wand aber sehr unregelmäßig, wird der Wandverlauf auf die Paneele übertragen und das Laminat wird entsprechend zugeschnitten. Das letzte Paneel der Reihe wird ebenfalls auf die benötigte Länge gekürzt. Dann werden die Paneele ineinandergeschoben, ausgerichtet und mit den Distanzkeilen sorgfältig verkeilt.

 

3. Die übrigen Reihen verlegen

Das Reststück der ersten Reihe kann als Anfangsstück der zweiten Reihe verwendet werden, wenn es mindestens 40cm lang ist. Ist das Reststück kürzer, wird die Hälfte eines neues Paneels als Anfangsstück verwendet. Reihe für Reihe werden nun alle weiteren Paneele verlegt. Wichtig dabei ist, darauf zu achten, dass die Dehnungsfuge an den Rändern erhalten bleibt. Zudem sollten die Paneele möglichst fugenlos aneinanderliegen. Um die Paneele eng zusammenzufügen, werden Schlagholz und Hammer verwendet. An den Rändern werden die Paneele mit dem Zugeisen herangezogen.

Durch das Ineinanderschieben sind die Paneele sicher miteinander verbunden. Je nach verwendetem Laminat gibt es hierfür aber zwei Systeme. Bei einigen Systemen werden die Paneele flach auf den Boden gelegt und ineinander geschoben. Bei anderen Systemen werden die Paneele schräg angesetzt und heruntergedrückt. Ist dies auch an den Stirnseiten der Fall, müssen die Paneele einer Reihe erst zusammengesetzt und anschließend als komplette Reihe mit der vorhergehenden Reihe verbunden werden.

Für die letzte Reihe wird ein Paneel auf das Paneel der vorletzten Reihe gelegt und exakt ausgerichtet. Dann wird ein weiteres Paneel so aufgelegt, dass die Feder in Richtung Wand zeigt. Auf diesem Paneel wird die benötigte Breite plus Dehnungsfuge aufgezeichnet. Nach dem Zusägen kann das Paneel dann eingesetzt und mit dem Zugeisen eingepasst werden.

Und so sieht es aus, wenn Laminat verlegt wird.