Linoleum Verlegen ohne Fehler

Linoleum ist ein Bodenbelag, der nicht nur toll aussieht, sondern auch robust und sehr langlebig ist. Aber das Verlegen von Linoleum gilt als so etwas wie die Königsdisziplin und erfordert viel handwerkliches Können. Wenn Du Dich für einen Linoleumboden interessierst, findest Du im Folgenden alles Wichtige und Wissenswerte über diesen Bodenbelag und seine Verlegung.

 

Die Einsatzbereiche

Linoleum ist ein vielseitig nutzbarer Bodenbelag, der sich für verschiedene Bereiche eignet. Standardmäßig ist Linoleum in vier Stärken erhältlich:

  • 2mm starkes Linoleum kannst Du in Wohnräumen und im Flur verlegen. Auch im Büro, im Ladengeschäft und in anderen Bereichen mit stärkerer Beanspruchung ist Linoleum in dieser Stärke geeignet. Im industriellen Bereich sollte 2mm starkes Linoleum nur dort verlegt werden, wo der Boden einer geringen Beanspruchung ausgesetzt ist.
  • 2,5mm starkes Linoleum eignet sich für Wohnräume und Flure mit starker Beanspruchung. Außerdem genügt diese Materialstärke, wenn der Bodenbelag im gewerblichen Bereich sehr stark und im industriellen Bereich normal beansprucht wird.
  • 3,2mm starkes Linoleum ist ratsam, wenn der Bodenbelag regelmäßig einer sehr starken Beanspruchung ausgesetzt ist.
  • 4mm starkes Linoleum solltest Du wählen, wenn an den Boden sehr hohe Anforderungen gestellt werden und er mit extremen Belastungen fertig werden muss.

Für besondere Bereiche ist Linoleum auch in anderen Materialstärken erhältlich. So wird in Sporthallen beispielsweise oft 4,5mm starkes Linoleum verlegt. Im Wohnbereich liegst Du mit 2mm oder 2,5mm starkem Linoleum aber absolut richtig.

Für das Badezimmer, die Toilette und andere Feuchträume ist Linoleum nicht geeignet. Gleiches gilt für die Terrasse, den Balkon und andere Flächen im Freien. Mit der Feuchtigkeit und den Witterungseinflüssen kommt Linoleum nämlich nicht zurecht. Im Keller und in der Garage ist ein Linoleumboden grundsätzlich möglich. Allerdings musst Du dann erst eine Isolierung verlegen.

Linoleum wird üblicherweise in 2m breiten Bahnen geliefert. Die Bahnen haben Jute als Trägermaterial auf der Rückseite. Daneben gibt es Linoleum in Form von Fliesen. Hier wird statt Jute ein Polyestergewebe als Träger verwendet. Mittlerweile sind außerdem Paneele auf dem Markt, die vom Grundprinzip her an Laminat oder Fertigparkett erinnern. Sie bestehen aus einer Trägerplatte aus HDF, auf die das Linoleum als Nutzschicht aufgebracht ist.

 

Die Farben und Muster

Linoleum Farben und MusterLinoleum ist ein Bodenbelag, der komplett aus organischen und mineralischen Rohstoffen besteht. Die wichtigsten Bestandteile sind Leinöl, Holzmehl, Harze und Farbpigmente, dazu kommen Trocken- und Füllstoffe wie Mangan und Kreide. Früher gab es Linoleum nur als einfarbigen Bodenbelag. Mittlerweile kannst Du aus sehr vielen Farben und unterschiedlichsten Mustern auswählen.

Wenn Du Deinen Bodenbalg aussuchst, solltest Du aber nicht nur auf die Optik achten. Natürlich ist wichtig, dass Dir die Farbe und das Muster gefallen und zu Deiner Einrichtung passen. Aber Du solltest auch bedenken, mit welchen Verschmutzungen Dein Boden am häufigsten konfrontiert sein wird. Wenn Du Dein Linoleum auf die typischen Schmutzarten abstimmst, hast Du es bei der späteren Reinigung und Pflege sehr viel leichter. Was die Verschmutzungen angeht, so wird unterschieden zwischen:

  • hellem Schmutz: Zum hellen Schmutz gehören Straßenstaub, Kratzer und helle Spuren, die beim Begehen des Bodens zurückbleiben.
  • dunklem Schmutz: Dem dunklen Schmutz werden Striche, die Absätze hinterlassen, Verfärbungen und dunkle Flecken zugeordnet.

