Bauen mit Holz: Diese Werkzeuge brauchen Sie dazu

Infos zu Bauen mit Holz
Bei vielen Heimwerker-Projekten bauen Sie mit Holz.

Ob leidenschaftlicher Selbermacher oder gelegentlicher Hobby-Heimwerker: Damit die geplanten Projekte effektiv, sicher und mit guten Ergebnissen umgesetzt werden können, muss geeignetes Werkzeug her. Zudem macht das Werkeln nur halb so viel Spaß, wenn Sie ständig improvisieren müssen, weil die richtigen Mittel fehlen. Allerdings ist die Auswahl im Baumarkt riesig. Und qualitativ hochwertiges Werkzeug hat seinen Preis. Damit stellt sich die Frage, was eigentlich zur Grundausstattung eines Heimwerkers gehört. Wir verraten, welche Werkzeuge Sie sich zulegen sollten, wenn Sie überwiegend mit Holz bauen.

Einen Schrank zusammenbauen, einen neuen Fußboden verlegen, ein Regal an der Wand montieren, ein Möbelstück aus Europaletten entwerfen: Mit dem richtigen Werkzeug ist das alles kein Problem. Doch wenn die heimische Werkstatt nicht viel hergibt, wird es schwierig.

Inzwischen gibt es zwar verschiedene Multifunktionswerkzeuge. Aber ein Gerät, das als echter Allrounder für alle Arbeiten eingesetzt werden kann, wurde bislang nicht erfunden. Zumindest eine kleine Sammlung an Werkzeugen und Maschinen ist deshalb notwendig.

Dabei ist eine Ausstattung optimal, mit der Sie so ziemlich alle Aufgaben in Angriff nehmen können. Und wie diese Ausstattung aussehen kann, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Die wichtigsten Werkzeuge fürs Bauen mit Holz

Was die eigene Werkstatt angeht, kommt es natürlich immer ein bisschen darauf an, was und wie Sie bevorzugt werkeln.

Kümmern Sie sich vor allem um Arbeiten am Haus und im Garten, brauchen Sie anderes Werkzeug, als wenn Sie hauptsächlich in der Wohnung zugange sind. Sind Möbel und Deko Ihr Ding oder restaurieren Sie am liebsten alte Möbel, benötigen Sie noch einmal eine etwas andere Ausstattung.

Trotzdem gibt es eine Art Grundausstattung, die für alle Heimwerker in etwa gleich ist. Das liegt zum einen daran, dass diese Ausstattung Basis-Werkzeuge umfasst. Zum anderen werden Sie als Heimwerker oft mit Holz bauen. Denn Holz ist ein Baustoff, der sehr vielseitig einsetzbar ist und sich einfach verarbeiten lässt.

Anders als zum Beispiel Metall oder Kunststoff können Sie Holz ohne großen Aufwand zuschneiden, verbinden, schleifen und einfärben. Außerdem ist Holz stabil, leicht zu besorgen und vergleichsweise günstig. Viele Werkzeuge in der heimischen Werkstatt sind deshalb vor allem auf den Holzbau ausgelegt.

Doch was gehört denn nun in die Werkzeugkiste oder auf die Werkbank? Hier eine Liste:

Hammer

Der Hammer sollte in jeder Werkzeugkiste vorhanden sein. Denn mit dem Hammer können Sie nicht nur Nägel ins Holz oder die Wand schlagen. Stattdessen nutzen Sie den Hammer auch als Schlagwerkzeug, wenn Sie zum Beispiel Bretter und Paneele zusammentreiben oder Oberflächen abtragen. Um die Kraft zu verstärken, ist der Hammer ebenfalls ein gutes Hilfsmittel.

Für die Grundausstattung ist ein Schlosserhammer mit einem Gewicht zwischen 400 und 500 Gramm die richtige Wahl. Der Griff sollte aus Holz bestehen. So ein Hammer liegt nämlich besser in der Hand als ein Hammer mit Metallgriff.

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Eine sinnvolle Ergänzung kann ein Zimmermannshammer sein. Er verfügt über eine Aussparung, die sowohl das Einschlagen als auch das Herausziehen von Nägeln erleichtert. Da ein Zimmermannshammer in aller Regel aus Stahl besteht, eignet er sich auch für Arbeiten mit grobem Holz wie zum Beispiel den Balken am Dach.

