Zum Inhalt springen
selber-bauen.de
07

Fußbodenheizung Kosten berechnen

Bereits die alten Römer wussten die angenehme Wärme und das behagliche Gefühl an den Füßen, für das eine Fußbodenheizung sorgt, zu schätzen. Anders als früher stehen heute aber verschiedene Systeme zur Auswahl und diese stellen nicht nur eine behagliche Wärme im Haus und ein komfortables Gefühl an den Füßen sicher, sondern können auch bares Geld sparen. Verglichen mit gewöhnlichen Heizkörpern ist der Verbrauch bei einer Fußbodenheizung nämlich meist geringer. Das liegt vor allem an der Vorlauftemperatur: Ältere Heizkörper brauchen oft 50 bis 70 Grad, eine Fußbodenheizung kommt in gut gedämmten Gebäuden meist mit 30 bis 35 Grad aus. Davon profitieren vor allem Brennwertkessel und Wärmepumpen, die bei niedrigen Temperaturen deutlich effizienter arbeiten. Hinzu kommt, dass die warme Fläche die gefühlte Temperatur erhöht, sodass die Raumluft etwas kühler eingestellt werden kann; als Faustwert gilt, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur rund sechs Prozent Heizenergie spart. Wie groß die Einsparung im Einzelfall ist, hängt vom Gebäude und vom Wärmeerzeuger ab.

Rechner · Anschaffung und Betrieb der Fußbodenheizung

Die Betriebskosten einer Warmwasser-Fußbodenheizung hängen vom Wärmeerzeuger und vom Wärmebedarf des Hauses ab, nicht von der Heizfläche; sie lassen sich hier nicht seriös schätzen. Elektrische Fußbodenheizungen sind meist als Zusatzheizung im Bad gedacht; gerechnet ist Volllast in den angegebenen Stunden, mit Thermostat läuft sie kürzer. Die Rechnung läuft in Ihrem Browser, es werden keine Daten übertragen.

Die verschiedenen Systeme für eine Fußbodenheizung

Für den Einbau einer Fußbodenheizung stehen mehrere Systeme zur Verfügung, wobei die Auswahl von den örtlichen Gegebenheiten abhängt. Grundsätzlich ist es am einfachsten und sinnvollsten, die Fußbodenheizung bereits in der Bauphase einzuplanen, denn ein nachträglicher Einbau ist recht aufwändig und dementsprechend kostenintensiv. Eine Möglichkeit für den Einbau ist das nassverlegende System, das im Neubau problemlos umsetzbar ist. Im Rahmen einer Altbausanierung kann dieses System nur dann gewählt werden, wenn der bestehende Fußboden entfernt wird und die Decken mit Rohbaudecken im Neubau vergleichbar sind. Das nassverlegte System braucht wegen des Estrichs mehrere Wochen, bis der Belag verlegt werden kann: Zementestrich darf frühestens nach 21 Tagen, Calciumsulfatestrich nach 7 Tagen funktionsbeheizt werden, anschließend folgt das Belegreifheizen bis zur per CM-Messung nachgewiesenen Restfeuchte. Eine andere Möglichkeit ist das sogenannte Dünnschichtsystem, bei dem Noppenplatten auf dem Boden verlegt und verklebt werden. Die beiden wichtigsten Vorteile des Dünnschichtsystems liegen in der nur etwa zwei Zentimeter hohen Aufbauhöhe und der kurzen Einbauzeit. Nachteilig sind allerdings die möglichen Wärmeverluste, die dann entstehen, wenn der vorhandene Fußbodenaufbau keinen ausreichenden Wärmeschutz sicherstellt.

https://www.youtube.com/watch?v=yL6BVDEu45Q

Als dritte Variante für den Einbau einer Fußbodenheizung stehen Systeme zur Verfügung, die trocken verlegt werden. Diese Systeme können innerhalb von zwei bis drei Tagen eingebaut werden und eignen sich auch für Altbauten, in denen die Holzbalkendecken nur eine begrenzte Tragkraft haben. Der Nachteil an diesen Systemen ist allerdings die Aufbauhöhe, die rund fünf Zentimeter beträgt und sich vor allem bei einem nachträglichen Einbau bemerkbar macht.

 

Die Kosten einer Fußbodenheizung richtig kalkulieren

Viele Bauherren sind der Meinung, dass eine Fußbodenheizung deutlich teurer sei als eine herkömmliche Heizung mit Heizkörpern. Dies ist so allerdings nicht ganz richtig. Die reinen Anschaffungskosten sind bei einer Fußbodenheizung tatsächlich höher als bei einer Heizung mit Heizkörpern; wie groß der Unterschied ist, zeigt nur ein Vergleich konkreter Angebote für beide Varianten. Diese höheren Kosten erklären sich unter anderem mit dem etwas aufwändigeren Einbau, denn der Einbau einer Fußbodenheizung ist komplexer als das Verlegen von Heizungsrohren und das Aufhängen von Heizkörpern. Zudem ist der Materialbedarf bei einer Fußbodenheizung höher, denn es werden deutlich mehr Rohre verlegt. Die tatsächlichen Anschaffungs- und Montagekosten hängen von dem verwendeten System, der benötigten Materialmenge und den örtlichen Gegebenheiten ab.

Ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich. Wer Eigenleistung einbringen möchte, etwa beim Verlegen der Dämmung, sollte das vorher mit dem Fachbetrieb absprechen; Auslegung, Druckprobe und Abgleich bleiben dessen Aufgabe, sonst gibt es Streit über die Gewährleistung. Im Hinblick auf die Kosten sollten aber nicht nur die Anschaffungs- und Montagekosten berücksichtigt werden. Bei einer gewöhnlichen Heizung mit Heizkörpern müssen verhältnismäßig kleine Flächen stark aufgeheizt werden, damit die Wärme, die abstrahlt, ausreicht, um den ganzen Raum aufzuwärmen. Bei einer Fußbodenheizung hingegen wird die Wärme gleichmäßig über die gesamte Fläche abgegeben, was dazu führt, dass die Temperaturen höher empfunden werden als sie tatsächlich sind. Zudem sind die Vorlauftemperaturen bei einer Fußbodenheizung deutlich geringer. Dies wiederum senkt den Verbrauch. Ob und wann die höheren Anfangskosten dadurch ausgeglichen werden, hängt von Energiepreisen, Dämmstandard und Wärmeerzeuger ab; mit einer Wärmepumpe ist der Vorteil am größten.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis