Gebrauchte Treppen renovieren

Eine Treppe gehört zu den Bauteilen in einem Haus, die am häufigsten belastet und am stärksten beansprucht werden. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, denn schließlich ist die Treppe der Weg, der genutzt wird, um zwischen zwei Etagen hin- und herzuwechseln. Gleichzeitig werden verschiedene Dinge über eine Treppe transportiert, angefangen bei Kleinigkeiten bis hin zu großen, sperrigen Möbelstücken. Im Laufe der Zeit bleiben so Abnutzungserscheinungen nicht aus. Kratzer, kleine Löcher, ausgetretene Stufen oder abgebrochene Trittkanten wirken sich aber nicht nur nachteilig auf die Optik einer Treppe aus, sondern beeinträchtigen auch ihre Sicherheit und können mitunter zu gefährlichen Stolperfallen werden.

Nun ist es aber in vielen Fällen nicht notwendig, eine Treppe mit Gebrauchsspuren auszutauschen, denn oft lässt sich eine Treppe sanieren und renovieren. Eine Treppenrenovierung ist deutlich günstiger als der Austausch der Treppe und nach der Renovierung wirkt die Treppe wieder wie neu. Weitere Kosten kann der Heimwerker einsparen, wenn er die Renovierung seiner gebrauchten Treppe selbst durchführt. Welche Möglichkeiten es dabei gibt, wird im Folgenden erklärt.

Gebrauchte Treppen – so klappt die Renovierung

Welche Möglichkeiten für die Renovierung von gebrauchten Treppen in Frage kommen, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab. Zum einen spielt das Material eine Rolle, denn die Renovierung einer Holztreppe gestaltet sich anders als die Überarbeitung einer Stein- oder Betontreppe. So muss bei einer Steintreppe beispielsweise meist der Fachmann ran, während eine Holztreppe recht unkompliziert auch in Eigenregie aufgearbeitet werden kann. Zum anderen hängen die Maßnahmen vom Zustand der Treppe ab. Je beschädigter die Treppe ist, desto umfangreicher sind natürlich auch die notwendigen Renovierungsarbeiten. Der dritte Faktor ist der persönliche Geschmack des Heimwerkers, der darüber entscheidet, wie die Treppe nach der Renovierung aussehen soll. Die konkreten Maßnahmen hängen also immer vom Einzelfall ab, im Allgemeinen gibt es jedoch drei grundlegende Möglichkeiten, um gebrauchte Treppen aufzuarbeiten:

 

1. Die Oberflächen überarbeiten

Zeigt die Treppe nur leichte Gebrauchsspuren, reicht es meist aus, die Oberflächen zu überarbeiten. Dazu werden die verkratzten, verschmutzten oder leicht beschädigten Flächen in mehreren Schleifgängen abgeschliffen. Sind die Flächen wieder sauber und eben, werden sie geölt, gewachst oder lackiert. Anschließend werden die Flächen noch einmal leicht angeschliffen und dann ein zweites Mal versiegelt.

 

2. Beschädigte Einzelteile austauschen

Teilweise ist eine Treppe an sich noch intakt und stabil, weist allerdings beschädigte Einzelteile auf. Bei diesen Einzelteilen kann es sich beispielsweise um Stufen oder um Teile des Geländers handeln. In diesem Fall können die beschädigten Einzelteile durch neue ersetzt werden. Da eine Treppe jedoch ein komplexes Gebilde ist, sollte der Austausch besser einem erfahrenen Treppenbauer überlassen werden, um die Statik der Treppe nicht zu gefährden.

 

3. Die Treppe verblenden

Ist die Treppe bereits so abgenutzt, dass es zu aufwändig wäre, die Oberflächen zu überarbeiten, kann die Treppe auch verblendet werden. Dies gelingt am einfachsten mit Systemen, die speziell für die Treppenrenovierung konzipiert sind. Solche Systeme werden von verschiedenen Herstellern angeboten, basieren aber alle auf einem vergleichbaren Prinzip. Dabei werden zunächst Profile auf die Trittkanten der Stufen gesetzt, die bei Bedarf unterfüttert und dann verschraubt werden. Im nächsten Arbeitsschritt werden die neuen Tritt- und Setzstufen mithilfe von Montagekleber auf den alten Stufen befestigt. Zum Schluss müssen dann nur noch die Fugen mit einer dauerelastischen Fugenmasse ausgefüllt werden und schon erstrahlt die alte Treppe in neuem Glanz. Diese Variante der Treppenrenovierung bietet sich übrigens auch dann an, wenn die Treppe eine neue Optik erhalten soll, beispielsweise wenn eine alte Holztreppe zu einer Steintreppe werden soll. Dies kann dann so aussehen:

Grundsätzlich muss der Heimwerker aber selbstverständlich nicht auf fertige Systeme für die Treppenrenovierung zurückgreifen. Genauso kann er seine Treppe auch vollständig in Eigenregie renovieren, indem er beispielsweise Laminat, Parkett, Teppich, Fliesen, Kork oder PVC als neuen Belag auf seiner Treppe verlegt. Das Verlegen erfolgt dabei genauso wie beim Verlegen des jeweiligen Materials auf dem Boden, nur dass Reparaturwinkel eingearbeitet werden können, um die Trittkanten zu stabilisieren.