Ein Linoleum in einer hellen Farbe oder mit einem hellen Muster kommt mit hellem Schmutz gut zurecht, während ihm dunkler Schmutz größere Probleme bereitet. Ein dunkler Boden wiederum ist unempfindlich gegenüber dunklem Schmutz. Dafür macht sich heller Schmutz unschön bemerkbar. Wenn sich bei Dir beide Schmutzarten ungefähr die Waage gehalten, bist Du mit gedeckten Farben wie Mittelgrau, Braun, Grün oder Rot am besten beraten. Außerdem gilt: Je kontrastreicher das Muster ist, desto weniger sind Verschmutzungen zu sehen. In diesem Zusammenhang haben Marmormuster die Nase vorn.

 

Linoleum verlegen – die Vorteile eines Linoleumbodens

Verglichen mit anderen Bodenbelägen hat Linoleum einige Pluspunkte zu bieten:

  • Linoleum ist ein sehr widerstandsfähiger, robuster und langlebiger Bodenbelag. Auch wenn er jahrelang intensiver Beanspruchung ausgesetzt ist, zeigt er kaum Verschleiß und sieht noch immer toll aus.
  • Linoleum wird als in sich geschlossene Fläche verlegt. Die glatte Oberfläche bewirkt, dass sich der Boden leicht reinigen lässt. Da es keine Ritze und Fugen gibt, kann sich darin auch kein Schmutz ansammeln. Zudem hat Linoleum eine antibakterielle Wirkung.
  • Linoleum ist schwer entflammbar. Selbst eine Zigarette, die herunterfällt und auf dem Boden abbrennt, hinterlässt lediglich eine leichte Verfärbung.
  • Linoleum ist unempfindlich gegenüber Ölen und Fetten. Auch viele Lösungsmittel, Säuren und andere Chemikalien bereiten dem Linoleum keine allzu großen Probleme. Lediglich Laugen können den Boden angreifen und verfärben oder beschädigen.
  • Linoleum ist antistatisch. Deshalb eignet sich Linoleum ideal als Bodenbelag für Werkstätten, die mit elektronischen Bauteilen arbeiten.
  • Linoleum ist rutschhemmend.
  • Linoleum sorgt dafür, dass sich der Boden angenehm warm anfühlt.
  • Linoleum kann sowohl auf ebenen Bodenflächen als auch auf Treppen verlegt werden. Auch als Bodenbelag über einer Fußbodenheizung ist Linoleum geeignet.
  • Linoleum besteht zu 70 bis 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und ist biologisch abbaubar.

Linoleum enthält Holzanteile. Wie bei allen anderen Bodenbelägen, Bauteilen und Einrichtungsgegenständen aus oder mit Holz führt Nässe zu einem Aufquellen. Deshalb ist Linoleum kein geeigneter Belag für das Bad, andere Feuchträume und Flächen im Freien. Linoleum hat außerdem einen gewissen Eigengeruch. Für diesen Geruch ist in erster Linie das enthaltene Leinöl verantwortlich. Einige Menschen empfinden diesen Eigengeruch als unangenehm. Du musst Dir aber keine großen Gedanken machen: Nach spätestens drei Wochen sollte der Geruch verschwunden sein.

 

Der sogenannte Reifeschleier

Wenn Du Dich mit Linoleum als Bodenbelag beschäftigst, wirst Du früher oder später den Begriff Reifeschleier hören. Bei der Herstellung von Linoleum kommt es durch die natürlichen Öle zu einer Dunkelvergilbung. Durch Licht wird diese leichte Gelbverfärbung abgebaut. Je mehr Licht der Bodenbelag ausgesetzt war, desto weniger von der Dunkelvergilbung ist vorhanden. War der Bodenbelag hingegen nur wenig Licht ausgesetzt, ist auch die Dunkelvergilbung noch nicht abgebaut. Die Dunkelvergilbung macht sich als Farbunterschied bemerkbar. Obwohl es sich um ein und denselben Belag handelt, sieht die Farbe also nicht einheitlich aus. Dieses Phänomen wird Belichtungsvorsprung, Reifevergilbung oder eben Reifeschleier genannt.

Du wirst beispielsweise dann mit dem Reifeschleier konfrontiert sein, wenn Du Dein Linoleum nicht an einem Tag verlegst. Beginnst Du mit der Verlegung, machst dann eine Pause und arbeitest erst am nächsten oder übernächsten Tag weiter, wird der später verlegte Bodenbelag anders aussehen als das am Anfang verlegte Linoleum. Aber keine Sorge: Durch die Beleuchtung im Raum verschwinden die Farbunterschiede. Wie lange das dauert, hängt von der Lichtintensität ab. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist der Reifeschleier bereits nach wenigen Stunden abgebaut. In einem eher dunklen Raum kann es allerdings mehrere Wochen dauern, bis sich die Farben angeglichen haben.

Tipp: Damit Du Dir einen Eindruck verschaffen kannst, wie Dein Boden später tatsächlich aussehen wird, solltest Du Dir eine oder mehrere Musterproben geben lassen. Die Musterproben legst Du dann für ein paar Tage in das entsprechende Zimmer. Danach siehst Du die endgültige Farbe.

 

Der Untergrund und die Vorbereitung vor dem Verlegen

Vorbereitung vor dem VerlegenLinoleum erfordert einen ebenen, glatten, festen und trockenen Untergrund. Verlegst Du Linoleum auf einem Boden, der Risse, Fugen, lose Teilchen oder Rückstände vom alten Belag aufweist, würden sie sich später als unschöne Linien oder Erhebungen abzeichnen. Wichtig ist deshalb, dass Du den Boden sehr gründlich reinigst und alle losen Teilchen entfernst. Weist Dein Untergrund Unebenheiten auf, solltest Du ihn mit einem Fließspachtel ausgleichen. Bei einem dichten, nicht saugfähigen Untergrund wie grundiertem Estrich oder Gussasphalt ist es ratsam, eine gut 2mm dicke Schicht aus einer zementgebundenen Spachtelmasse aufzutragen. Möchtest Du das Linoleum auf einem Boden verlegen, auf dem sich beispielsweise Parkett oder Fliesen mit Fugen dazwischen befinden, kannst Du auch spezielle Spanplatten verwenden. Diese Spanplatten sind mit Nut und Feder ausgestattet und sorgen für eine feste, in sich geschlossene Fläche. Der Boden unter dem Linoleum muss trocken sein und bleiben. Ist der Raum nicht unterkellert, musst Du zum Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit deshalb zunächst eine Isoliermasse aufbringen.

Das Linoleum selbst solltest Du erst dann verlegen, wenn es sich an das Raumklima angepasst hat. Dazu stellst Du den Bodenbelag locker aufgerollt in den Raum. Nach 24 Stunden hat sich das Linoleum an das Klima im Raum gewöhnt. Dann kannst Du mit dem Verlegen beginnen.

 

Eine Schritt für Schritt Anleitung

Linoleum VerlegenBeim Verlegen von Linoleum wird der Bodenbelag vollflächig verklebt. Als Klebstoff eignen sich Dispersions-, 2-K-Dispersions- und Pulverklebstoffe. Auf der Verpackung steht, ob sich der jeweilige Klebstoff für Linoleum eignet. Wichtig ist nämlich, dass der Klebstoff so schnell abbindet, dass natürliche Dimensionsänderungen des Bodenbelags ausbleiben. Wenn Du das Linoleum verlegst, sollte es im Raum mindestens 18°C warm sein. Der Boden selbst sollte nicht kälter sein als 15°C. Verlegst Du den Bodenbelag über einer Fußbodenheizung, solltest Du sie so einstellen, dass der Boden zwischen 18°C und 22°C warm ist. Was die relative Luftfeuchtigkeit angeht, so sind Werte zwischen 40 und 65 Prozent ideal. Das eigentliche Verlegen von Linoleum geht so:

1. Den Untergrund säubern. Bevor Du das Linoleum verlegen kannst, musst Du für einen ebenen, glatten, festen und sauberen Untergrund sorgen. Musstest Du den Boden dafür abschleifen, Löcher verspachteln oder eine Fließmasse auftragen, warte ab, bis der Boden vollständig durchgetrocknet ist. Danach solltest Du ihn gründlich absaugen. Denke außerdem daran, Deinen Bodenbelag locker aufgerollt mindestens 24 Stunden vor dem Verlegen senkrecht stehend in den Raum zu stellen.