Schraubendreher

Auch Schraubendreher gehören in jede Werkzeugkiste. Schließlich finden sich ständig und an allerlei Orten Schrauben, die nachgezogen oder gelöst werden müssen.

Da es Schrauben aber in unterschiedlichen Formen und Größen gibt, ist es mit einem Schraubendreher nicht getan. Stattdessen sollten Sie sich Kreuz- und Fachschraubendreher in je drei verschiedenen Größen besorgen. Dazu kommen noch ein Spannungsprüfer für 220 Volt und ein oder zwei Torx-Schraubendreher. Damit ist die Kollektion komplett.

Schraubenschlüssel

Gewissermaßen das Gegenstück zu den Schraubendrehern, die im Volksmund auch Schraubenzieher genannt werden, sind Schraubenschlüssel. Diese brauchen Sie, um Muttern zu lösen oder fest anzuziehen.

Ob Sie sich für separate Maul- und Ringschlüssel entscheiden oder zu Kombi-Werkzeugen greifen, die auf der einen Seite einen Maulschlüssel und auf der anderen Seite einen Ringschlüssel haben, bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Ratsam ist aber, dass Sie sich die Schlüssel zumindest in den gängigsten Größen besorgen. Eine Alternative kann ein kompakter Steck-Schlüsselsatz sein.

Zusätzlich sollten Sie über ein paar Innensechskantschlüssel nachdenken. Auch als Inbusschlüssel bezeichnet, brauchen Sie diese Werkzeuge zum Beispiel recht oft, wenn Sie Möbel aus dem Möbelhaus zusammenbauen.

Bohrmaschine

Die Bohrmaschine zählt zu den Elektrowerkzeugen, die in Baumärkten am häufigsten verkauft werden. Und das hat auch seinen Grund. Denn die Bohrmaschine kommt bei den unterschiedlichsten Arbeiten zum Einsatz. Beim Bauen mit Holz brauchen Sie die Bohrmaschine genauso wie beim Verarbeiten von Metall und Kunststoff oder auf dem Bau.

Für den Heimwerker-Bereich genügt eine kleinere Handbohrmaschine. Achten Sie nur darauf, dass das Gerät ein einstellbares Schlagwerk hat. Dadurch können Sie die Maschine universell einsetzen.

Zu Ihrer Bohrmaschine sollten Sie sich dann noch ein Sortiment an Bohrern zulegen. Mit Bohrern jeweils für Holz, Metall und Stein mit vier, sechs, acht und zehn Millimetern Durchmesser sind Sie für ziemliche alle Arbeiten gewappnet.

Akkuschrauber

Der Akkuschrauber ist Schraubendreher und Bohrmaschine in einem. Sie können damit also sowohl Schrauben eindrehen und lösen als auch kleine Löcher bohren.

Als Heimwerker brauchen Sie kein Profi-Gerät, das besonders leistungsfähig ist. Denn große Löcher bohren Sie ohnehin mit der Bohrmaschine und für Schraubarbeiten reicht die Leistung von praktisch jedem Akkuschrauber aus.

Achten Sie beim Kauf nur darauf, dass das Gerät ein automatisches Spannfutter hat und bis zu zehn Millimeter große Bohrer aufnehmen kann. Zusammen mit einem Sortiment an Bits in gängigen Größen wird der Akkuschrauber zu einem vielseitig einsetzbaren Helfer.

Säge

Um die Baumaterialien für Ihr Projekt ins richtige Format zu bringen, brauchen Sie eine Säge. Allerdings ist das Angebot riesig und jede Säge hat ihre Vor- und ihre Nachteile. Eine Auswahl zu treffen, ist deshalb nicht ganz einfach.

Für den Anfang ist aber eine Handbügelsäge mit einem 30 Zentimeter langen Sägeblatt eine gute Wahl. Besorgen Sie sich dazu Sägeblätter für Holz, Metall und Kunststoff, können Sie fast alle Werkstoffe sicher und sauber durchtrennen.

