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Brettertür selber bauen: Bauart, Z-Strebe und Maße

Anders als eine Rahmentür hält eine Brettertür allein durch Querriegel und eine diagonale Strebe in Form. Die Strebe setzt am unteren Riegel auf der Bandseite an und steigt zur Schlossseite. So leitet sie das Türgewicht als Druck ins untere Band; umgekehrt eingebaut arbeitet sie auf Zug, und die Tür sackt nach den Erfahrungen der Fachzeitschrift HolzWerken mit der Zeit ab.

Brettertüren, oft auch Z-Türen genannt, sind die übliche Bauweise für Schuppen, Gartenhaus, Kellerverschlag und Stall. Sie bestehen aus wenigen Werkstücken, die Bretter werden mit den Riegeln verschraubt, genagelt oder in Gratleisten geführt, und das Holz darf mit der Luftfeuchte arbeiten, ohne dass das Türblatt reißt. Bevor Sie Holz kaufen, stehen die Bauart und das Türblattmaß mit der Lage der Riegel fest; die Holzart richtet sich danach, wo die Tür hängt.

Brettertür, Lattentür oder aufgedoppelte Tür: welche Bauart passt?

Alle Varianten haben senkrecht stehende Bretter oder Latten. Sie unterscheiden sich darin, was das Türblatt gegen Absinken und Verziehen sichert und wie dicht es schließt.

Bauart Aufbau Was die Form hält Passt für Grenze
Brettertür mit Z-Strebe Bretter mit Nut und Feder oder Falz, zwei Querriegel, eine Diagonalstrebe Strebe auf Druck zum unteren Band Schuppentür, Gartenhaus, Kellertür, Stalltür arbeitet sichtbar mit der Luftfeuchte, lässt sich schlecht wetterdicht machen
Lattentür Latten mit Abstand auf Riegeln und Strebe wie bei der Z-Tür Kellerverschlag, Holzlager, Abstellraum, der belüftet bleiben soll kein Sicht- und kein Witterungsschutz
Riegeltür mit Gratleisten, ohne Strebe Querleisten in einer schwalbenschwanzförmigen Gratnut eingeschoben Gratleisten halten die Bretter eben, gegen Absinken wirken sie nicht kleine, leichte Türen und Klappen, etwa an Schrank oder Kiste bei einer Tür in Raumhöhe sinkt die Schlossseite ab
Aufgedoppelte Brettertür Brettlage auf einem inneren Rahmen oder einer Platte Rahmen oder Platte stark beanspruchte Außentür, Tür mit Schloss im Türblatt mehr Gewicht und mehr Arbeitsgänge

Eine Gratleiste ist eine Querleiste, die in eine schwalbenschwanzförmige Nut auf der Rückseite der Bretter eingeschoben und nicht verleimt wird. Sie verhindert, dass sich die Bretter wölben, kann aber das Gewicht der freien Türseite nicht abstützen. Im HolzWerken-Beitrag zu Brettertüren heißt es dazu, dass gegen das Absinken der unbefestigten Seite nur eine kräftige Diagonalstrebe hilft. Wer statt Brettern eine Platte oder einen verleimten Rahmen bevorzugt, findet beide Bauweisen unter Tür selber bauen. Für Tore zwischen zwei Pfosten gilt dieselbe Strebenregel; Flügelmaße und Lattenverteilung rechnet der Rechner auf der Seite Gartentore selber bauen.

In welche Richtung muss die Strebe einer Z-Tür laufen?

Eine Tür hängt nur an einer Seite, an ihren Bändern. Die Schwerkraft zieht die gegenüberliegende Schlossseite nach unten, das Türblatt will sich zu einem Parallelogramm verschieben. Die Strebe verhindert das, und zwar auf zwei mögliche Arten.

Richtige und falsche Strebenrichtung einer Brettertür Links: Strebe vom unteren Riegel an der Bandseite zum oberen Riegel an der Schlossseite, sie steht unter Druck. Rechts: Strebe vom oberen Riegel an der Bandseite zum unteren Riegel an der Schlossseite, sie steht unter Zug. richtig: Strebe auf Druck falsch: Strebe auf Zug Bänder links Last geht als Druck ins untere Band Bänder links Schlossseite hängt an den Schrauben

Bei der richtigen Anordnung steht das untere Ende der Strebe auf dem unteren Riegel an der Bandseite, das obere Ende stützt den oberen Riegel an der Schlossseite. Die Gewichtskraft der freien Türseite drückt die Strebe zusammen und wird über sie in das untere Band geleitet. Druck überträgt sich über eine anliegende Fläche auch dann noch, wenn Schrauben locker werden. Bei der umgekehrten Anordnung hängt die Schlossseite über die Strebe am oberen Band. Die Kraft muss dann durch die Schrauben oder Nägel an den Strebenenden, und HolzWerken beschreibt genau diesen Fall: Solche Türen sacken mit der Zeit ab, klemmen und schleifen, weil sich die Verbindungen zwischen Riegel und Strebe nach und nach lockern.

Das Bild der Z-Tür führt deshalb leicht in die Irre. Ob von vorn ein Z oder ein gespiegeltes Z zu sehen ist, hängt davon ab, auf welcher Seite die Bänder sitzen und von welcher Seite Sie auf die Tür schauen. Verlässlich ist nur die Regel: Das untere Ende der Strebe liegt immer auf der Seite der Bänder.

Damit die Strebe den Druck flächig an den Riegel abgibt, wird sie an beiden Enden in einen Versatz gesetzt. Ein Versatz ist eine flache Ausklinkung im Riegel, an der das schräg geschnittene Strebenende satt anliegt. Auf vesab.de wird für eine Schuppentür eine Einschnitttiefe von etwa einem Sechstel der Holzdicke beschrieben, mit dem Schnitt auf der Winkelhalbierenden, und die Strebe beginnt dort rund 5 cm von der Türkante entfernt. Hat die Tür drei Riegel, bekommt jedes Feld zwischen zwei Riegeln eine eigene Strebe, und beide steigen von der Bandseite zur Schlossseite an.

Wie viele Bretter und wie lang wird die Strebe?

Ausgangspunkt ist das Maß des Türblatts. Eine einschlagende Tür sitzt in der Öffnung oder in einer Zarge und ist ringsum um die nötige Luft kleiner als die Öffnung. Eine aufschlagende Tür, wie sie an Schuppen und Ställen verbreitet ist, liegt außen vor der Öffnung und ist um die gewünschte Überdeckung größer; sie deckt dabei die Fuge zwischen Türblatt und Wand ab. Für die Riegel gibt das Türblatt die Lage vor: Die Bänder werden über die Riegel geschraubt, damit die Last in einem durchgehenden Holz ankommt. Das Buch „Türen selbst bauen“ aus dem HolzWerken-Verlag nennt für das obere Band 125 bis 175 mm Abstand zur Oberkante und für das untere Band 225 bis 275 mm zur Unterkante; ein drittes Band sitzt mittig dazwischen. Diese Werte sind im Rechner vorbelegt.

Rechner · Bretter, Riegel und Strebe einer Brettertür








Die Strebenlänge ist das Richtmaß auf der Mittellinie zwischen den Innenkanten der Riegel. Das genaue Maß mit den Versätzen wird am aufgelegten Werkstück angerissen. Die Rechnung läuft in Ihrem Browser, es werden keine Daten übertragen.

