Fassade sanieren Kosten: Womit Sie rechnen müssen

Aktualisiert am 29. August 2020 von Ömer Bekar

Infos zu Fassade sanieren Kosten
Je aufwändiger die Arbeiten sind, desto höher sind auch die Kosten fürs Sanieren der Fassade.

Bei der Fassade geht es nicht nur um eine schöne Optik. Vielmehr schützt sie das Haus vor äußeren Einflüssen, Wind und Wetter. Doch bei den wechselnden Witterungsbedingungen, denen die Fassade tagtäglich ausgesetzt ist, bleiben Schäden nicht aus. So kann die Farbe abblättern, der Putz kann Risse aufweisen oder bröckeln, Moos und andere Pflanzen können sich breit machen. Irgendwann steht deshalb die Fassadensanierung zur Debatte. Aber welche Möglichkeiten gibt es dabei eigentlich? Wie hoch sind die Kosten für das Sanieren der Fassade? Und welche Vorschriften müssen Sie beachten?

Um die Fassade wieder auf Vordermann zu bringen, muss es nicht immer gleich eine aufwändige Sanierung sein, bei der der alte Putz komplett erneuert oder eine Dämmung angebracht wird. Manchmal genügen auch schon kleinere Ausbesserungen und ein frischer Anstrich.

Der erste Schritt sollte deshalb immer eine gründliche Kontrolle sein. Ist der Putz noch intakt und nur verschmutzt? Gibt es irgendwo Risse oder andere Schäden? Geht es Ihnen in erster Linie um eine neue Optik oder ist die Sanierung aus technischen Gründen sinnvoll?

Vom Zustand der Fassade und Ihren Plänen hängt ab, welche Maßnahmen notwendig sind und wie hoch die Kosten für das Sanieren werden.

Das kostet ein neuer Fassadenanstrich

Eine neue Farbe lässt das Haus wieder in frischem Glanz erstrahlen. Dabei ist ein Anstrich der Fassade vergleichsweise günstig. Sind Sie handwerklich geschickt, können Sie die Arbeiten durchaus auch ganz oder zumindest zum Teil selbst erledigen. Dadurch sinken die Kosten zusätzlich.

In vielen Fällen wird es vor dem Anstrich notwendig sein, die Fassade zu reinigen und von Pflanzenresten zu befreien. Je nach Untergrund ist auch eine Grundierung erforderlich. Bei einem großen und hohen Haus werden Sie außerdem oft nicht darum herumkommen, ein Gerüst aufzustellen.

Die Kosten für das Sanieren der Fassade durch einen neuen Anstrich sollten Sie wie folgt planen:

So viel kosten Ausbesserungsarbeiten am Putz

Bröckelt der alte Putz stellenweise ab oder hat er Risse, sollten Sie eine Fassadensanierung nicht auf die lange Bank schieben. Denn die Schutzfunktion, für die der Putz eigentlich zuständig ist, ist dann nicht mehr vollständig gegeben. An den schadhaften Stellen kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk gelangen, was noch größere und vor allem teure Probleme nach sich ziehen kann.

Um keine unnötigen Risiken einzugehen, sollten Sie sich von einem Fachmann beraten lassen. Er kann die Ursachen für den bröckelnden oder rissigen Putz aufspüren und geeignete Maßnahmen empfehlen. Mitunter reicht es aus, wenn Sie die beschädigten Stellen mit einer Spachtelmasse oder einem speziellen Putz ausbessern lassen.

Übernimmt ein Handwerker solche Sanierungsarbeiten an der Fassade, sollten Sie mit etwa 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Die Kosten für das Sanieren der Fassade mit einem neuen Putz

Soll die gesamte Fassade Ihres Hauses im Zuge der Sanierung neu verputzt werden, gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn der alte Putz noch tragfähig ist, kann darauf einfach ein neuer Deckputz aufgebracht werden. Diese Maßnahme ist nicht ganz so teuer und macht auch keine Fassadendämmung notwendig.

Ist der alte Putz in einem schlechten Zustand, wird er in aller Regel entfernt werden müssen. Anschließend muss die Fassade gedämmt werden, bevor der frische Putz aufgebracht werden kann. So will es die Energieeinsparverordnung. Dazu kommen wir gleich noch.

Möchten Sie die Fassade durch eine Putzerneuerung sanieren, sollten Sie mit diesen Kosten rechnen:

  • Kann der Fachbetrieb den neuen Deckputz auf den vorhandenen Putz aufbringen, belaufen sich die Kosten auf ungefähr 25 bis 30 Euro pro Quadratmeter.
  • Müssen die Handwerker den alten Putz erst abschlagen, bevor sie frisch verputzen können, kostet der Quadratmeter zwischen 50 und 80 Euro.

Zusätzlich dazu fallen eventuell noch die Ausgaben für ein Gerüst an.

So teuer wird die Sanierung der Fassade mit neuer Dämmung

Wenn Sie Ihre Fassade sanieren, kann zusätzlich eine Dämmung notwendig werden. Denn die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt eine Dämmung vor, wenn Sie mehr als zehn Prozent der Fassadenfläche neu verputzen. Die Pflicht bezieht sich auf Putz, der ab Mauerwerk erneuert wird. Lassen Sie nur Schäden am Deckputz ausbessern, müssen Sie nicht dämmen.

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Außerdem sieht die EnEV verpflichtend eine Dämmung vor, wenn Sie die Fassade auf der Außenseite mit einem plattenähnlichen Material wie Klinker, Schiefer, Kunststoff oder Holz verkleiden.

Je nachdem, wie die Fassade gedämmt und anschließend gestaltet wird, bewegen sich die Kosten fürs Sanieren in einem Rahmen zwischen 20 und 250 Euro pro Quadratmeter.

Das kostet das Sanieren der Fassade mit einer neuen Verkleidung

Sie müssen nicht unbedingt die Fassade streichen oder neu verputzen lassen, wenn Sie die Optik verändern möchten. Stattdessen können Sie sich auch für eine Verkleidung entscheiden. Dafür stehen verschiedene Materialien zur Auswahl. So zum Beispiel Schiefer oder Klinker, Elemente aus Kunststoff, Holz, Metall oder eine Vorhangfassade ais Faserzementplatten.

Im Vergleich zu Farbe oder Putz ist eine Verkleidung deutlich langlebiger. Außerdem ist sie pflegeleicht und bei Bedarf können Sie die Verkleidung oft recht unkompliziert reinigen oder auffrischen. Allerdings ist sie auch teuer. Denn zum einen hat das Material seinen Preis. Und zum anderen dürfen Sie die Verkleidung im Normalfall nicht ohne eine Dämmung anbringen.

Wie hoch die Kosten für das Sanieren ausfallen, richtet sich im Wesentlichen nach der Beschichtung:

  • Bei Klinker und Kunststoff-Elementen müssen Sie mit 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter rechnen.
  • Möchten Sie die Fassade mit Schiefer eindecken lassen, sollten Sie pro Quadratmeter 60 bis 200 Euro veranschlagen.
  • Für eine Vorhangfassade mit Holz oder Faserzementplatten werden zwischen 100 und 250 Euro pro Quadratmeter fällig.

Fassade sanieren: Kosten senken durch Fördermittel

Wie schon erwähnt, müssen Sie eine Dämmung anbringen, wenn Sie die Fassade in größerem Umfang neu gestalten.

Allerdings können Sie sich gemäß § 25 EnEV auf Antrag von der Dämmpflicht befreien lassen. Möglich ist das vor allem dann, wenn der Aufwand für die Dämmung unangemessen hoch wäre oder sich die Kosten in einem angemessenen Zeitrahmen nicht amortisieren würden. Sie brauchen dann aber ein Gutachten, dass dies belegt.

Andererseits sorgt eine Wärmedämmung dafür, dass Sie Energie einsparen. Die Ausgaben beim Sanieren der Fassade sind zwar höher, doch langfristig sinken Ihre Kosten. Außerdem können Sie Fördermittel beantragen. Die KfW-Bank bietet dabei drei Produkte an:

  • Durch das Förderprodukt 151 können Sie einen zinsgünstigen Kredit bis 50.000 Euro pro Wohneinheit bekommen. Bis zu 7,5 Prozent der Kreditsumme gibt es als Tilgungszuschuss.
  • Das Förderprogramm 430 sieht einen Zuschuss von zehn Prozent der Kosten vor. Pro Wohneinheit ist die Förderung aber auf 5.000 Euro begrenzt.
  • Zusätzlich können Sie mit dem Produkt 431 einen Zuschuss für die Begleitung des Bauvorhabens durch einen Experten erhalten. Gefördert werden dabei 50 Prozent der Kosten, der Höchstbetrag liegt bei 4.000 Euro pro Bauvorhaben.
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Fördermittel müssen Sie grundsätzlich vor Beginn der Arbeiten beantragen. Außerdem muss ein Energieberater eingebunden sein und bestätigen, dass der energetische Stand den Anforderungen der Förderbank gerecht wird. Diese liegen höher als es die Energiesparverordnung vorsieht.

Sinnvoll ist auch, wenn Sie sich erkundigen, ob es regionale Förderprogramme gibt. Die Bundesländer haben zum Teil eigene Produkte, mit denen sie umweltfreundliches Bauen unterstützen. Die Gemeinden und Kommunen gewähren mitunter ebenfalls Zuschüsse. Oft geht es hier darum, ein schönes und ansprechendes Ortbild zu erhalten.

Können oder wollen Sie keine Fördermittel beanspruchen, bleibt noch die Möglichkeit, die Arbeitskosten von der Steuer abzusetzen.

Was Sie neben den Kosten beim Sanieren der Fassade noch beachten müssen

Auch wenn es Ihr eigenes Haus ist, können Sie sich bei der Gestaltung der Fassade nicht grenzenlos kreativ austoben. So müssen Sie neben den Vorschriften aus den Bauordnungsgesetz Ihres Bundeslandes auch die Gestaltungssatzung in Ihrer Gemeinde beachten. Um ein bestimmtes Ortsbild sicherzustellen, ist nämlich oft im Bebauungsplan festgelegt, wie die Häuserfassaden aussehen dürfen.

Erkundigen Sie sich deshalb im Vorfeld bei der zuständigen Baubehörde, welche Farben oder Materialien erlaubt sind. Müssen Sie ein Gerüst aufstellen, brauchen Sie unter Umständen auch dafür eine Genehmigung. Das gilt zum Beispiel dann, wenn das Gerüst auf einem Bürgersteig steht.

Noch weniger Spielraum haben Sie, wenn Ihr Haus unter Denkmalschutz steht. Dann können Sie mitunter gar keine Arbeiten vornehmen, die die Optik großartig verändern. Außerdem ist die Sanierung von einem denkmalgeschützten Objekt noch einmal ein ganzes Stück teurer als bei einem normalen Haus.

Aber weil der Erhalt von Baudenkmälern der Öffentlichkeit zugute kommt, gibt es diverse Förderprogramme. Auch die KfW-Bank hat spezielle Förderprodukte für denkmalgeschützte Immobilien aufgelegt.

Ein Hinweis

Die genannten Kosten fürs Sanieren der Fassade sind Durchschnittswerte. So haben Sie einen ersten Anhaltspunkt und können grob berechnen, wie viel Geld Sie in die neue Fassade investieren müssen. Je nach Region, Arbeitsaufwand und ausgewählten Materialien können die Kosten aber natürlich abweichen.

Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, sollten Sie sich immer mehrere Angebote einholen und miteinander vergleichen. Denn auch hier kann es trotz ähnlicher Leistungen deutliche Unterschiede geben.