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Eine optimale Ergänzung ist eine Stichsäge. Damit können Sie Werkstoffe abschneiden, in verschiedene Formen sägen und auch Aussparungen aussägen.

Zangen

Eine kleine Auswahl an Zangen sollte in Ihrer Werkzeugkiste ebenfalls nicht fehlen. Dazu gehört zunächst eine Kombizange. Damit können Sie zum Beispiel dünne Drähte abschneiden oder auch Nägel, Schrauben und andere Kleinteile festhalten.

Um Kabel und dickere Drähte zu kürzen, ist ein Seitenschneider das richtige Werkzeug. Eine Wasserpumpenzange hilft dabei, geschraubte Verbindungen ohne größeren Kraftaufwand zu lösen oder anzuziehen. Mit einer Spitzzange erreichen Sie auch kleine Ecken.

Im Baumarkt finden Sie noch jede Menge anderer Zangen, teils für spezielle Verwendungen. Für die typischen Heimwerker-Projekte brauchen Sie solche Spezialzangen aber meist nicht.

Schwingschleifer

Beim Bauen mit Holz ist das Schleifen ein Arbeitsschritt, der so gut wie immer ansteht. So glätten Sie zum Beispiel Schnittkanten, schaffen eine ebene Oberfläche, tragen alte Farbschichten ab oder rauen die Oberflächen auf, damit ein neuer Anstrich gut hält.

Kleinere Schleifarbeiten können Sie natürlich auch mit einem Stück Schleifpapier von Hand erledigen. Doch wenn Sie einen ganzen Schrank, mehrere Treppenstufen und andere größere Flächen abschleifen müssen, macht eine Schleifmaschine die Arbeit wesentlich leichter.

Schrauben, Muttern, Dübel und Nägel

Damit Sie die einzelnen Bauteile miteinander verbinden können, brauchen Sie entsprechendes Material. Gleiches gilt, wenn Sie Ihre fertigen Arbeiten an der Wand aufhängen oder an der Decke befestigen wollen.

Deshalb sollten Sie sich an Sortiment an Schrauben, Nägeln, Muttern, Wanddübeln, Holzdübeln und Unterlegscheiben in verschiedenen Längen und Durchmessern zusammenstellen. Bauen Sie mit Holz, kann zudem nicht schaden, wenn Holzleim griffbereit ist.

Metermaß und Wasserwaage

Zum Heimwerken gehört auch dazu, Maße zu ermitteln und die Bauteile gerade auszurichten. Einen zwei Meter langen Gliedermaßstab und eventuell ein langes Maßband zum Ausrollen sollten Sie daher in Ihrer Werkzeugkiste haben. Dazu kommen eine kleine Wasserwaage und ein Bleistift, mit Sie zum Beispiel Schnittkanten und Bohrlöcher markieren.

Weitere Werkzeuge

Mit den genannten Werkzeugen und Hilfsmitteln haben Sie eigentlich alles, was Sie brauchen, um Ihre Ideen umzusetzen. Wenn Sie regelmäßig werkeln und sich im Laufe der Zeit auch an größere Projekte heranwagen, wird aber auch Ihre Ausstattung stetig wachsen.

Welche Werkzeuge dann dazukommen, richtet sich nach dem Schwerpunkt Ihrer Arbeiten. Konzentrieren Sie sich aufs Bauen mit Holz, werden Sie vielleicht ein paar Beitel, eine Kappsäge, eine Kreissäge oder einen Elektrohobel anschaffen. Eine Standbohrmaschine, Feilen, ein Schraubstock und ein Winkelschleifer erleichtern die Arbeit mit Rohren, Metallen und Kunststoffen.

Fertigen Sie überwiegend Deko für die Wohnung, erweisen sich der Tacker und die Heißklebepistole als gute Helfer. Meißel, verschiedene Spachteln und Kellen sowie eine Auswahl an Pinseln und Farbrollen brauchen Sie, wenn Sie mauern, Fliesen legen oder die Wände streichen wollen.

Andererseits müssen Sie nicht alle Werkzeuge kaufen. Viele Geräte und Maschinen können Sie nämlich im Baumarkt und im Werkzeug-Verleih mieten. Das macht vor allem dann Sinn, wenn Sie das Gerät nur für ein bestimmtes Projekt oder insgesamt eher selten brauchen.

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Die Grundregeln beim Bauen mit Holz und generell beim Heimwerken

Eine große Auswahl an Werkzeugen ist zwar schön und gut. Aber noch wichtiger ist, dass das Werkzeug eine vernünftige Qualität aufweist und Sie richtig damit umgehen.

Generell sollten Sie bei Werkzeug nicht am falschen Ende sparen. Investieren Sie lieber in wenige, dafür aber hochwertige Markenprodukte. Vermeintliche Schnäppchen sind oft nicht besonders gut verarbeitet, leisten nur mäßige Arbeit und halten nicht unbedingt lange.

Am Ende kommt es billiger, wenn Sie einmal etwas mehr Geld in die Hand nehmen, als ständige neue Werkzeuge kaufen zu müssen. Außerdem macht das Heimwerken viel mehr Spaß, wenn Ihre Werkzeuge und Maschinen so funktionieren, wie Sie sich das vorstellen.

Ein anderer Punkt ist die Sicherheit. Auch wenn Sie nur kleinere Arbeiten ausführen, sollten Sie keine unnötigen Risiken eingehen. Hauen Sie mit dem Hammer daneben und schlagen sich den Daumen blau, mag das vielleicht nicht ganz so schlimm sein. Doch wenn Sie mit der Säge abrutschen oder von einer wackeligen Leiter fallen, kann die Sache schon ganz anders aussehen.

Beherzigen Sie deshalb folgende Tipps:

  • Nehmen Sie sich genug Zeit für Ihr Projekt. Hetzen Sie nicht, sondern machen Sie zwischendurch Pausen und behalten Sie den Spaß am Werkeln.
  • Werden Sie müde oder lässt Ihre Konzentration nach, verschieben Sie Säge- und Bohrarbeiten auf den nächsten Tag. Schließlich wäre es schade, wenn Sie Material vergeuden und von vorne anfangen müssen, nur weil Sie unaufmerksam waren.
  • Lesen Sie sich bei neuen Werkzeugen die Bedienungsanleitung durch, bevor Sie diese zum ersten Mal einsetzen. Brauchen Sie weitere Informationen, lassen Sie sich das Gerät im Fachhandel oder von einem Profi erklären.
  • Halten Sie schwere Maschinen immer mit beiden Händen fest.
  • Lose Bauteile sollten Sie einspannen und anderweitig fixieren, damit sie nicht wegrutschen.
  • Schrauben Sie keine Elemente von Elektrowerkzeugen ab. Es hat seinen Grund, dass zum Beispiel an Kreissägen Schutzhauben montiert sind.
  • Achten Sie darauf, dass das Stromkabel nicht auf dem Werkstück liegt. Sonst könnten Sie es aus Versehen durchtrennen. Positionieren Sie das Kabel außerdem so, dass es nicht zur Stolperfalle wird.
  • Tragen Sie eng anliegende Arbeitskleidung, die sich nicht in Geräten verfangen kann und mit der Sie nirgends hängen bleiben. Handschuhe schützen Ihre Haut, eine Schutzbrille hält Späne und Funken fern. Ein Gehörschutz dämpft zu großen Baulärm.
  • Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung. Schließlich sollten Sie gut sehen können, was Sie tun.
  • Verräumen Sie Messer, Sägeblätter, Trennscheiben und ähnliche Dinge so, dass Sie sich beim Griff in die Werkzeugkiste nicht daran verletzen.
  • Prüfen Sie vor jedem Einschalten, ob das Gerät und sein Zubehör intakt sind. Reparaturen überlassen Sie dem Fachmann.
  • Pflegen Sie Ihre Geräte, damit sie lange halten. Wischen Sie die Maschinen dafür mit einem nebelfeuchten Tuch ab und saugen Sie Öffnungen aus. Schauen Sie außerdem in der Betriebsanleitung nach, ob Sie zum Beispiel bestimmte Stellen ölen müssen.

So sollte dem nächsten erfolgreichen Projekt nichts mehr im Wege stehen!