Holztreppe modernisieren: Hier ein 6-Schritte-Plan

Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu Holztreppe modernisieren
Manchmal reichen schon kleine Maßnahmen aus, um eine alte Treppe wie neu aussehen zu lassen.

Treppen helfen dabei, Höhenunterschiede zu überwinden. Sie sorgen dafür, dass Sie bequem von einer Ebene zur nächsten gelangen. Allerdings gehören Treppen auch zu den recht stark beanspruchten Oberflächen im Haus. Und so bleibt es nicht aus, dass im Laufe der Zeit Abnutzungsspuren auftauchen. Wenn Ihre Holztreppe Kratzer, kleine Löcher oder knarrende Stufen aufweist, müssen Sie aber nicht gleich einen Handwerker rufen. Solche Makel können Sie nämlich auch selbst beheben. Wir erklären in diesem Ratgeber, wie Sie Ihre alte Holztreppe modernisieren und ihr einen neuen Look verleihen können.

Eine Treppe ist nicht nur praktisch und nützlich, sondern an vielen Stellen einfach unverzichtbar. Allerdings sind Treppen auch ganz schön teuer. Das gilt vor allem dann, wenn Sie keine Standard-Treppe einbauen können, sondern eine auf Maß gefertigte Treppe brauchen.

Hinzu kommt, dass gerade eine alte Holztreppe, ähnlich wie alte Möbel, oft einen ganz besonderen Charme hat und viel besser zum Gesamtbild passt als ein kühles, modernes Exemplar.

Dabei gehört gerade zu den Vorteilen von Holztreppen, dass sie aufgearbeitet werden können. Ein kompletter Austausch ist nur selten notwendig. Und wenn sich die Beschädigungen in Grenzen halten, können Sie Ihre Holztreppe durchaus selbst renovieren und modernisieren. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie dazu am besten vorgehen.

Bevor Sie damit beginnen, Ihre Holztreppe zu modernisieren

Zunächst einmal müssen Sie prüfen, wie umfangreich die Renovierung der Treppe wird. Ist die Treppe intakt und Ihnen geht es in erster Linie um die Optik? Sind nur die Oberflächen abgenutzt? Gibt es lediglich hier und da mal eine Stufe, die knarrt?

Dann wird es ausreichen, wenn Sie die Oberflächen bearbeiten und ein paar kleine, einfache Reparaturen durchführen, um die alte Treppe in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Sind die Treppenstufen stark beschädigt oder ausgetreten? In diesem Fall wird es wahrscheinlich am besten sein, wenn Sie die Treppe komplett neu verblenden. Im Fachhandel sind dafür Renovierungssets erhältlich.

Das Prinzip dahinter ist, dass Sie aus Holz neue Stufen zusammensetzen, die Sie auf den alten Stufen montieren. Dadurch verschwindet die alte Treppe unter der neuen Verkleidung. Auf diese Weise können Sie übrigens auch Treppen aus Stein, Beton, Metall und anderen Materialien renovieren.

Ist die ganze Holztreppe instabil oder marode? Wird es notwendig, mehrere Stufen und Teile des Geländers auszutauschen? Dann sollten Sie sich an einen Fachmann wenden.

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Denn bei einer Treppe geht es nicht nur um ein chices Aussehen. Vielmehr müssen auch die Statik und die Sicherheit gewährleistet sein. Das Sanieren einer Treppe sollten Sie deshalb dem Profi überlassen.

Diese Materialien brauchen Sie für die Treppenrenovierung

Bei einer komplett kaputten Treppe werden Sie als Heimwerker nicht viel ausrichten können. Doch wenn Sie Ihr altes Schätzchen optisch aufarbeiten und wieder gut aussehen lassen wollen, können Sie das Modernisieren Ihrer Holztreppe selbst übernehmen. Dafür brauchen Sie folgende Materialien und Werkzeuge:

  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
  • Schwing- und Deltaschleifer
  • Spachtel und Beitel
  • Holz-Reparaturspachtel und Holzkitt
  • Holzkeile in mehreren Stärken
  • Hammer
  • Schrauben
  • Fußbodenlack oder -öl und eventuell Beize und Hartwachs
  • Rolle und Pinsel
  • weiches, fusselfreies Tuch
  • Handschuhe und Atemschutz
  • Staubsauger

Die Arbeitsschritte beim Modernisieren der Holztreppe

Grafik zu Holztreppe modernisierenWenn Sie Ihre alte Holztreppe renovieren möchten, brauchen Sie neben etwas handwerklichem Geschick vor allem Geduld.

Die einzelnen Schritte als solches sind zwar nicht unbedingt schwierig. Aber Sie sollten sich die Zeit nehmen, die Arbeiten gründlich und sorgfältig zu erledigen. Schließlich möchten Sie ja lange Freude an Ihrer neuen, alten Treppe haben.

