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Wand und Bodenbeläge – Unterschiede

Kapitel 06 · 18 Seiten

Wenn es um den Innenausbau und die Gestaltung der Wohnräume geht, stellt sich auch die Frage nach den Wand- und Bodenbelägen. Welcher Belag passt, hängt vom Raum, von der Beanspruchung und vom Untergrund ab. Viele Beläge können geübte Heimwerker selbst verlegen. Entscheidend für das Ergebnis ist fast immer die Vorbereitung: Der Untergrund muss eben, tragfähig, sauber und ausreichend trocken sein. In diesem Kapitel finden Sie Anleitungen für die einzelnen Beläge, jeweils mit Rechner für die Bestellmenge.

Die unterschiedlichen Wandbeläge

Wenn es um Wandbeläge geht, denken die meisten sicherlich an Putz und Farbe sowie an Tapeten. Dabei gibt es aber noch eine Vielzahl weiterer Wandbeläge. Hierzu gehören beispielsweise Fliesen und Platten aus Naturstein oder in Steinoptik. Daneben können die Wände mit Holz, Kork oder auch Glas verkleidet werden. In Bad und Küche zählt vor allem, dass der Belag Feuchtigkeit und Reinigung verträgt; in Duschbereichen gehört unter Fliesen eine Verbundabdichtung. Einige Beispiele für die Wandgestaltung sind hier zu sehen:

 

Die verschiedenen Bodenbeläge

Die Auswahl an möglichen Bodenbelägen ist sehr groß, wobei es natürlich immer auch ein wenig darauf ankommt, für welchen Raum der Bodenbelag bestimmt ist. Nicht jedes Material ist für jeden Raum geeignet und mitunter muss der Untergrund bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um ein optimales Ergebnis sicherzustellen. Einige Beläge gibt es dabei übrigens als Wand- und als Bodenbeläge, so dass durch eine geschickte Materialauswahl ein harmonisches Gesamtbild erzielt werden kann. Wenn es nun aber darum geht, welche Bodenbeläge eigentlich zur Auswahl stehen, lassen sich folgende Beläge als die wichtigsten und am häufigsten verwendeten nennen:

parkett1.)Parkett gehört zu den hochwertigsten Fußböden überhaupt. Dieser Fußbodenbelag wird schon seit vielen Jahrhunderten verlegt, war lange Zeit aber den wohlhabenden Oberschichten vorbehalten. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert fand das Parkett zunehmend seinen Weg in die Wohnungen normaler Bürger. Heute gibt es Parkett in vielen unterschiedlichen Varianten, für verschiedene Einsatzbereiche und in unzähligen Farbtönen. Heute ist Parkett in vielen Preisklassen erhältlich. Fertigparkett mit Klickverbindung lässt sich schwimmend verlegen und ist auch für geübte Heimwerker machbar. Massivparkett wird dagegen meist verklebt und nach dem Verlegen geschliffen und versiegelt, was Erfahrung und Maschinen erfordert. Ein Vorteil: Parkett mit ausreichender Nutzschicht lässt sich mehrfach abschleifen und erneuern.

2.)Laminat hat eine Trägerplatte aus Holzwerkstoff und eine bedruckte, versiegelte Oberfläche. Es ist kratzfest und pflegeleicht, darf aber nur nebelfeucht gewischt werden, weil stehendes Wasser die Kanten aufquellen lässt. Für die Beanspruchung gibt es Nutzungsklassen nach DIN EN 13329; für Wohnräume genügen meist die Klassen 22 oder 23. Laminat gibt es in den verschiedensten Dekoren und Farben. Ein großer Vorteil vom Laminat ist, dass es recht leicht zu handhaben ist und somit auch ein weniger geübter Heimwerker Laminat ohne größere Schwierigkeiten selbst verlegen kann.

Teppich3.)Teppichboden gehört nach wie vor zu den überaus beliebten Bodenbelägen, insbesondere in Kinder- und Schlafzimmern. Teppichboden ist weich, fußwarm und dämpft Trittschall und Raumhall spürbar. Ob er für Hausstauballergiker geeignet ist, wird unterschiedlich bewertet; entscheidend ist regelmäßiges Saugen mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter. In Bad und Küche ist Teppich ungeeignet.

PVC Bodenbelag4.)Bodenbeläge aus PVC gibt es als Bahnenware und als Vinyl- oder Designbelag in Planken und Fliesen, teils mit Klickverbindung. Sie sind wasserfest, pflegeleicht, vergleichsweise weich und leise und eignen sich deshalb auch für Küche, Bad und Kinderzimmer. Achten Sie auf emissionsarme Produkte ohne Weichmacher auf Phthalatbasis, zum Beispiel mit dem Umweltzeichen Blauer Engel.

Fliesen Bodenbelag5.)Fliesen gibt es sowohl als Wand- als auch als Bodenbelag. Die großen Stärken von Fliesen liegen darin, dass sie robust, pflegeleicht und sehr hygienisch sind. Dabei lässt die Auswahl an Designs, Größen, Materialien, Farben und Oberflächenstrukturen kaum Wünsche offen. Allerdings ist nicht jede Fliese für jeden Einsatzbereich geeignet, weshalb neben der Optik vor allem der Faktor Abriebfestigkeit eine entscheidende Rolle spielt. Das Verlegen von Fliesen ist sicher etwas schwieriger als beispielsweise das Verlegen von Teppichboden oder Laminat. Für glasierte Bodenfliesen gibt die Abriebklasse (PEI I bis V) an, wie stark sie beansprucht werden dürfen, für unglasiertes Feinsteinzeug spielt sie keine Rolle. In Nassbereichen ist außerdem die Rutschhemmung wichtig. Mit Geduld, gutem Werkzeug und einem ebenen Untergrund können geübte Heimwerker Fliesen selbst verlegen; bei großen Formaten ist das deutlich anspruchsvoller.

Kork Bodenbelag6.)Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Er ist fußwarm, elastisch und dämpft Trittschall. Es gibt Korkfertigparkett mit Klickverbindung, das sich wie Laminat verlegen lässt, und Korkfliesen zum Verkleben. Die Oberfläche ist lackiert oder geölt und muss entsprechend gepflegt werden; unbehandelter Kork ist empfindlich gegen Flecken.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis

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