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Tomaten Gewächshaus selber bauen

Tomaten gehören zu den sehr beliebten und in vielen heimischen Gärten angebauten Gemüsesorten. Viele Hobbygärtner dürften allerdings das Problem kennen, dass die Pflanzen im Freiland zuerst sehr schön wachsen und gedeihen und die zahlreichen Blüten und Fruchtansätze eine gute Ernte versprechen. Im Spätsommer zeigen sich dann jedoch auf einmal braune Stellen auf den Tomaten. Der Grund hierfür ist meist die sogenannte Kraut- und Braunfäule. Auslöser ist ein Eipilz (Phytophthora infestans), der Nachtschattengewächse wie Kartoffeln und Tomaten befällt und sich vor allem ausbreitet, wenn die Blätter länger nass sind. Ein Dach über den Tomaten hält die Blätter trocken und senkt so das Infektionsrisiko deutlich. Um die eigenen Pflanzen vor der weit verbreiteten Pilzerkrankung zu schützen und auch auf den Einsatz von Spritzmitteln verzichten zu können, ist es daher durchaus sinnvoll, die Tomaten in einem kleinen Gewächshaus anzubauen.

Bausätze für Tomatenhäuser sind in verschiedenen Größen und unterschiedlichen Ausführungen in Baumärkten und Gartencentern erhältlich, mit etwas handwerklichem Geschick kann der Gartenbesitzer sein Tomatenhaus aber problemlos auch selber bauen. Eine Idee dafür stellt die folgende Anleitung vor.

Und damit die Tomaten im selbstgebauten Gewächshaus dann auch tatsächlich wachsen und gedeihen, hier noch ein paar Tipps rund um den Anbau von Tomaten:

Die Materialien für ein Tomaten-Gewächshaus zum Selbstbauen

  • 3 Kanthölzer, 230 x 8 x 8cm
  • 3 Kanthölzer, 210 x 8 x 8cm
  • 2 Kanthölzer, 200 x 8 x 8cm
  • 6 Dachlatten, 100 x 8 x 4cm
  • Gewächshausfolie
  • Tacker und Tackernadeln
  • rostfreie Schrauben und Metallwinkel
  • 2 Holzleisten, 90 x 2 x 2cm
  • für Holz in Erdkontakt: kesseldruckimprägnierte Kanthölzer oder Pfostenträger

 

Eine Anleitung zum Tomaten-Gewächshaus selber bauen

1. Schritt: das Grundgerüst bauen

Da die Pfosten im Erdreich stehen, sollten sie aus kesseldruckimprägniertem Holz für Erdkontakt bestehen; nachträglich aufgestrichene Holzschutzmittel dringen nur oberflächlich ein und sollten in der Nähe von Gemüse ohnehin vermieden werden. Alternativ werden die Pfosten in einbetonierte Pfostenträger gestellt. Damit das Gewächshaus für die Tomaten später sicher steht und auch einem größeren Wind ohne Probleme standhält, müssen die senkrechten Pfosten ausreichend tief im Erdreich versenkt werden. Daher werden nun sechs rund 50cm tiefe Löcher ausgehoben. Vier Löcher werden dabei so angeordnet, dass sich ein 200cm langes und 80cm breites Rechteck ergibt. Die beiden weiteren Löcher werden mittig in den langen Seiten ausgehoben.

Die imprägnierten Hölzer werden dann in die Löcher gestellt und gerade ausgerichtet, danach werden die Löcher wieder verfüllt. Die Kanthölzer werden in zwei unterschiedlichen Längen verbaut, wodurch die eine Kantholzreihe höher ist als die andere. Dies hat den Hintergrund, dass auf diese Weise eine leicht geneigte Dachfläche entsteht, die das Abfließen von Regenwasser unterstützt. Wenn alle senkrechten Pfosten stehen, werden die beiden 200cm langen Kanthölzer auf die Balkenreihen aufgelegt und verschraubt. Auf diese waagerechten Hölzer werden anschließend die sechs Dachlatten aufgelegt und mithilfe von Winkeln befestigt.

Tomaten Gewächshaus selber bauen

 

2. Schritt: die Folie anbringen

Nun wird das fertige Grundgerüst mit Folie verkleidet. Dazu wird die Folie zugeschnitten und mithilfe von Tacker und Tackernadeln innen an den Hölzern befestigt. Wichtig dabei ist, die Folie beim Anbringen möglichst straff zu spannen, um dem Wind so keine Angriffsfläche zu bieten. Auf der Dachfläche können außerdem einige kleine Löcher in die Folie gestochen werden, die bei starkem Regen Wasseransammlungen auf dem Dach entgegenwirken. Auf einer schmalen Seite des Gewächshauses wird die Folie allerdings nicht innen angebracht, denn hier wird eine Art Tür montiert. Dafür wird ein Stück Folie zugeschnitten und an beiden Enden um jeweils eine der 2cm starken Holzleisten geschlagen. Die obere Leiste wird anschließend an den senkrechten Pfosten oder der vorderen Dachlatte festgeschraubt. Die untere Leiste wird nicht fixiert und sorgt dafür, dass die Folie gerade herunterhängt. Damit ist das Tomaten-Gewächshaus fertig und kann bepflanzt werden. An warmen Tagen wird die Folientür hochgerollt, damit die Luft zirkuliert; zu hohe Temperaturen und stehende, feuchte Luft schaden den Pflanzen ebenso wie Regen.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis