Haus billig bauen – so geht’s

Viele träumen von einem Eigenheim, aber oft bleibt es bei diesem Traum. Dies kann daran liegen, dass die finanzielle Situation den Hausbau realistisch gesehen unmöglich macht, oder daran, dass die Bedenken angesichts des großen Schuldenbergs und dem jahrelangen Abbezahlen einer Baufinanzierung zu groß sind. Dabei kann der Traum vom eigenen Haus durchaus auch bei einem etwas kleineren Budget realisiert werden, denn es muss ja nicht immer gleich die millionenschwere Luxusvilla sein. Aber wer sein Haus billig bauen möchte, sollte darauf achten, dass er sein Haus billig im Sinne von kostengünstig und nicht billig im Sinne von minderwertig baut.

Ein Haus billig bauen – so geht’s

Wie überall gibt es auch im Hinblick auf die Baukosten Einsparmöglichkeiten. Damit sich das auf den ersten Blick attraktive und kostengünstige Angebot im Nachhinein aber nicht als teure Fehlentscheidung erweist, sollte der Bauherr auf einige Dinge achten:

 

Die Leistungsbeschreibungen

Zunächst einmal sollte der künftige Bauherr überprüfen, welche Leistungen in dem Preis überhaupt enthalten sind. Maßgeblich hierfür sind die Leistungsbeschreibungen, aus denen klar und verständlich hervorgehen sollte, welche Materialien der Anbieter für den Hausbau verwendet und welche Leistungen er erbringt. Dabei sollte der Bauherr vor allem auf solche Baumaßnahmen und Leistungen achten, die nicht mit aufgeführt sind, denn diese müssen später separat bezahlt werden. Zudem ist wichtig, die Angebote richtig miteinander zu vergleichen. Natürlich wird ein Haus, bei dem der Preis ab Oberkante Bodenplatte gilt, billiger sein als ein Haus, bei dem die Bodenplatte oder der Keller bereits im Preis enthalten sind. Genauso wird ein Haus, dessen Wohnfläche 20 Quadratmeter kleiner ist oder das nur einfach ausgestattet ist, billiger sein als ein größeres Haus mit raumhoch gefliesten Badezimmern und Sanitärgegenständen von Markenherstellern.

 

Die Sicherheit

Neben dem Preis und den Leistungen spielt auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. So sollte der Bauherr darauf achten, dass er einen Vertrag mit verbindlicher Festpreis- und Bauzeitgarantie abschließt. Festpreisgarantie bedeutet, dass das Haus mit den vereinbarten Leistungen zu dem vertraglich festgelegten Preis gebaut wird, der Anbieter im Nachhinein nicht also irgendwelche Zusatzkosten in Rechnung stellt. Bauzeitgarantie heißt, dass das Haus innerhalb der vereinbarten Zeit ab erteilter Baugenehmigung fertig gestellt ist. Zudem sollte der Bauherr überprüfen, was der Vertrag im Fall von Baumängeln vorsieht und wie lange die Gewährleistungsfrist ist, die der Anbieter gewährt.

 

Die Eigenleistungen

In vielen Fällen lassen sich die Baukosten senken, wenn sich der Bauherr nicht für ein schlüsselfertiges Haus entscheidet, sondern Eigenleistungen erbringt. Eigenleistung bedeutet, dass der Bauherr bestimmte Bauarbeiten selbst übernimmt, um auf diese Weise die Handwerkerkosten zu sparen. Meist handelt es sich bei diesen Bauarbeiten um Tätigkeiten wie das Anbringen der Dämmung, das Verlegen von Fliesen und anderen Bodenbelägen oder Malerarbeiten. Allerdings sollte der Bauherr seine handwerklichen Fähigkeiten realistisch einschätzen und darauf achten, dass er sich nicht zu viel zumutet. Erfahrungsgemäß brauchen Heimwerker länger als professionelle Handwerker und die meisten Bauherren können ohnehin nur nach Feierabend, an Wochenenden oder während des Urlaubs auf ihrer Baustelle arbeiten. Durch Eigenleistungen können also zwar Handwerkerkosten eingespart werden, dieser Preisvorteil kann sich aber durch eine längere Bauzeit wieder aufheben.

 

Langfristig denken

Bei seinem Bauvorhaben sollte der Bauherr grundsätzlich langfristig denken. Das bedeutet, er sollte nicht nur die Anschaffungskosten sehen, sondern auch die Folgekosten berücksichtigen. Insofern kann es durchaus sinnvoll sein, über beispielsweise ein Passivhaus oder eine andere Variante eines Energiesparhauses nachzudenken. Diese erfordern zwar eine höhere Investition in der Bauphase, aber dafür fallen die Heizungs- und Energiekosten deutlich geringer aus, so dass sich die höheren Anschaffungskosten recht schnell amortisieren. Hinzu kommt, dass solche Häuser durch diverse Förderprogramme bezuschusst werden, so dass der Bauherr hier auch noch den einen oder anderen Euro einsparen kann.

 

Ein Fertighaus als kostengünstiges Eigenheim

Ein modernes Fertighaus ist keineswegs eine schlechtere oder minderwertigere Alternative zu einem Massivhaus, denn weder im Hinblick auf die Qualität noch auf die Ausstattung müssen moderne Fertighäuser den Vergleich scheuen. Zudem gibt es Fertighäuser mittlerweile in unzähligen Varianten, die nicht mehr viel mit den einheitlichen und eher langweiligen Fertighäusern aus früheren Tagen gemeinsam haben. Heutige Fertighäuser sehen beispielsweise so aus:

Dennoch sind Fertighäuser kostengünstiger als Massivhäuser. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Hauselemente industriell vorgefertigt, auf die Baustelle geliefert und hier nur noch zusammengesetzt werden. Dadurch reduzieren sich zum einen die Bauzeit und zum anderen die Handwerkerkosten.