Wir zeigen Ihnen in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie die Oberflächen Ihrer Holztreppe aufarbeiten, reparieren und versiegeln können.

Und damit Sie die Abläufe besser nachvollziehen können, haben wir die wichtigsten Bezeichnungen für die einzelnen Treppenteile in einer Grafik dargestellt.

1. Schritt: alte Beläge entfernen und die Holztreppe grob abschleifen

Wenn auf Ihrer Holztreppe ein Belag wie PVC, Linoleum oder Teppich verlegt ist, entfernen Sie zuerst diesen alten Belag. Reste vom Klebstoff oder von Spachtelmasse können Sie mit einem Spachtel abkratzen.

Nachdem Sie die Treppe gereinigt haben, geht es mit dem Grobschliff weiter. Nehmen Sie dafür ein Schleifpapier mit einer 24er-Körnung. Die Flächen und die Stoßkanten der Trittstufen können Sie genauso wie Podeste mit einem Schwingschleifer bearbeiten. Für die Ecken greifen Sie am besten zu einem Deltaschleifer.

In schwer zugänglichen Ecken, an Kanten und auch bei Rillen leistet eine Ziehklinge gute Dienste. Hartnäckige Reste von alten Lackschichten können Sie mit einem scharfen Beitel entfernen.

Ist der erste Grobschliff fertig, folgen zwei weitere Schleifgänge. Verwenden Sie dafür erst ein Schleifpapier mit einer 40er-Körnung und danach ein Schmirgelpapier mit einer 80er-Körnung.

Bei allen Schleifarbeiten sollten Sie Handschuhe und eine Atemschutzmaske tragen. Schließen Sie außerdem den Staubsauger an, wenn Ihr Schleifgerät einen entsprechenden Anschluss hat. Falls nicht, sollten Sie zwischendurch regelmäßig Pausen einlegen und den Schleifstaub wegsaugen.

Ein Tipp zu Treppen mit Teppich

Ist Ihre Treppe mit einem Teppich beklebt, der noch fest anhaftet, können Sie eine Ecke probeweise mit warmem Wasser befeuchten. Lassen Sie das Wasser ein, zwei Stunden lang einwirken. Wurde ein wasserlöslicher Klebstoff verarbeitet, sollte er sich dann lösen. Den Teppich können Sie anschließend von der gelösten Ecke aus abziehen.

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Wurde beim Verlegen ein wasserfester Klebstoff verwendet, schneiden Sie in den Teppich mit einem Teppichmesser in kleine Stücke. Anschließend können Sie mit einem Spachtel unter den Teppich fahren und den Belag abziehen. Die Reste des Klebstoffs schaben Sie ebenfalls mit dem Spachtel ab.

2. Schritt: Stufen ausbessern

Größere Makel wie tiefe Kratzer, Löcher, Rillen oder Dellen bessern Sie mit Holz-Reparaturspachtel aus. Kleine Kratzer und leichte Beschädigungen an den Setzstufen und den Wangen können Sie mit Holzkitt kaschieren.

Wenn einzelne Treppenstufen knarren, können Sie mit dünnen Holzkeilen Abhilfe schaffen. Dazu schlagen Sie einen oder mehrere Keile vorsichtig mit dem Hammer zwischen die Dielen von Tritt- und Setzstufe ein, bis die Bretter keinen Spielraum mehr haben. Anschließend schneiden Sie das überstehende Ende der Keile ab und schleifen die ausgebesserte Stelle glatt. Dann noch vorhandene Zwischenräume füllen Sie mit Holzkitt aus.

Hört das Knarren nicht auf, können Sie zu 8 bis 10 cm langen Schrauben greifen. Diese drehen Sie ungefähr in der Mitte der Treppenstufe von oben durch die Trittstufe in die Setzstufe ein. Die Schraubenköpfe senken Sie ab und verdecken sie mit Reparaturspachtel.

Sollte sich ein Spalt zwischen der Wand und der Wange gebildet haben, drücken Sie ihn mit einem Schraubendreher oder Meißel auseinander und treiben einen Holzkeil hinein. Anschließend sägen Sie den Überstand des Keils ab. Um den Spalt zu schließen, können Sie Spachtelmasse verwenden oder eine Holzleiste montieren.

3. Schritt: die Holztreppe fein abschleifen

Haben Sie alle Schadstellen ausgebessert, folgt der Feinschliff. Dafür arbeiten Sie mit einem Schleifpapier mit einer 100er- oder 120er-Körnung.

Bei den Schleifarbeiten können Sie erneut zu Schwing- und Deltaschleifer greifen. Besser wäre aber, wenn Sie einen Exzenterschleifer einsetzen könnten. Denn der Exzenterschleifer führt Dreh- und Schwingbewegungen aus, die für ein feineres und gleichmäßigeres Schliffbild sorgen.

Riefen, die die Ziehklinge oder der Beitel hinterlassen haben, schleifen Sie am besten von Hand glatt. Generell sollten Sie beim Feinschliff sehr sorgfältig und gründlich arbeiten. Erst wenn die Oberflächen Ihrer Holztreppe wirklich glatt sind, ist dieser Arbeitsschritt abgeschlossen.

4. Schritt: die Treppe grundieren

Nach dem Feinschliff entfernen Sie den Schleifstaub und reinigen die Treppe. Dazu können Sie zuerst mit dem Staubsauger über die Stufen und in alle Zwischenräume gehen und die Oberflächen dann noch einmal mit einem Tuch abwischen.

Danach wird es Zeit für die Grundierung. Und dabei haben Sie die Wahl zwischen Lack und Öl. Eine Versiegelung mit Holzöl lässt die Treppe natürlicher wirken. Dafür ist eine Lackversiegelung langlebiger.

Möchten Sie Öl verwenden, können Sie die Treppe zuerst mit einer Beize streichen. Dadurch verleihen Sie dem Holz den gewünschten Farbton. Anschließend tragen Sie das Fußbodenöl in einer satten und gleichmäßigen Schicht auf.

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Beim Beizen und Ölen arbeiten Sie am besten mit einem breiten Pinsel. Je nach Hersteller müssen Sie nun 20 bis 45 Minuten lang warten. Dann nehmen Sie an den Stellen, die immer noch feucht glänzen, das überschüssige Öl mit einem weichen, fusselfreien Tuch ab.

Haben Sie sich für Lack entschieden, grundieren Sie die Holztreppe mit einem Produkt, das auf Ihren Treppenlack abgestimmt ist. Oft können Sie für den Grundanstrich aber auch den Treppenlack in verdünnter Form verwenden.

Zum Lackieren greifen Sie für die Flächen zu einer Rolle. In den Ecken und an Kanten tragen Sie den Lack mit einem Pinsel auf. Die Grundierung muss dann etwa zwei Stunden lang trocknen.

5. Schritt: die Holztreppe noch einmal abschleifen

Der nächste Schritt beim Modernisieren der Holztreppe ist ein erneuter Schleifgang. Beim sogenannten Grundierungsschliff gehen Sie genauso vor wie beim Feinschliff. Nur verwenden Sie jetzt noch feineres Schleifpapier. Eine 240er-Körnung bietet sich hier an.

Auch nach diesem letzten Schleifgang entfernen Sie wieder sorgfältig den gesamten Schleifstaub.

6. Schritt: die Treppe versiegeln

Zum Schluss wird die Holztreppe versiegelt. Das erfolgt in mehreren dünnen Schichten. Die Vorgehensweise hängt davon ab, ob Sie Ihre Holztreppe ölen oder lackieren.

Bei einer Versiegelung mit Öl reicht es in aller Regel aus, wenn Sie zwei Schichten aus unverdünntem Hartöl oder Hartwachsöl auftragen. Lassen Sie die Schichten zwischendurch trocknen und achten Sie darauf, dass das Öl vollständig ins Holz eindringt.

Bleiben nach dem Trocknen glänzende Stellen zurück, reiben Sie die Fläche mit einem trocknen, saugfähigen Tuch ab. Sonst wird die Oberfläche fleckig. Sie können die Strapazierfähigkeit der Treppe steigern, wenn Sie als letzte Schicht dünn ein Fußboden-Hartwachs auftragen.

Für eine Versiegelung mit Lack wählen Sie einen stoßfesten und strapazierfähigen Fußboden- oder Treppenlack. Im Normalfall werden Sie zwei bis vier Lackschichten mit je zwei bis drei Stunden Trocknungszeit dazwischen auftragen müssen. Bei einer stark beanspruchten Holztreppe können es sogar noch mehr Schichten sein.

Bis der Lack komplett ausgehärtet ist, dauert es ungefähr sieben Tage. In dieser Zeit sollten Sie die aufgearbeitete Holztreppe deshalb nicht mit Schuhen betreten.

Übrigens

Wenn Sie Ihre alte Holztreppe modernisieren, müssen Sie es natürlich nicht bei der reinen Holzoptik belassen. Stattdessen können Sie zum Beispiel nur die Trittstufen als Holzdielen belassen und die Setzstufen weiß oder farbig streichen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie die Setzstufen mit Laminat oder einer schön gemusterten Tapete verzieren. Auch Teppichstreifen oder Metallbleche auf den Setzstufen können für eine tolle neue Optik sorgen.