Mit den Vorgaben, also einem Türblatt von 900 × 1900 mm, Brettern mit 90 mm Deckbreite und zwei Riegeln von 120 mm Breite, ergibt das 10 Bretter in voller Breite. Zwischen den Innenkanten der Riegel bleiben senkrecht 1380 mm, waagerecht liegen zwischen den Strebenenden 800 mm. Die Strebe wird damit rund 1595 mm lang und steht etwa 60 Grad zur Waagerechten. Bei einem 860 mm breiten Türblatt und gleichen Brettern reichen ebenfalls 10 Bretter; dann werden die beiden äußeren auf je 70 mm Deckbreite zugeschnitten, damit die Tür symmetrisch bleibt und kein schmaler Streifen an einer Kante sitzt.

Welches Holz und welches Brettprofil eignet sich?

Für eine Tür im Freien entscheidet die natürliche Dauerhaftigkeit des Kernholzes, wie lange das Holz ohne chemischen Schutz gegen Pilzbefall besteht. DIN EN 350 teilt sie in Klassen von 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht dauerhaft) ein. Der helle Splint am Rand des Stammes gilt grundsätzlich als nicht dauerhaft; die Klassen beziehen sich nur auf das Kernholz.

Holzart Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350 (Kernholz) Einordnung
Fichte, Tanne 4 wenig dauerhaft
Kiefer 3–4 mäßig bis wenig dauerhaft
Lärche, Douglasie 3–4 mäßig bis wenig dauerhaft
Eiche 2 dauerhaft
Robinie 1–2 sehr dauerhaft bis dauerhaft

Für eine Tür im trockenen Keller oder Nebenraum, die weder Regen noch Spritzwasser abbekommt, genügt Fichte. Eine Schuppentür, die Regen abbekommt, profitiert von Lärche, Douglasie oder Eiche, oder von einem Anstrich, der regelmäßig erneuert wird. Bei Eiche ist der Beschlag mitzudenken: Das HolzWerken-Buch weist darauf hin, dass Beschläge aus Eisen und Stahl bei tanninreichen Hölzern wie Eiche Verfärbungen verursachen können. Schrauben und Bänder aus Edelstahl vermeiden das.

Beim Profil kommt es auf die Überlappung an. Holz quillt und schwindet vor allem in der Breite und in der Dicke, kaum in der Länge. Stoßen glatte Bretter nur stumpf aneinander, öffnen sich bei trockener Luft durchgehende Fugen. Nut-und-Feder-Bretter oder gefalzte Bretter überdecken die Fuge, auch wenn sie sich bewegt. Breite Bretter bewegen sich stärker als schmale: Das HolzWerken-Buch nennt für die meisten nordamerikanischen Laubhölzer bei einem 300 mm breiten, rund eingeschnittenen Brett 3 bis 4 mm zwischen trockenster und feuchtester Jahreszeit, im Extrem bis zu 6 mm. Für eine Brettertür sind schmalere Profilbretter deshalb die ruhigere Wahl.

Verleimt werden die Bretter untereinander nicht, weil der Leim die Bewegung jedes einzelnen Bretts sperren würde. Auf vesab.de wird jedes Brett an jedem Riegel und an der Strebe mit einer Schraube befestigt, empfohlen sind Edelstahlschrauben. Eine einzelne Schraube je Kreuzungspunkt lässt das Brett zu beiden Seiten hin arbeiten.

Welche Bänder und Verschlüsse braucht eine Brettertür?

An Brettertüren werden überwiegend aufliegende Bänder verwendet, die nicht in die Kante eingelassen, sondern auf die Fläche geschraubt werden. Ein Ladenband ist ein langes Flachband, das quer über den Riegel läuft und mit seiner Öse auf einem Kloben am Pfosten oder an der Zarge hängt. Ein Kreuzgehänge verbindet ein solches Flachband mit einer kurzen Platte am Pfosten. Auf vesab.de werden für eine Schuppentür außerdem Werfgehänge genannt, dort als einfache Scharniere aus dem Baumarkt beschrieben. Ladenband und Kreuzgehänge geben die Last über ihre Länge in den Riegel ab; gleich welches Band Sie wählen, es gehört auf einen Riegel und nicht auf die Bretter dazwischen.

Zwei Bänder sind das Minimum. Das HolzWerken-Buch empfiehlt für Türen aus Vollholz fast immer drei; für eine Brettertür heißt das: drei Riegel, zwei Streben, und das mittlere Band auf dem mittleren Riegel. Als Verschluss genügt an Schuppen und Kellerverschlag ein Kastenriegel oder eine Überfalle für ein Vorhängeschloss. Den Türgriff setzt das Buch auf etwa 1000 mm über den Boden.

Wie wird die Brettertür gebaut?

Gebaut wird liegend, mit der Rückseite nach oben. Die Bretter werden auf einer ebenen Unterlage zusammengeschoben, mit Zwingen leicht gespannt und auf das Türblattmaß gebracht; die Randbretter werden dabei nach dem Rechner gleichmäßig schmaler geschnitten. Gleich lange Diagonalen über das ganze Türblatt zeigen, dass es rechtwinklig liegt. Dann werden die Riegel auf die Bandhöhen gelegt und je Brett mit einer Schraube befestigt. Die Schrauben werden von der Riegelseite gesetzt und so lang gewählt, dass sie nicht auf der Sichtseite austreten.

Die Strebe wird erst danach angepasst: auflegen, die Versätze an beiden Riegeln anreißen, ausklinken, die Strebenenden schräg schneiden und so lange nacharbeiten, bis die Strebe ohne Spalt anliegt. Vor dem Verschrauben wird die Richtung noch einmal geprüft, denn eine falsch eingebaute Strebe lässt sich später nur durch Neubau ändern. Die untere Hirnholzkante der Bretter nimmt Feuchtigkeit am stärksten auf; sie wird bei einer Außentür vor dem Einhängen besonders sorgfältig gestrichen oder geölt. Zuletzt werden die Bänder über die Riegel geschraubt und die Tür eingehängt. Wie die Türöffnung im Wandaufbau eines Gartenschuppens vorbereitet wird, beschreibt die Seite Schuppen selber bauen.

Warum hängt eine Brettertür durch oder klemmt?

Die meisten Schäden an selbst gebauten Brettertüren lassen sich auf wenige Ursachen zurückführen.

Sinkt die Schlossseite ab, ist zuerst die Strebe zu prüfen. Läuft sie von oben an der Bandseite nach unten zur Schlossseite, arbeitet sie auf Zug, und das Absinken wird mit jedem Jahr stärker. Abhilfe ist eine neue Strebe in der richtigen Richtung. Liegt die Strebe richtig, aber mit Spalt im Versatz, kann sie erst tragen, wenn die Tür schon abgesackt ist; dann wird der Versatz nachgearbeitet oder die Strebe neu eingepasst. Sitzen die Bänder neben den Riegeln auf einzelnen Brettern, ziehen sie diese Bretter heraus, statt die Tür zu tragen.

Klemmt die Tür nur in der feuchten Jahreszeit, hat das Türblatt zu wenig Luft für das Quellen der Bretter. Öffnen sich im Sommer Fugen, sind die Bretter ohne Überlappung gestoßen oder zu breit gewählt. Wölbt sich das Türblatt quer, halten die Riegel die Bretter nicht eben genug; bei hohen Türen hilft ein dritter Riegel. Bei einer Tür, die bereits stark verzogen ist, lohnt der Neubau mit drei Riegeln und schmaleren Profilbrettern meist mehr als das Richten.

Quellen: HolzWerken, „Brettertüren brauchen Druck und nicht Zug„; HolzWerken-Verlag, „Türen selbst bauen“, Leseprobe (Bandlage, Anzahl der Bänder, Holzbewegung, Verfärbung bei Eiche); vesab.de, „Schuppentür bauen“ (Versatz, Strebenabstand, Verschraubung); DIN EN 350 zur natürlichen Dauerhaftigkeit, Klassen nach sanier.de. Stand: Oktober 2026.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis