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Insektenschutz selber bauen: der Alurahmen für das Fliegengitter

Anders als ein Fliegengittergewebe, das direkt in den Fensterflügel geklebt wird, sitzt ein Alurahmen lose in der Fensterleibung: Er wird mit Keilen verklemmt, lässt sich zum Putzen herausnehmen und hinterlässt weder Kleberreste noch Bohrlöcher. Gebaut wird er aus zwei Profilsorten – einem tragenden Rahmen aus Winkelprofil, in den das Gewebe eingeklebt wird, und flachen Aluleisten, die die Gewebekante abdecken. Das Maß nimmt der Rahmen aus der inneren Fensteröffnung bei geöffnetem Fenster, nicht aus dem Flügelmaß.

Alurahmen oder Holzrahmen: was im Fenster den Unterschied macht

Vor der Frage nach dem Material steht eine andere: Rahmen oder kein Rahmen. In der einfachsten Ausführung wird das Gewebe mit Klebeband direkt auf den Fensterflügel geklebt. Das ist in einer halben Stunde erledigt und hat zwei Nachteile, die erst später auffallen – auf dem Flügel bleiben Kleberreste zurück, die beim nächsten Anstrich im Weg sind, und das Fenster lässt sich nicht mehr putzen, ohne das Gewebe abzulösen. Fertige Spannrahmen aus dem Handel lösen das, sind aber auf gängige Fenstermaße ausgelegt; für ein Format außerhalb dieser Reihe wird nach Maß gefertigt, und das schlägt auf den Preis durch. Der selbst gebaute Rahmen liegt zwischen beidem: er kostet Material und einen Nachmittag und passt in die vorhandene Öffnung.

Beide Rahmenbauweisen ergeben einen Spannrahmen, also einen eigenständigen Rahmen, über den das Gewebe gespannt und der in die Öffnung eingesetzt wird. Der Unterschied liegt nicht im Prinzip, sondern in der Haltbarkeit und in der Sichtfläche. Aluminium rostet nicht und muss nicht nachgestrichen werden, auch wenn der Rahmen an der Außenseite des Fensters sitzt und Schlagregen abbekommt. Holz nimmt Feuchtigkeit auf und arbeitet: eine Leiste, die im Frühjahr passgenau in der Leibung saß, kann im Sommer klemmen.

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Dafür lässt sich Holz mit Werkzeug bearbeiten, das in jeder Werkstatt liegt, und die Eckverbindung verzeiht mehr. Alu-Winkelprofil verlangt eine Metallsäge und eine Gehrungsschiene – Gehrung meint den Schnitt im halben Eckwinkel, bei einer rechtwinkligen Ecke also 45 Grad, damit die beiden Profile ohne sichtbare Stoßkante aufeinandertreffen. Wer sich den Zuschnitt nicht zutraut, lässt die Profile beim Kauf im Fachhandel auf Maß schneiden.

Kriterium Alu-Winkelprofil Holzleiste
Zuschnitt Metallsäge mit Gehrungsschiene oder Zuschnitt im Handel Feinsäge, Gehrungslade, Handkreissäge
Eckverbindung Gehrung, mit Flachverbinder verschraubt Gehrung oder Überblattung, verleimt und verstiftet
Witterung außen rostfrei, kein Anstrich nötig Anstrich nötig, quillt bei Nässe
Maßhaltigkeit über das Jahr bleibt, solange der Rahmen nicht verzogen wird arbeitet mit der Luftfeuchte
Sichtfläche schmales Profil, wenig Rahmen im Blickfeld breitere Leiste für dieselbe Steifigkeit
Wiederverwendbarkeit Gewebe tauschbar, Rahmen bleibt Gewebe tauschbar, Tackerlöcher bleiben

Diese Seite beschreibt die Ausführung in Aluminium. Wer den Rahmen aus Holz bauen will, findet den Aufbau mit Leisten unter Fliegengitter selber bauen.

 

Welches Gewebe in den Rahmen gehört

Das Gewebe entscheidet, was draußen bleibt und wie viel Luft noch durch das offene Fenster kommt. Die Maschenweite steht als Herstellerangabe auf der Rolle; je enger sie ist, desto kleinere Insekten hält das Gewebe zurück und desto stärker bremst es den Durchzug. Wer Kriebelmücken oder Pollen aussperren will, braucht deshalb ein engeres Gewebe als jemand, dem es um Stubenfliegen und Wespen geht, und nimmt dafür weniger Luftwechsel in Kauf.

Vor einem Kellerfenster gilt eine zweite Bedingung. Soll dort neben Insekten auch Nagern der Weg versperrt werden, trägt ein Gewebe aus Kunststoff oder Fiberglas nicht: es lässt sich durchbeißen. In diesem Fall gehört ein Metallgewebe in den Rahmen, und der Rahmen selbst muss so fest in der Leibung sitzen, dass er nicht herausgedrückt werden kann.

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Beim Kauf lässt sich das Gewebe an zwei Eigenschaften beurteilen, ohne die Maschenweite nachzumessen. Halten Sie ein Stück gegen das Licht und dann gegen einen dunklen Hintergrund: ein dunkles Gewebe verschwindet im Durchblick nach draußen, ein helles legt sich sichtbar als Schleier über die Aussicht. Und drücken Sie es zwischen zwei Fingern zusammen – bleibt ein Knick stehen, wird er auch im Rahmen stehen bleiben, und zwar genau dort, wo Sie beim Einkleben nachgefasst haben.

Gewebeart Eigenschaft im Rahmen Sinnvoll bei
Fiberglas, kunststoffbeschichtet weich, knickt nicht dauerhaft, lässt sich mit der Schere schneiden Standardfenster, erste Ausführung
Aluminiumgewebe formstabil, hält die Spannung auch über große Flächen breite Flügel und hohe Fenster
Edelstahlgewebe bissfest, deutlich steifer beim Einlegen Kellerfenster, Lichtschacht, Nagerschutz
Polyester- oder Gazegewebe feinmaschig, nimmt sichtbar Licht und Durchzug Pollen und sehr kleine Insekten

 

Die Zuschnittmaße aus der Fensteröffnung rechnen

Gemessen wird die innere Öffnung bei geöffnetem Fenster, nicht der Flügel. Nehmen Sie die Breite oben, in der Mitte und unten und die Höhe links, in der Mitte und rechts, und rechnen Sie mit dem jeweils kleinsten Wert – Leibungen sind selten genau rechtwinklig, und ein Rahmen, der nur an der weitesten Stelle passt, klemmt an der engsten.

Von diesem Maß geht der Luftspalt ab, den die Keile später ausfüllen. Ohne Spalt lässt sich der Rahmen nicht einsetzen, mit zu viel Spalt hält er nicht. Die vier Winkelprofile werden auf Gehrung geschnitten und behalten deshalb jeweils die volle Außenkantenlänge. Die flachen Abdeckleisten stoßen stumpf aneinander: zwei laufen durch, die beiden anderen werden um die doppelte Leistenbreite kürzer. Das Gewebe wird rundum mit Überstand zugeschnitten, weil es beim Einkleben gespannt und der Rest anschließend nach innen umgelegt wird.

Zuschnitt für einen Alu-Spannrahmen

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Die Gesamtlängen sind der Einkaufswert. Profile werden in festen Stangenlängen verkauft, und beim Gehrungsschnitt geht an jedem Ende Material verloren; rechnen Sie deshalb eine Reserve auf, statt auf den Millimeter zu kaufen.

 

Den tragenden Rahmen aus Winkelprofil bauen

Für den tragenden Rahmen werden die vier Alu-Winkelprofile auf Gehrung zugeschnitten, in den Ecken im rechten Winkel ausgerichtet und mit kleinen Flachverbindern zum Rahmen verschraubt. Der Winkel gibt dem Rahmen die Steifigkeit, die eine flache Leiste in dieser Stärke nicht hätte, und bildet zugleich die Klebefläche für das Gewebe.

Bevor die Schrauben festgezogen werden, messen Sie beide Diagonalen. Sind sie gleich lang, steht der Rahmen rechtwinklig; weichen sie ab, ist er zum Parallelogramm verschoben und passt später nicht in die Leibung. Erst wenn die Diagonalen stimmen, werden die Verbinder endgültig angezogen.

Insektenschutz selber bauen - Alu-Winkelprofile zum Rahmen verbinden

  • 4 Aluprofile, flach, 20 mm breit und 10 mm stark
  • 4 Alu-Winkelprofile, 25 x 25 mm
  • 4 kleine Flachverbinder und Schrauben
  • Fliegengittergewebe nach der Tabelle oben
  • doppelseitiges Klebeband
  • Klebstoff für Metall
  • Metallsäge und Gehrungsschiene, Schere, Zollstock
  • Keile aus Holz oder Kunststoff zum Verklemmen

 

Das Gewebe faltenfrei einspannen

Das Gewebe wird mit Überstand zugeschnitten und auf die Innenseite des Winkelprofils geklebt. Dazu kommt umlaufend doppelseitiges Klebeband auf das Profil. Ziehen Sie die Schutzfolie abschnittsweise ab und drücken Sie das Gewebe dabei auf die freiliegende Klebefläche, statt es erst vollflächig zu lösen.

Die Reihenfolge entscheidet über die Spannung: zuerst die linke, dann die gegenüberliegende rechte Seite, danach oben und zuletzt unten. Wer der Kante entlang im Kreis arbeitet, schiebt das Gewebe vor sich her, und die Wellen landen in der Mitte. Die überstehenden Ränder werden anschließend nach innen umgeschlagen und festgedrückt. Ob sie gerade geschnitten sind, ist ohne Belang – sie verschwinden im nächsten Schritt unter dem Flachprofil.

Insektenschutz selber bauen - Gittergewebe einspannen

 

Die Gewebekante mit Flachprofil abdecken

Zum Schluss werden die vier flachen Aluleisten in den Rahmen eingeklebt. Sie liegen auf dem umgelegten Gewebe und decken die Schnittkante ab, sodass der Rahmen von der Innen- und von der Außenseite gleich aussieht. Auf Gehrung müssen diese Leisten nicht geschnitten werden: zwei laufen durch, die beiden anderen stoßen stumpf dazwischen.

