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Haus bauen

Kapitel 01 · 11 Seiten

haus-bauenIn diesem Kapitel geht es um den Hausbau von der Finanzplanung über die Wahl der Bauweise bis zu einzelnen Bauteilen wie Keller, Dach, Balkon und Vordach. Die Seiten erklären, welche Entscheidungen in welcher Reihenfolge anstehen, welche Arbeiten sich für Eigenleistung eignen und wo Fachbetrieb, Statiker oder Behörde gefragt sind.

Am Anfang steht die Finanzplanung. Bevor Grundstück oder Haustyp feststehen, sollte klar sein, welche monatliche Rate dauerhaft tragbar ist und wie viel Eigenkapital vorhanden ist. Zu den reinen Baukosten kommen Grundstück, Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch), Hausanschlüsse, Außenanlagen und ein Puffer für Unvorhergesehenes. Erst wenn dieser Rahmen steht, lohnt die Frage, ob Sie selbst bauen, mit Eigenleistung bauen oder schlüsselfertig bauen lassen. Danach folgt die Wahl der Bauweise: Massivhaus oder Fertighaus.

Ein Massivhaus als Eigenheim

Ein Massivhaus wird Stein auf Stein oder aus Beton auf der Baustelle errichtet, etwa aus Kalksandstein, Porenbeton, Ziegel oder Leichtbeton. Die Wände schließen die Räume ab und tragen zugleich die Lasten von Decken und Dach. Außen sind sie verputzt, verklinkert oder als Sichtmauerwerk ausgeführt.

Schwere Wände und Decken speichern viel Wärme. Im Sommer verzögert das die Erwärmung der Räume, im Winter gleicht es Temperaturschwankungen aus. Für den Heizenergiebedarf entscheidend ist aber nicht die Wanddicke allein, sondern der Wärmeschutz der gesamten Gebäudehülle, den das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) vorgibt. Massive Bauteile dämmen durch ihr Gewicht außerdem Luftschall gut, was bei Trennwänden und Decken zwischen Wohnbereichen spürbar ist.

Nachteilig ist die längere Bauzeit. Mauerwerk, Beton und Estrich bringen viel Wasser in den Bau, das vor dem Einzug austrocknen muss. Wer zu früh Bodenbeläge verlegt oder dicht bewohnt, riskiert Feuchteschäden und Schimmel. Planen Sie deshalb Trocknungszeiten ein und lassen Sie vor dem Verlegen von Parkett oder Fliesen die Restfeuchte des Estrichs messen.

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Ein Fertighaus als Eigenheim

Bei einem Fertighaus werden Wand-, Decken- und Dachelemente im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle meist innerhalb weniger Tage montiert. Die meisten Fertighäuser sind Holzrahmen- oder Holztafelbauten, es gibt aber auch vorgefertigte Massivelemente. Äußerlich unterscheidet sich ein Fertighaus kaum von einem gemauerten Haus. Da im Werk unter gleichbleibenden Bedingungen gefertigt wird, sind Maßhaltigkeit und Ausführung gut kontrollierbar.

Fertighäuser werden in unterschiedlichen Ausbaustufen angeboten:

  • Schlüsselfertig: Der Anbieter übernimmt Rohbau und Innenausbau. Der Begriff ist rechtlich nicht geschützt, entscheidend ist allein die Bau- und Leistungsbeschreibung. Prüfen Sie dort, ob Bodenplatte oder Keller, Malerarbeiten, Bodenbeläge und Hausanschlüsse enthalten sind.
  • Ausbauhaus: Meist wird die geschlossene, gedämmte Hülle mit Dach, Fenstern und Außentüren geliefert. Den Innenausbau übernehmen Sie selbst oder beauftragen einzelne Gewerke. Welche Installationen vorbereitet sind, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden.
  • Bausatzhaus: Der Hersteller liefert Material und Pläne, den Bau übernimmt der Bauherr. Das setzt Erfahrung, viel Zeit und eine fachkundige Bauleitung voraus.

Eigenleistung spart nur dann Geld, wenn sie fachgerecht und im Zeitplan erbracht wird. Mängel aus Eigenleistung fallen nicht unter die Gewährleistung des Anbieters, und Verzögerungen verlängern die Zeit, in der Miete und Kreditraten gleichzeitig anfallen. Klären Sie außerdem mit der Bank, in welchem Umfang sie Eigenleistung als Eigenkapital anerkennt.

Vorteile des Fertighauses sind die kurze Bauzeit und ein Festpreis für den vereinbarten Leistungsumfang. Ob es insgesamt günstiger ist als ein Massivhaus, hängt vom Einzelfall ab; vergleichen Sie Angebote nur bei gleicher Ausstattung und gleichem Leistungsumfang. Grenzen setzt das Raster des Herstellers: Individuelle Grundrisse sind meist möglich, Änderungen nach Vertragsabschluss aber teuer.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis

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