Haus am Hang Planung

Durch ein Grundstück in Hanglage sichert sich der Bauherr oft einen großartigen Ausblick über die Landschaft. Allerdings bringt der Bau eines Hauses in abschüssigem Gelände in vielen Fällen sowohl einen baulichen als auch einen finanziellen Mehraufwand mit sich. Der entscheidende Punkt in diesem Zusammenhang ist die Beschaffenheit des Untergrunds. Bei der Planung und Ausführung des Hausbaus müssen daher einerseits die geologische Situation berücksichtigt und andererseits schutztechnische Maßnahmen gegen das Hangwasser getroffen werden. Zudem sollte sich der Bauherr darüber im Klaren sein, dass je nach Gefälle individuelle und teils kostspielige Lösungen notwendig sein können, auch wenn er für den Mehraufwand später durch einen herrlichen Blick von seiner Terrasse oder seinem Balkon aus entschädigt wird.

Ein Haus am Hang bauen – die wichtigsten Punkte bei der Planung

Grundsätzlich stellt eine Hanglage kein Hindernis für einen Hausbau dar. Entscheidend ist allerdings, dass bei der Planung des Bauvorhabens mit dem Hang und nicht dagegen gearbeitet wird. Zudem muss im Rahmen eines Bodengutachtens überprüft werden, ob sich das jeweilige Hanggrundstück überhaupt für eine Bebauung eignet. Weist die Straße beispielsweise kleine, quer zum Hang verlaufende Risse auf, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass sich die Erdschichten bewegen. In diesem Fall sollte auf die Bebauung besser verzichtet werden. Aber auch aufgefüllte Hänge von beispielsweise ehemaligen Steinbrüchen oder Mülldeponien sollten sehr genau geprüft werden, denn hier kann es im Laufe der Zeit dazu kommen, dass das Erdreich absackt. Lässt die geologische Situation eine Bebauung bedenkenlos zu, stellt sich als nächstes meist das Problem des Hangwassers, von dem vor allem die Außenwände des Kellers betroffen sind. Um die Kellerwände vor der Feuchtigkeit zu schützen, sind Drainageleitungen erforderlich, die das Wasser ableiten. Dabei ist bei der Drainage entscheidend, dass ein filterstabiles Sickermaterial sämtliche Leitungen zuverlässig umschließt.

Übrigens ist das Hangwasser ein häufiger Grund für Streitigkeiten zwischen Nachbarn. Der Hausbesitzer, dessen Haus auf dem tiefer liegenden Grundstück liegt, muss sich damit abfinden, dass aus Naturkräften resultierende Wassermassen auf sein Grundstück fließen. Dies ist beispielsweise bei starkem Regen der Fall. Allerdings muss er es nicht akzeptieren, wenn bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die dazu führen, dass zusätzliches, ober- oder unterirdisch ablaufendes Wasser vom höher gelegenen Grundstück auf sein Grundstück gelangt.

 

Ein Haus am Hang bauen – diese Möglichkeiten gibt es

Auch wenn es meist etwas aufwändiger und teurer ist, ein Haus am Hang zu bauen, so kann dies durchaus auch vorteilhaft sein. Allein der zumeist weitläufige Ausblick über das Tal entschädigt oft für die zusätzlichen Mühen. Wichtig ist aber, das Haus so zu planen, dass die Gegebenheiten möglichst optimal ausgenutzt werden können. Dabei wird bei der Hangbebauung im Wesentlichen zwischen den vier folgenden Varianten unterschieden:

 

Ein Haus am Nordhang

Bei einem Nordhang stellt die sogenannte Verschattung das größte Problem dar. Vor allem im Winter werfen Häuser Schatten, die 30 Meter und länger sein können. Der Bauherr sollte daher zunächst abklären, ob oberhalb seines Grundstücks möglicherweise weitere Häuser gebaut werden. Zudem sollte er große Fenster- und Glasflächen einplanen, damit trotz Schatten genug Licht in das Haus fällt. Die Nutzung von Solarenergie ist bei Bebauungen an einem Nordhang nur eingeschränkt möglich.

 

Ein Haus am Südhang

Ein Baugrundstück an einem Südhang ist eigentlich ein idealer Bauplatz. Während das Haus nach Norden hin nämlich vor Wind und Wetter geschützt ist, kann auf der Südseite die Sonne in vollem Umfang genutzt werden. Dabei stellt die Sonne zum einen helle und Licht durchflutete Räume sicher, zum anderen bieten sich hier Sonnenkollektoren oder auch ein Wintergarten an.

Ein Haus am Südhang kann dann beispielsweise so aussehen:

 

Ein Haus in Split Level-Bauweise

Wird das Haus in der Split Level-Bauweise errichtet, werden die einzelnen Räume dem Gefälle folgend angeordnet. Der Bereich, der das Erdgeschoß bildet, befindet sich dabei immer auf der Höhe des natürlichen Geländes. Bautechnisch gesehen verursacht die Split Level-Bauweise allerdings den größten Aufwand. Welches Energiekonzept in Frage kommt, hängt davon ab, ob es sich um einen Nord- oder einen Südhang handelt.

 

Haus am Hang bauen

 

Ein Haus auf Stelzen

Der Stelzenbau bietet sich vor allem bei einem steilen Gefälle an, denn hier sind andere Lösungen häufig zu teuer oder nicht realisierbar. Wird das Haus auf Stelzen gebaut, befindet sich das Erdgeschoß eine Etage über dem Erdniveau und der Hauseingang ist in aller Regel auf der Rückseite untergebracht. Durch die Stelzen ergibt sich üblicherweise ein recht hohes Niveau, durch das sowohl die Sonneneinstrahlung als auch die Aussicht optimal genutzt werden können. Allerdings bestimmt auch hier die Nord- oder Südhanglage über die möglichen Energiekonzepte.