2. Die Bahnen zuschneiden. Linoleumbahnen sind normalerweise zwei Meter breit. Dein Raum wird aber meistens nicht exakt zwei Meter breit sein und absolut gerade Wände ohne Kanten und Nischen haben. Deshalb beginnt das Verlegen damit, dass Du die Bahnen zuschneidest. Generell gilt dabei, dass Du beim Zuschnitt lieber etwas großzügiger sein solltest. Abschneiden kannst Du schließlich später immer noch, wenn die Bahn zu kurz ist, wäre das aber ganz schön ärgerlich. Die Bahnen selbst werden üblicherweise längs verlegt. Hättest Du bei einer Längsverlegung sehr viel Verschnitt, kannst Du die Bahnen aber auch quer verlegen. Das Zuschneiden der Bahnen geht so:
  • Du richtest die erste Bahn mit dem schmalen Ende und der Längsseite an einer Wand oder einer anderen Bezugskante aus. Dann überträgst Du den Verlauf der Wand, Wandvorsprünge und Nischen auf das Linoleum. Anschließend schneidest Du die ermittelten Schnittkanten mit einem scharfen Teppichmesser nach.
  • Da Du die Bahnen etwas länger zugeschnitten hast als benötigt, wölbt sich das andere Ende der Bahn an der gegenüberliegenden Wand nach oben. Du misst nun beispielsweise 20cm von der Wand aus und markierst diese Entfernung auf dem Linoleum. Dann schiebst Du den Bodenbelag etwas zurück und legst das Ende der Linoleumbahn plan auf den Boden. Anschließend misst Du von Deiner Markierung aus wieder 20cm zurück in Richtung Wand. An dieser Stelle ziehst Du nun Deine Schnittlinie. So erhältst Du die exakte Länge für die Bahn. Wenn Dir das zu kompliziert ist, kannst Du das Linoleum mit dem Stahllineal auch fest in den Winkel zwischen dem Boden und der Wand drücken. Das überschüssige Material schneidest Du dann mit einem scharfen Teppichmesser ab.
  • An Türrahmen und Fensternischen solltest Du sorgfältig vorgehen. Besser ist es, erst etwas weniger abzuschneiden und das Linoleum dann durch mehrere kleine Schnitte einzupassen.
  • Deine zweite Bahn legst Du nicht einfach neben die erste Bahn. Stattdessen richtest Du sie so aus, dass sie etwa 2cm mit der ersten Bahn überlappt. Wenn Dein Linoleum ein fortlaufendes Muster aufweist, musst Du außerdem darauf achten, dass das Muster richtig fortgesetzt wird. Dann legst Du das Stahllineal an und schneidest beide Bahnen auf einmal durch. Dies wird als Doppelschnitt bezeichnet. Der Doppelschnitt sorgt dafür, dass die Kanten der beiden Bahnen sauber und ohne große Fuge nebeneinander verlaufen.

 

3. Die Bahnen im Kleberbett verlegen. Wenn Du alle Bahnen ausgerichtet und zugeschnitten hast, folgt das eigentliche Verlegen. Wichtig hierbei ist, dass Du Dir die Verarbeitungshinweise auf der Verpackung des Klebstoffs genau durchliest und natürlich einhältst. Beim Verlegen Deines Linoleums gehst Du Bahn für Bahn vor. Dazu klappst Du die Bahnen als erstes ungefähr zur Hälfte in Richtung Raummitte um. Dann trägst Du den Klebstoff auf den Boden auf und verteilst ihn gleichmäßig mit dem Zahlspachtel. Nun musst Du kurz warten. Die Ablüftzeit hängt vom Klebstoff ab, ist aber auf der Verpackung angegeben. Nach der Ablüftzeit legst Du die umgeklappte Hälfte der ersten Bahn in das Kleberbett und drückst das Linoleum fest an. Achte darauf, dass sich nirgends Blasen oder Lufteinschlüsse bilden. Hast Du die erste Bahn verklebt, wiederholst Du das Ganze mit der zweiten und allen weiteren Bahnen. Bist Du am anderen Ende des Zimmers angekommen, ist die erste Hälfte Deines neuen Bodens verlegt. Auf der anderen Seite geht es nun genauso weiter. Auch hier klappst Du die einzelnen Bahnen also wieder bis zur Kleberkante zurück und verlegst sie nach und nach in Klebstoff. Ist alles fertig, walzt Du die gesamte Fläche mit einer Linoleumwalze noch einmal gut fest. Dann muss der Klebstoff aushärten.

4. Die Fugen verschließen. Der Klebstoff braucht mindestens zwei Tage, bis er vollständig abgebunden hat. Solange musst Du abwarten. Erst dann kannst Du die Fugen zwischen den Bahnen verschließen. Dazu fräst Du die Kanten der Bahnen an. Anschließend legst Du einen farblich passenden Schmelzdraht in die Fuge und verschweißt ihn mit einem speziellen Handschweißgerät. Das überschüssige Material schneidest Du dann noch ab und damit ist Dein Boden fertig.
Das Verlegen von Linoleum kannst Du Dir hier noch einmal als Video anschauen:

 

Die Reinigung und Pflege des Bodenbelags

Bei der Reinigung und Pflege von Linoleum werden drei verschiedene Varianten voneinander unterschieden:

  • Die Erstreinigung findet direkt nach dem Verlegen statt. Hierfür wird die Fläche mit einem Grundreiniger gesäubert. Vor allem bei größeren Flächen kommt dabei eine Ein- oder Mehrscheibenmaschine zum Einsatz. Wenn die Fläche sauber ist, muss sie trocknen. Danach folgt die sogenannte Einpflege. Sie soll die Oberfläche vor Abrieb, mechanischen Beschädigungen und Verfärbungen schützen. Bei der Einpflege werden eine oder zwei dünne Beschichtungen aus einer Polymerdispersion oder einer glänzenden Emulsion auf die Oberfläche aufgetragen.
  • Die ganz normale Reinigung und Pflege wird als Unterhaltsreinigung bezeichnet. Ist Dein Linoleumboden nur leicht verschmutzt, reicht es oft aus, wenn Du ihn einfach fegst oder absaugst. Ansonsten kannst Du ihn feucht oder nass wischen. Als Reinigungsmittel solltest Du aber Mittel verwenden, die für Linoleum geeignet sind. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass der pH-Wert unter 9,0 bleibt. Stark alkalische Mittel (also Laugen mit beispielsweise Schmierseife) würden den Belag nämlich verfärben oder beschädigen.
  • Eine Grundreinigung wird erforderlich, wenn Dein Boden stark verschmutzt oder der Pflegefilm abgenutzt ist. Dabei kann die Grundreinigung entweder als Nassgrundreinigung oder als trockene Pflegefilmsanierung erfolgen. Bei einer trockenen Grundreinigung wird der bei der Einpflege aufgebrachte Pflegefilm nur an den stark abgenutzten oder beschädigten Stellen angeschliffen. Der Staub wird dann trocken aufgenommen. Anschließend wird eine neue Schicht Polymerdispersion oder Selbstglanzemulsion aufgetragen. Ist diese Beschichtung getrocknet, wird sie mit einem Reinigungsmittel poliert. Dadurch wird die neue Pflegeschicht an den übrigen Pflegefilm angeglichen. Eine Nassgrundreinigung erfolgt ähnlich. Allerdings wird hierbei die ganze Fläche behandelt und nass gereinigt. Das früher übliche Bohnern wird hingegen heute so gut wie nicht mehr durchgeführt.

Keine Sorge: Das Ganze klingt sehr viel komplizierter als es ist. Wenn Du den Bodenbelag kaufst, ist er bereits mit einem Schutzfilm ausgerüstet. Während der Bauphase ist der Boden so vor Beschädigungen und starker Verschmutzung geschützt. Außerdem sorgt die Beschichtung für eine glatte Oberfläche, die die spätere Reinigung erleichtert. Im Alltag reicht es aus, wenn Du Deinen Linoleumboden – wie jeden anderen Boden auch – regelmäßig kehrst oder absaugst und gelegentlich feucht aufwischst. Eine aufwändige Grundreinigung ist, wenn überhaupt, nur alle paar Jahre erforderlich.

 

Die Kosten

Linoleum KostenLinoleum sieht toll aus und ist ein robuster, widerstandfähiger und sehr belastbarer Bodenbelag, an dem Du sehr lange Deine Freude haben wirst. Allerdings hat Linoleum seinen Preis. Wie hoch die Kosten ausfallen werden, lässt sich pauschal natürlich nicht sagen. Der Preis hängt nämlich zum einen davon ab, für welches Linoleum Du Dich entscheidest. Zum anderen kommt es darauf an, ob Du den Bodenbelag selbst verlegst oder von einem Fachmann verlegen lässt, wobei es auch hier wieder Preisunterschiede gibt. Weitere Kosten entstehen durch die Vorbereitung des Untergrunds. Wenn es ausreicht, den Boden nur zu säubern und abzusaugen, sind die Kosten natürlich viel geringer, als wenn der alte Bodenbelag entfernt und der Boden danach gespachtelt und geschliffen werden muss. Als grobe Orientierungshilfe musst Du aber mit folgenden Kosten rechnen:

Kostenart Preis pro Quadratmeter
Materialkosten für Linoleum und Klebstoff 20 bis 60 Euro
Verlegen von Linoleum durch den Fachmann 8 bis 12 Euro
Boden nur säubern 0,50 bis 1 Euro
Boden schleifen, spachteln, ausgleichen und grundieren 6 bis 15 Euro

Da allein schon das Linoleum selbst nicht ganz billig ist, solltest Du Dir gut überlegen, ob Du das Verlegen nicht besser dem Profi überlässt. Wenn Du handwerklich geschickt bist, kannst Du die Vorarbeiten aber ruhig selbst erledigen. So kannst Du zumindest einen Teil der Kosten einsparen.

 

Fertigboden als Alternative

LinoleumparkettLinoleum wird grundsätzlich vollflächig verklebt verlegt. Zusammen mit den Anforderungen, die Linoleum an den Untergrund stellt, kann dies so manchen Hobby-Heimwerker durchaus an seine Grenzen bringen. Seit einiger Zeit gibt es aber eine weitere Variante vom Linoleum, nämlich Fertigboden. Im Handel wird dieser Fertigboden auch unter der Bezeichnung Linoleumparkett angeboten. Beim Fertigboden oder Linoleumparkett handelt es sich um ein Klicksystem, das Du in dieser Form wahrscheinlich von Laminat oder Fertigparkett kennst. Der Linoleum-Fertigboden besteht aus Paneelen, die sich aus drei Schichten zusammensetzen: Die unterste Schicht ist ein Gegenzug meist aus Kork. Darüber befindet sich eine Platte aus HDF, die als Träger dient. Auf die Trägerplatte ist als oberste Schicht die Nutzschicht aus Linoleum aufgebracht. Die Paneele sind mit Nut und Feder ausgestattet und werden beim Verlegen einfach ineinandergeschoben. Linoleumparkett musst Du nicht vollflächig verkleben. Stattdessen ist hier auch eine schwimmende Verlegung möglich. Die Vorgehensweise beim Verlegen ist praktisch genauso, wie wenn Du Laminat oder Fertigparkett verlegst. Linoleumparkett stellt auch keine so hohen Anforderungen an den Untergrund wie ein klassischer Linoleumboden. Du kannst Linoleumparkett grundsätzlich sogar auf einem vorhandenen Bodenbelag verlegen. Linoleum-Fertigboden kommt zwar nicht ganz an einen richtigen Linoleumboden heran. Wenn Du Hobby-Heimwerker bist, nicht ganz so viel Erfahrung hast und Deinen Linoleumboden selbst verlegen willst, kann Linoleumparkett aber durchaus eine überlegenswerte Alternative sein.