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Mini Haus bauen

Ein Eigenheim muss nicht groß sein. Minihäuser, auch Modulhäuser, Wohnwürfel oder Tiny Houses genannt, bieten auf wenigen Quadratmetern alles, was zum Wohnen nötig ist: Schlafplatz, Kochnische, Bad und etwas Stauraum. Sie sprechen vor allem Menschen an, die bewusst mit wenig Fläche auskommen wollen, Singles und Paare ebenso wie ältere Menschen, die ihr großes Haus an die Kinder abgeben und im Garten ein kleines eigenes Haus beziehen möchten.

Viele Minihäuser sind modular aufgebaut. Die Module werden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle gestellt. Reicht der Platz nicht mehr, lässt sich bei manchen Systemen ein weiteres Modul anbauen, etwa für ein Kinderzimmer oder ein Arbeitszimmer. Daneben gibt es Tiny Houses auf einem Fahrgestell, die sich grundsätzlich an einen anderen Ort bringen lassen. Ein Minihaus ist aber kein Wohnwagen: Sobald es dauerhaft zum Wohnen aufgestellt wird, gilt es als Gebäude, und am neuen Standort ist wieder eine Baugenehmigung nötig.

Klein heißt nicht billig. Je Quadratmeter Wohnfläche ist ein Minihaus meist teurer als ein großes Haus, weil Küche, Bad, Haustechnik und Anschlüsse auf wenig Fläche verteilt werden. Dazu kommen Grundstück oder Pacht, Fundament, Hausanschlüsse, Transport und Kran. Lassen Sie sich die Preise für genau diese Posten ausweisen, bevor Sie Angebote vergleichen.

Die 3 wichtigsten Argumente für den Bau eines Minihauses

Wer über ein Minihaus nachdenkt, sollte Vorteile und Voraussetzungen kennen. Die wichtigsten Punkte:

 

1. Ein Minihaus passt sich den persönlichen Bedürfnissen an.

Bei modularen Systemen gibt der Hersteller meist das Raster vor, die Innenaufteilung können Sie weitgehend selbst bestimmen. Wird es zu eng, lässt sich das Haus je nach System erweitern. Ob ein Anbau möglich ist, hängt aber nicht nur vom Hersteller ab, sondern auch vom Bebauungsplan, der die überbaubare Fläche begrenzt. Klären Sie das vor dem Kauf.

 

2. Ein Minihaus ist schnell aufgebaut.

Vorgefertigte Module stehen oft in wenigen Tagen, wenn Fundament und Anschlüsse vorbereitet sind. Ein Umzug mit dem Haus ist möglich, aber aufwendig: Das Haus muss abgebaut, transportiert und am neuen Ort auf ein vorbereitetes Fundament gestellt und angeschlossen werden, und dafür ist eine neue Baugenehmigung nötig. Wer häufig den Wohnort wechselt, sollte diese Kosten und Wartezeiten einrechnen.

 

3. Ein Minihaus kann vielseitig genutzt werden.

Ein Minihaus braucht wenig Grundfläche und lässt sich als Hauptwohnsitz, als Ferienhaus oder als zusätzliches Wohnhaus auf einem großen Grundstück nutzen. „Überall“ aufstellen lässt es sich aber nicht. Voraussetzung für das dauerhafte Wohnen ist ein Baugrundstück, auf dem der Bebauungsplan Wohnen zulässt, eine gesicherte Erschließung mit Zufahrt, Wasser, Abwasser und Strom sowie die Baugenehmigung. Im Garten eines bestehenden Hauses ist ein zweites Wohnhaus nur möglich, wenn Bebauungsplan und Abstandsflächen es zulassen. Auch für ein Minihaus gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz; für kleine Gebäude bis 50 Quadratmeter Nutzfläche sieht es vereinfachte Anforderungen an den Wärmeschutz vor. Eine gute Dämmung hält die Heizkosten niedrig, doch wegen der großen Außenfläche im Verhältnis zur Wohnfläche verliert ein kleines Haus verhältnismäßig mehr Wärme als ein kompaktes großes.

So sieht ein Minihaus zum Beispiel aus:

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis