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Unterstand selber bauen

Der eigene Garten ist natürlich hervorragend dazu geeignet, um das schöne Wetter zu genießen. Aber nicht immer hält das Wetter, was es verspricht, und so kann es durchaus sein, dass starker Wind oder ein plötzlicher Regenschauer den Gartenaufenthalt jäh beenden. Genauso ist aber auch möglich, dass die sommerliche Sonne für viel zu hohe Temperaturen sorgt und ein schattiges Plätzchen erforderlich macht. In diesen Fällen kann ein Unterstand eine ideale Lösung sein. Ein Unterstand schützt zuverlässig vor Witterungseinflüssen und auch neugierigen Blicken der Nachbarn, nimmt aber weniger Platz in Anspruch als ein Gartenhaus und kann daher auch in einen kleinen Garten integriert werden. Möchte der Gartenbesitzer keinen fertigen Unterstand oder Bausatz kaufen, kann er sich seinen Unterstand recht einfach selber bauen. Eine Idee für einen schlichten, aber dennoch dekorativen Unterstand, den auch ein Anfänger selber bauen kann, stellt die folgende Anleitung vor.

Rechner für Sparren und Dachneigung

Aus Länge, Tiefe und den beiden Pfostenhöhen ergeben sich Neigung, Sparrenlänge und Dachfläche. Die Zahl der Sparren richtet sich nach dem größten Abstand, den der Hersteller der Dachplatten zulässt.

Rechner · Sparren und Dachneigung für ein Pultdach

Die Sparren werden gleichmäßig über die Länge einschließlich Überstand verteilt. Welcher Abstand und welcher Querschnitt zulässig sind, hängt von Dachdeckung und Schneelast ab; die Angaben des Plattenherstellers gehen vor. Die Rechnung läuft in Ihrem Browser, es werden keine Daten übertragen.

Einen Unterstand selber bauen – diese Materialien werden benötigt

  • 3 Holzbalken, 280 x 10 x 10cm
  • 3 Holzbalken, 250 x 10 x 10cm
  • 2 Holzbalken, 390 x 10 x 10cm
  • 2 Holzbalken, 190 x 10 x 10cm
  • 6 Dachsparren, 240 x 12 x 6cm
  • 10 Holzbretter, 390 x 20 x 3cm
  • Dachpappe und Nägel
  • 4 oder 5 Sichtschutzelemente, 180 x 180cm
  • Bolzen, Winkel und Schrauben
  • 6 Pfostenträger (H-Anker) und Beton

 

Einen Unterstand selber bauen – so schafft es auch ein Anfänger

1. Schritt: die senkrechten Pfosten setzen

Der Bau des Unterstands beginnt mit dem Ausheben von sechs frostfreien, mindestens 80cm tiefen Löchern für die Punktfundamente. Die Löcher werden dabei so positioniert, dass die Abstände zwischen den senkrechten Pfosten später jeweils 180cm betragen. In die Löcher werden nun die Pfostenträger gestellt und gerade ausgerichtet, danach werden die Löcher mit Beton aufgefüllt. Wenn der Beton abgebunden hat, werden die Holzbalken als senkrechte Pfosten in die Pfostenträger gestellt, mithilfe der Wasserwaage exakt gerade ausgerichtet und mit Bolzen befestigt. Dabei werden auf der Rückseite die drei 250cm langen Holzbalken und auf der Vorderseite die drei 280cm langen Holzbalken verbaut. Durch die verschieden langen senkrechten Pfosten ergibt sich ein Gefälle von 30cm auf knapp 2m, also rund 15 Prozent; das reicht für eine Deckung mit Bitumenbahnen.

Wenn die senkrechten Pfosten gesetzt sind, geht es mit den waagerechten Verbindungen weiter. Hierfür wird zuerst ein 390cm langer Holzbalken auf die senkrechten Pfosten der Vorderreihe aufgelegt und mittels Winkeln und Bolzen befestigt. Der zweite 390cm lange Holzbalken erhält an den Enden jeweils 10cm breite und 5cm hohe Ausschnitte. Danach wird dieser Balken auf die hinteren Pfosten montiert. Für die seitlichen Querverbindungen werden nun die beiden 190cm langen Holzbalken verbaut. Diese Balken werden jeweils am hinteren Ende 10cm breit und 5cm hoch ausgeschnitten. Dadurch liegen die Balken bündig auf den eben ausgeschnittenen Querbalken auf. Die Verbindung mit den Pfosten auf der Vorderseite erfolgt mithilfe von Winkeln und Bolzen.

Unterstand selber bauen

 

2. Schritt: das Dach montieren

Für das Dach werden nun die Dachsparren auf die waagerechten Hölzer aufgelegt und mittels Konstruktionswinkeln verschraubt. Die Abstände zwischen den Dachsparren betragen jeweils knapp 71cm und die Sparren stehen auf der Vorder- und der Rückseite 25cm über. Auf die Dachsparren werden anschließend die Holzbretter geschraubt, auf die danach Dachpappe als Dachbelag genagelt wird.

 

3. Schritt: die Sichtschutzelemente befestigen

Damit der Unterstand tatsächlich Schutz vor Regen und Wind bietet und bei großer Hitze als schattiges Plätzchen genutzt werden kann, erhält er nun noch seine Seitenverkleidungen. Hierfür bieten sich fertige Sichtschutzelemente aus dem Baumarkt an, die es in unterschiedlichen Größen, aus verschiedenen Materialien und in mehreren Designs gibt. Wer möchte, kann die Seitenverkleidungen aber selbstverständlich auch selber bauen. Als kostengünstigere Alternative zu festen Seitenverkleidungen ist außerdem möglich, Sichtschutzmatten aus Bambus oder PVC zu verbauen oder Elemente aus Markisenstoff anzufertigen. Geschlossene Seitenwände erhöhen die Windlast deutlich; die Pfosten sollten dann sicher einbetoniert und die Ecken mit Kopfbändern ausgesteift sein. Ob der Unterstand genehmigungsfrei ist und welche Abstände zur Grenze gelten, regeln Landesbauordnung und Nachbarrecht.

 

Eine andere Variante von einem Unterstand, der in vielen Gärten zu finden ist, ist ein Kaminholzunterstand.

Und eine Anleitung dafür, wie der Gartenbesitzer einen solchen Unterstand selber bauen kann, ist hier zu sehen.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis