Außentreppe sanieren Beton: Wenn, dann richtig

Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu Außentreppe sanieren Beton
Um eine Außentreppe aus Beton zu sanieren, brauchen Sie nicht unbedingt einen Fachmann.

Beton ist pflegeleicht, wasserdicht, kommt gut mit der Witterung zurecht und sorgt für eine stabile, sichere und rutschfeste Oberfläche. Kein Wunder also, dass Betontreppen nach wie vor beliebt sind. Vor allem Außen- und Kellertreppen werden oft aus dem robusten Material gefertigt. Aber auch in einem modernen, kühl eingerichteten Innenbereich machen Treppen aus Beton eine gute Figur. Doch selbst Beton nutzt sich im Laufe der Zeit ab. Ist die Oberfläche verwittert, sind die Stufen ausgetreten und rissig oder sind Stücke ausgebrochen, wird es Zeit für eine Sanierung. Wir erklären, wie Sie eine Außentreppe aus Beton in Eigenregie sanieren können.

Unter ausgetretenen Treppenstufen, abgebrochenen Kanten und verwitterten Oberflächen leidet nicht nur die Optik. Vielmehr sind solche Schäden auch gefährlich.

Denn durch Risse und Löcher gelangt Feuchtigkeit in die Treppe. Moose setzen sich fest und im nächsten Winter kann Frost weiteres Material abplatzen lassen. Dadurch geht die Treppe zunehmend kaputt. Außerdem können bröckelnde Trittflächen und Ränder zu gefährlichen Stolperfallen werden.

Um dem Ganzen Einhalt zu gebieten und Ihre alte Beton- oder Kellertreppe wieder auf Vordermann zu bringen, sollten Sie nicht zu lange mit dem Renovieren warten. Ist eine sehr umfangreiche Treppensanierung notwendig, ist es vielleicht sinnvoll, wenn Sie sich an einen Fachbetrieb wenden. Das gilt vor allem dann, wenn die Außentreppe mit dem Haus verbunden ist und sich die Risse bis ins Mauerwerk ziehen.

Müssen Sie hingegen nur kleinere Schäden ausbessern und haben Sie als Heimwerker ohnehin Spaß am Bauen, können Sie eine Außentreppe aus Beton aber auch recht einfach selbst sanieren. Wir zeigen, wie es geht.

Außentreppe aus Beton sanieren – das brauchen Sie dazu

Das wichtigste Material für die Sanierung Ihrer Betontreppe ist Beton- und Reparaturspachtel. Damit bauen Sie die Flächen neu auf und geben ihnen ihre alte Form zurück.

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Daneben benötigen Sie folgende Materialien und Werkzeuge:

  • Stahlbürste und Besen
  • Mischeimer
  • Quast (breite Malerbürste)
  • Bretter, Öl und Pinsel für die Schalungen
  • Bohrmaschine mit Rührquirl
  • Stahlglätter
  • Wasserwaage

Ziehen sich tiefe Risse durch Ihre Betontreppe oder sind größere Stücke ausgebrochen, sollten Sie auch Hammer, Meißel und Trennschleifer bereitlegen. Außerdem sollten Sie nichtrostende Edelstahlschrauben und Draht zur Hand haben, falls es notwendig wird, den Mörtel mit einer Armierung zu stützen.

 

Außentreppe aus Beton sanieren – so geht’s

Die genauen Abläufe und Arbeitsschritte hängen natürlich vom Zustand Ihrer Betontreppe ab. Deshalb müssen Sie die notwendigen Arbeiten auf die Situation vor Ort anpassen. Grundsätzlich gehen Sie aber wie folgt vor, um Ihre Außentreppe aus Beton zu sanieren:

1. Schritt: die Treppe gründlich reinigen

Zunächst sollten Sie die Betontreppe gründlich reinigen. Schrubben Sie Schmutz, Moos, Ausblühungen und Kalk- oder Zementschleier mit einer Stahlbürste weg.

Brüchiges Material können Sie mit Hammer und Meißel abklopfen. Um Kanten und Ränder zu begradigen, greifen Sie am besten zum Trennschleifer. Achten Sie nur darauf, dass die Kanten nicht zu flach werden, damit Sie genug Auflagefläche für die spätere Reparaturschicht haben.

Anschließend kehren Sie die Treppe sorgfältig ab.

Bei Bedarf: größere Schäden ausbessern

Größere und tiefere Löcher sollten Sie auffüllen, bevor Sie die Treppe flächig bearbeiten. Dazu rühren Sie etwas Mörtel mit viel Wasser zu einer Haftschlämme an. Anschließend befeuchten Sie die Schadstelle und tragen die Haftschlämme mit der Bürste großzügig auf.

Danach mischen Sie die benötigte Menge Mörtel nach Packungsanweisung an. Wenn die Schicht etwas angezogen hat, füllen Sie Schadstelle damit auf.

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Je nachdem, wie tief die Schadstellen sind, kann eine Armierung sinnvoll sein. Die Armierung stützt den Mörtel und verhindert, dass neue Risse entstehen. Für die Armierung bohren Sie mehrfach schräg von oben nach unten in den Beton. Wählen Sie dabei ruhig einen größeren Durchmesser, damit der Beton nicht aufplatzt.

Anschließend drehen Sie lange Schrauben aus nicht rostendem Edelstahl in die Löcher ein. Die Schrauben sollten etwa einen Zentimeter aus dem Beton herausragen. Wenn Sie möchten, können Sie Draht von Schraube zu Schraube spannen. Das sorgt für Stabilität und armiert den Mörtel zusätzlich.

2. Schritt: die Grundierung anrühren und auftragen

Um Staub zu binden und die Haftung zu verbessern, müssen Sie die Betontreppe nun befeuchten. Nehmen Sie dazu den Quast und bürsten Sie die Treppe mit Wasser gründlich ab.

Anschließend mischen Sie Beton- und Reparaturspachtel an. Die Schicht, die Sie jetzt gleich auftragen, dient einerseits als Haftbrücke und andererseits als Grundierung. Deshalb fügen Sie soviel Wasser dazu, dass eine dünnflüssige und streichfähige Masse entsteht. Dann tragen Sie die Masse mit dem Quast gleichmäßig auf die nasse Betontreppe auf.

3. Schritt: Schalungen anbringen

Als nächstes befestigen Sie Schalungen an den Treppenstufen. Die Schalungen machen es einfacher, die Oberflächen und die Kanten gleichmäßig zu arbeiten.

Für die Schalungen sägen Sie gehobelte Holzbretter oder Schaltafeln auf das benötigte Maß zu. Anschließend pinseln Sie die Bretter dünn mit einem Öl ein. Das Öl sorgt dafür, dass Sie die Hölzer später leichter lösen können.

Die Bretter befestigten Sie an den Setzstufen, also an den senkrechten Flächen der Treppenstufen. Achten Sie dabei darauf, dass die Schalungen oben bündig mit den Kanten der Trittstufen abschließen.

4. Schritt: den Mörtel auftragen

Sind die Vorbereitungen für das eigentliche Sanieren Ihrer Außentreppe abgeschlossen, rühren Sie die nächste Portion Beton- und Reparaturspachtel an.

Dieses Mal halten Sie sich aber an die Mengen, die der Hersteller auf der Verpackung angibt. Damit eine gleichmäßige und homogene Masse entsteht, mischen Sie Wasser und Mörtel mit dem Rührquirl, den Sie in die Bohrmaschine einspannen, sorgfältig durch.

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Die Mörtelmasse verteilen Sie nun mit dem Stahlglätter in einer gleichmäßigen Schicht auf der Betontreppe. Den Stahlglätter verwenden Sie auch, um die Flächen glatt abzuziehen.

Kontrollieren Sie zwischendurch mit der Wasserwaage, ob Ihre Stufen gerade sind. Falls nicht, tragen Sie zusätzlichen Mörtel auf oder ziehen überschüssigen Mörtel ab. Danach glätten Sie die Fläche.

Kanten, Ecken, Anschlüsse zur Wand hin und andere Stellen, die Sie mit dem Stahlglätter nicht richtig erreichen, können Sie mit einem Pinsel bearbeiten. Der feuchte Pinsel oder Quast ist außerdem das richtige Werkzeug, wenn Sie die Mörtelschicht hier und da ein wenig ausbessern müssen.

5. Schritt: die Betontreppe trocknen lassen

Der frisch aufgetragene Mörtel muss jetzt abbinden und aushärten. Wenn die Schicht fest geworden ist, können Sie die Schalungen entfernen.

Nach ein bis zwei Tagen sollte die Reparaturschicht soweit durchgetrocknet sein, dass Sie die Betontreppe wieder wie gewohnt nutzen können.

Optional: eine Beschichtung auftragen oder einen Belag verlegen

Im Grunde müssen Sie, wenn Sie Ihre Außentreppe sanieren, Beton nicht weiter behandeln. Allerdings kann es sinnvoll sein, die Treppe mit Flüssigkunststoff zu beschichten. Der Flüssigkunststoff versiegelt den Beton. Durch die Schutzschicht erhöht sich die Haltbarkeit und Ihre frisch aufgearbeitete Außentreppe bleibt deutlich länger schön.

Aber natürlich können Sie die Betontreppe auch unter einem chicen Belag verschwinden lassen. Fliesen, Naturstein-Platten oder ein Steinteppich wären Möglichkeiten, um der Treppe eine ganz neue Optik zu verleihen.

Haben Sie im Außenbereich Holz verarbeitet, zum Beispiel auf der Terrasse, können Sie das gleiche Holz auch auf der Treppe verlegen. So entsteht ein harmonisches Gesamtbild. Achten Sie dann nur darauf, dass die Treppe durch die Stärke des Belags nicht zu hoch wird.