Damit besteht der fertige Rahmen aus vier Lagen, die von außen nach innen aufeinander liegen: Winkelprofil, Klebeband, Gewebe und Abdeckleiste. Der Querschnitt zeigt, wie das Paket in der Leibung sitzt.

Fensterleibung Winkelprofil 25 x 25 doppelseitiges Klebeband Gewebe, gespannt Abdeckleiste 20 x 10 Keil Luftspalt Rahmen, in der Leibung verklemmt

Insektenschutz selber bauen - die flachen Alu-Leisten anbringen

 

Den Rahmen ohne Bohren im Fenster halten

Der Rahmen wird in die Öffnung gesetzt und mit kleinen Keilen aus Holz oder Kunststoff verklemmt. Er hält dadurch sicher, lässt sich aber jederzeit herausnehmen, ohne Kleberrückstände oder Bohrlöcher zu hinterlassen – der Grund, aus dem diese Bauweise auch in einer Mietwohnung in Frage kommt.

Für den Winter wird der Rahmen ausgesetzt und flach gelagert, nicht an die Wand gestellt: liegt er auf einer Kante, zieht sich der Rahmen über Monate leicht aus dem Rechteck, und im Frühjahr passt er nicht mehr spannungsfrei in die Leibung. Ein Karton oder eine Lage Pappe zwischen zwei Rahmen genügt, damit das Gewebe nicht am Nachbarrahmen scheuert.

Soll der Rahmen zum Einhängen sein, statt jedes Mal verkeilt zu werden, werden oben zwei kurze Winkel auf das Profil geschraubt, die über die innere Kante der Leibung greifen. Der Rahmen wird dann oben eingehängt und unten mit einem Keil oder einer Klemmfeder angedrückt. Ein Filz- oder Bürstenstreifen auf der Profilaußenseite füllt den Luftspalt aus, ohne dass der Rahmen schwer einzusetzen wird, und schließt gleichzeitig die Fuge, durch die kleine Insekten sonst am Gewebe vorbeikommen.

 

Dachfenster, Rundbogen und Dreieck: was sich am Rahmen ändert

Am Dachfenster gehört der Rahmen in das Innenfutter, also in die Leibung des Ausbaus, nicht an den Flügel. Ein Schwing- oder Klappflügel dreht beim Öffnen durch die Öffnung hindurch; sitzt der Rahmen am Flügel, blockiert er ihn. In der Leibung bleibt er stehen, während das Fenster darüber schwingt, und wird zum Putzen der Außenseite herausgenommen. Weil der Rahmen dort waagerecht oder schräg liegt, trägt das Gewebe Staub und Laub – ein Metallgewebe hält das Abkehren besser aus als ein weiches Fiberglasgewebe.

Bei einem Rundbogen endet die Bauweise mit Winkelprofil. Alu-Winkel lässt sich nicht so biegen, dass der Winkel im Radius erhalten bleibt. Zwei Wege bleiben: den Bogen aus vielen kurzen, auf Gehrung geschnittenen Stücken als Vieleck annähern, oder den Spannrahmen nur für den rechteckigen Teil bauen und den Bogen darüber getrennt schließen. Bei einem Dreiecksfenster ändert sich nur der Schnittwinkel – die Gehrung ist stets der halbe Eckwinkel, bei einer Ecke von 60 Grad also 30 Grad und nicht 45.

 

Wann Tür, Rollo oder Vorhang die bessere Bauart ist

Ein Spannrahmen setzt voraus, dass die Öffnung geschlossen bleibt, solange er eingesetzt ist. Vor einer Tür, durch die jemand geht, hält er nicht: er wird herausgedrückt oder das Gewebe reißt an der Klebekante aus. Dort braucht es einen Rahmen mit Scharnieren und Anschlagleiste, der als Tür geführt ist und beim Schließen wieder auf derselben Kante sitzt.

Wird die Terrassentür im Sommer laufend benutzt, ist eine Pendeltür oder ein Lamellenvorhang die passende Bauart, weil beide ohne Griff auskommen. Und wenn ein Fenster mehrmals am Tag ohne Gewebe davor geöffnet werden soll, ist ein Rollo mit seitlicher Führungsschiene die richtige Wahl – es bleibt montiert und gibt die Öffnung frei, während der Spannrahmen dafür jedes Mal ausgehängt werden müsste.

Die einfachste Bauart kommt ganz ohne Rahmen aus: ein Vorhang aus Gewebe, oben an einer Leiste oder einem Klettband befestigt, unten mit einem eingenähten Saum beschwert. Genäht wird dabei nur der Saum, nicht die Fläche – Fiberglasgewebe lässt sich mit der Haushaltsmaschine und langem Stich fassen, reißt an der Nadelreihe aber ein, wenn daran gezogen wird. Für eine Kellertür, eine Gartenlaube oder einen Wohnwagen reicht das; an einem Wohnraumfenster bleibt der Nachteil, dass der Vorhang bei Zug aufweht und die Fuge an den Seiten offen bleibt.

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Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis