Zum Inhalt springen
selber-bauen.de
07

Rohr für die Fußbodenheizung

Für denjenigen, der sich für eine elektrische Fußbodenheizung entschieden hat, stellt sich die Frage nach den Rohren nicht. Bei einer elektrischen Fußbodenheizung werden nämlich Widerstandskabel oder Folien mit eingearbeiteten Heizleitern unter, im oder auf dem Estrich verlegt. Allerdings wird eine elektrische Fußbodenheizung meist nur als zusätzliches Heizsystem verwendet, weil das Heizen mit Strom auf Dauer doch recht teuer werden kann. Gleichwohl eignet sich eine elektrische Fußbodenheizung sehr gut dazu, um bestimmte Bereiche wie beispielsweise das Badezimmer oder den Wintergarten gezielt und nur bei Bedarf zu erwärmen.

Durch die sehr niedrige Aufbauhöhe kommt eine elektrische Fußbodenheizung zudem bei einem nachträglichen Einbau in Frage. Soll die Fußbodenheizung jedoch als Vollheizung genutzt werden, wird in aller Regel eine warmwassergeführte Fußbodenheizung eingebaut. Hierbei werden, wie bei einer herkömmlicher Heizung mit Heizkörpern, Rohre verlegt, die anschließend an die Heizungsanlage angeschlossen werden. Dabei kann eine warmwassergeführte Fußbodenheizung mit praktisch jeder Wärmequelle betrieben werden, also mit Gas, Öl oder Holz genauso wie mit Solarenergie oder einer Wärmepumpe. Vor dem Einbau stellt sich dann aber die Frage, welche Rohre für die Fußbodenheizung verwendet werden sollen.

Rechner · Rohrlänge und Heizkreise

Rohrbedarf in der Fläche = Fläche · 100 ÷ Verlegeabstand in cm. Jeder Heizkreis bekommt eine eigene Anbindeleitung und einen eigenen Abgang am Verteiler. Randzonen an Außenwänden werden oft enger verlegt als die übrige Fläche. Die Rechnung läuft in Ihrem Browser, es werden keine Daten übertragen.

Rohre für die Fußbodenheizung – die Auswahlkriterien

Bei einer warmwassergeführten Fußbodenheizung werden heute überwiegend Kunststoffrohre aus vernetztem Polyethylen (PE-X) oder PE-RT sowie Mehrschichtverbundrohre mit Aluminiumkern verlegt, seltener Kupferrohre. Die verlegten Rohre sehen dabei übrigens so aus:

Bei der Materialauswahl scheiden sich die Geister und während die einen Kupferrohren klar den Vorzug geben, sprechen sich die anderen eindeutig für Kunststoffrohre aus. Dabei gibt es in diesem Zusammenhang zwei wesentliche Argumente, die immer wieder genannt werden.

  • Fussbodenheizung verlegenDie Befürworter von Kupferrohren führen an, dass Kunststoffrohre Luft durchlassen. Dies hat zur Folge, dass die Heizung verschlammt und mindestens im Zwei-Jahres-Rhythmus entschlammt werden muss. Zudem ist die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer mehr als 900-fach höher als die Wärmeleitfähigkeit von Kunststoff. Daraus wird abgeleitet, dass eine Fußbodenheizung mit Kupferrohren schneller aufheize. Befürworter von Kunststoffrohren argumentieren, dass Kupfer korrodiert und die Kupferrohre in der Folge undicht werden. Reparatur- und Sanierungsarbeiten an einer Fußbodenheizung sind aber mit großem Arbeits- und Kostenaufwand verbunden, weil unter anderem der Fußboden aufgerissen werden muss. Hinzu kommt, dass Kupferrohre nicht so eng verlegt werden können wie Kunststoffrohre. Dies wirkt sich vor allem in solchen Bereichen nachteilig aus, die kalt sind und eigentlich eine größere Heizwirkung vertragen könnten.
  • Alle diese Argumente klingen zwar schlüssig und sind auch nicht ganz falsch, treffen bei modernen Fußbodenheizungen so aber nicht mehr zu. Tatsächlich war die Verschlammung von Kunststoffrohren eine Problematik, die früher häufig auftrat. Heute werden jedoch ausschließlich sauerstoffdichte Kunststoffrohre nach DIN 4726 verarbeitet, so dass die Gefahr einer Verschlammung praktisch nicht mehr gegeben ist. Genauso besteht aber auch die Gefahr einer Korrosion der Kupferrohre bei einer ordnungsgemäß installierten Fußbodenheizung letztlich nicht. Eine Korrosion würde nämlich voraussetzen, dass das tote Wasser des Heizungskreislaufs Sauerstoff enthält. Bereits kurze Zeit nach der Inbetriebnahme der Fußbodenheizung ist dies aber nicht mehr der Fall. Anders als bei kupfernen Brauchwasserleitungen, die durchaus korrodieren können, ist eine Korrosion bei Heizungsrohren somit nicht zu befürchten. Hinzu kommt, dass die Rohre für Fußbodenheizungen, unabhängig vom Material, heute in aller Regel auf speziellen Matten oder Platten verlegt werden. Hier werden die Rohre, die in Rollen mit bis zu 600 Meter erhältlich sind, zwischen den Noppen festgeklemmt. Die höhere Wärmeleitfähigkeit von Kupfer fällt dabei kaum ins Gewicht: Die Rohrwand ist nur wenige Millimeter dick, und wie schnell ein Raum warm wird, bestimmt vor allem der 6 bis 7cm dicke Estrich, der zuerst aufgeheizt werden muss.
  • Als Fazit lässt sich ziehen, dass der Unterschied beim Aufheizen in der Praxis gering ist. Die Pluspunkte von Kunststoff- und Verbundrohren liegen in der einfacheren Verlegung ohne Verbindungsstellen im Estrich, den engeren Biegeradien und dem günstigeren Preis; deshalb haben sie sich weitgehend durchgesetzt. Wichtig ist bei Kunststoffrohren nur, dass sie als sauerstoffdicht nach DIN 4726 ausgewiesen sind. Da aber beide Varianten technisch ausgereift sind und es bei den Heizungssystemen selbst weder im Hinblick auf die Qualität noch die Lebensdauer nennenswerte Unterschiede gibt, bleibt die Entscheidung letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Geldbeutels.
Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar — Impressum · Methodik · Korrekturhinweis